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Das erwartet Sie an der ersten Lego-Ausstellung in Uster

Das Zeughaus verwandelt sich am letzten August-Wochenende in ein kleines Lego-Land.

Kleine Bausteine, grosse Wirkung: Seit Jahrzehnten begeistern Legos Gross und Klein.

Foto: PD

Das erwartet Sie an der ersten Lego-Ausstellung in Uster

Die grosse Welt der kleinen Steinchen

Ende August werden Lego-Liebhaber zum Ustermer Zeughaus pilgern – unter anderem, um Kämpfe zwischen Robotern zu verfolgen.

Als Erwachsene mit Lego spielen? «Man denkt meist, dass man mit seiner Begeisterung allein ist», sagt Michael Strasser. «Doch das stimmt nicht.» Er hat darum vor Kurzem den Verein Brixpo Schweiz mit Sitz in Uster gegründet.

Wobei «spielen» wohl nicht mehr ganz der richtige Ausdruck dafür ist, was Strasser und seine Kollegen mit den farbigen Steinchen anstellen. Gemeinsam bauen sie grosse Figuren oder ganze Lego-Landschaften, welche dann landesweit an Ausstellungen präsentiert werden.

Andere haben Modelleisenbahn

«Als Kind habe ich immer mit Legos gespielt», erzählt Strasser. «Irgendwann kamen dann wie bei fast allen auch bei mir die dunklen Jahre, in denen ich mich zu alt oder zu cool fühlte, und die Steine verschwanden in einer Kiste.»

Auf dem Bild ist Michael Strasser mit einer Lego-Figur zu sehen.
Michael Strasser ist begeistert von Legos. Seine Kinder haben die Leidenschaft wieder entfacht.

Erst als er selber Vater wurde und das Spielzeug aus der Versenkung holte, packte es ihn wieder. «Sich für eine solche Begeisterung zu schämen, wäre völlig falsch», ist er überzeugt. «Denn es macht einfach Spass und hat auch eine meditative Seite. Andere haben dafür eine Modelleisenbahn im Keller.»


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Mittlerweile ist die Lego-Sammlung des dreifachen Vaters angewachsen. «Heute gibt es natürlich viel mehr Möglichkeiten als vor 30 Jahren, als ich selbst noch ein Kind war.» Seien es neue Farben, Formen oder computergesteuerte Teile – inzwischen sei die Hälfte seines Büros bei ihm zu Hause von Legos besetzt.

Wie viele Legos er mittlerweile besitze, sei schwer in Zahlen zu fassen. «Sicher mehr als die meisten», sagt Strasser lachend und fügt dann verschmitzt hinzu: «Die Begeisterung meiner Frau variiert.»

Doch sie habe auch schon bei Projekten mitgeholfen, an denen die ganze Familie beteiligt gewesen sei. Etwa bei einem Dinosaurierpark für eine Ausstellung, der rund vier Quadratmeter gross wurde. «Dafür brauchte es etwa 80 Grundplatten – diese zu lagern und dann zu transportieren, ist immer eine grosse Herausforderung.»

Vereinsraum gesucht

Dem Platzproblem muss sich auch der jüngst gegründete Verein Brixpo Schweiz stellen. «Momentan haben wir noch keinen Raum gefunden, wo wir unsere Gebilde bauen und lagern können.» Dabei sind die 15 Mitglieder bereits an den Vorbereitungen für die Brixpo 2023, ihre erste grosse Lego-Ausstellung, die Ende August im Ustermer Zeughaus stattfinden wird.

Dass der Begriff Lego sowohl im Titel der Veranstaltung als auch beim Namen des Vereins fehlt, hat rechtliche Gründe. Denn die Marke unterstützt das Team um Michael Strasser nicht offiziell. «Das bedeutet jedoch bei Weitem nicht, dass wir etwas Verbotenes machen», betont er. Im Gegenteil, es gebe eine Fair Play Policy, gemäss welcher der Markenname nicht für Werbezwecke oder etwa in der Adresse einer Website verwendet werden dürfe.

Dies führte dazu, dass man sich in Uster für eine Wortkreation mit «bricks», dem englischen Wort für Bausteine, entschieden hat. «Das ist zwar marketingtechnisch ‹en Seich›, wir haben trotzdem schon viele Tickets verkauft.»

Das Programm der Brixpo verspricht denn auch einiges. Über 50 Aussteller aus der Schweiz und den Nachbarländern präsentieren ihre Bauwerke, darunter eine Lego-Stadt, die sich über 50 Quadratmeter erstreckt. Dazu kommen unter anderem ein Bauwettbewerb oder die ersten Schweizer Meisterschaften für Lego-Robot-Wars. Dabei liefern sich Lego-Roboter in einer Arena Kämpfe – wer sich am Ende noch bewegt, gewinnt.

«Diese Art von Kampf ist in den USA bereits weit verbreitet», sagt Michael Strasser. «In Europa müssen Roboter an Wettbewerben eher sinnvolle Aufgaben lösen, als sich anzugreifen – es tönt zwar ziemlich martialisch, aber ein Kampf ist doch viel aufregender.»

Während für die Roboter-Meisterschaften schon viele Anmeldungen eingegangen sind, sieht dies beim Bauwettbewerb noch etwas mager aus. «Da die Objekte nicht vor Ort gebaut, sondern ins Zeughaus gebracht werden, stehen viele wieder vor der Herausforderung des Transports.»

Weltmeisterschaften in Planung

Dass er überhaupt eine eigene Ausstellung organisiert, liegt an der Ferienplanung der Familie Strasser. «Im Herbst findet jeweils die Steinchenwelt, eine der grössten Veranstaltungen in der Schweizer Lego-Szene, statt. Doch da ich im Sommer für die Badi Uster arbeite, sind wir meist dann als Familie in den Ferien.» Also entschied er sich mit ein paar Mitstreitern, einen eigenen Verein zu gründen und den Event auf die Beine zu stellen.

Noch sind alle gespannt auf das Echo, das die Brixpo in Uster auslösen wird. Die nächste Durchführung ist jedoch bereits in Planung. «Im Sommer 2024 wollen wir dann die Weltmeisterschaften für Lego-Robot-Wars bei uns veranstalten», sagt Strasser. «Wer im August gewinnt, qualifiziert sich automatisch dafür.»

Die Brixpo findet vom 25. bis 27. August in den Hallen des Ustermer Zeughauses statt. Auf über 750 Quadratmetern sind Ausstellungsstücke zu Themen wie Weltall, Zoo oder Fantasy zu bestaunen. Bei den Brickwars gibt es spannende Zweikämpfe zwischen Lego-Robotern, und unter dem Motto «Kindheitstraum» findet ein Bauwettbewerb statt, dessen Sieger vom Publikum gewählt wird. Auch gibt es verschiedene Kurse sowie einen Shop, wo Legos gekauft werden können. Weitere Informationen unter www.brixpo.ch.

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