Suche nach privaten Beiständen gestaltet sich unterschiedlich
Bezirke im Vergleich
Andere Traditionen, andere Herausforderungen: Während man bei der Kesb Bezirk Pfäffikon stets auf der Suche nach privaten Beiständen ist, ist man in den Bezirken Hinwil und Uster besser bedient.
Im Bezirk Pfäffikon waren es Ende letzten Jahrs 625 erwachsene Personen, die durch einen privaten Beistand betreut wurden, im Bezirk Hinwil waren es 957, im Bezirk Uster 741. Je nach Bezirk ist die Koordination von privaten Beistandschaften aber anders geregelt.
In den Bezirken Pfäffikon und Hinwil ist die Kesb direkt für die privaten Mandatsträger zuständig. Im Bezirk Uster hingegen sind die Zuständigkeiten aufgeteilt. Einerseits gibt es sowohl in Uster als auch in Dübendorf eine Kesb, auf die die Gemeinden im Bezirk aufgeteilt sind.
Andererseits gibt es auch einzelne Leistungsvereinbarungen. So kümmert sich etwa die Fachstelle Erwachsenenschutz der Pro Senectute Kanton Zürich um die Rekrutierung und Begleitung von privaten Mandatsträgern. Diese betreuen verbeiständete Personen ab 60 Jahren mit Wohnsitz in den Städten Uster und Dübendorf.
Die Kesb Bezirk Pfäffikon macht immer wieder Aufrufe und sucht Personen, die eine Beistandschaft übernehmen wollen. An Freiwilligen mangelt es stets. «Einerseits ist da der Ruf der Kesb, der nicht bei allen Personen allzu gut ist», sagt Samuel Sommer von der Fachstelle für private Mandatspersonen.
Andererseits komme die allgemeine Verdrossenheit in der heutigen Gesellschaft, sich gemeinnützig zu betätigen, dazu. «Ob bei einer sozialen Institution, einer Veranstaltung oder bei einem Verein – viele haben Mühe, helfende Hände zu finden.»
Tradition weitergeführt
Während man im Bezirk Pfäffikon stets auf der Suche nach Freiwilligen ist, sieht dies im Bezirk Hinwil etwas anders aus. «Erfreulicherweise haben wir bis heute für alle Beistandschaften, welche sich für private Mandatspersonen eignen, eine genügende Anzahl Interessierter gehabt und konnten die Betreuung passend abdecken», sagt Marta Friedrich, Präsidentin der Kesb Bezirk Hinwil.
Auf die Frage, warum dies so sei, kann auch sie nur Vermutungen anstellen. «Im Bezirk Hinwil haben bereits zu den Zeiten der Vormundschaftsbehörden grosse Bemühungen stattgefunden, um möglichst viele Mandate mit privaten Mandatsträgern zu besetzen», sagt Friedrich. «Wir haben diese Tradition weitergeführt und von Anbeginn eine Stelle intern mit der Aufgabe betraut, sie zu betreuen.»
Eine Erklärung könnte also sein, dass im Bezirk Hinwil die privaten Beistandspersonen eine längere Tradition haben und dadurch schon lange viel Wertschätzung erfahren. «Dies könnte dazu führen, dass sie sich positiv darüber äussern und sich durch Mund-zu-Mund-Propaganda immer wieder neue Freiwillige bei uns melden. Aber eben», betont sie, «das sind nur Vermutungen.»
Ein Phänomen begegne ihr und ihrem Team allerdings immer wieder: «Private Beistände, die ein Mandat betreuen oder betreut haben, sind teilweise gerne bereit, weitere Mandate zu führen.»
Inserate als Lösung
Ähnlich wie im Bezirk Hinwil sieht es auch bei der Pro Senectute für die Städte Dübendorf und Uster aus. Hier hat man keine Probleme, Freiwillige zu finden, die sich für Betroffene über 60 Jahre engagieren wollen. «Bereits als es noch Vormundschaftsbehörden gab, haben wir regelmässig Informationsveranstaltungen zum Thema durchgeführt», sagt Anita Attinger, Bereichsleiterin Dienstleistungscenter Oberland von Pro Senectute Kanton Zürich.
Doch diese seien mittlerweile gar nicht mehr nötig. «Vor etwa drei Jahren kam uns die Idee, Inserate auf unserer Jobplattform aufzuschalten, seither haben wir so viele Interessenten, dass wir gar keine Veranstaltungen mehr durchführen müssen.»
Sie sieht einen grossen Vorteil darin, dass die privaten Mandatsträger zwar im Auftrag der Kesb handeln, aber die Begleitung über die Pro Senectute läuft. «Die privaten Beistände profitieren bei Fragen rund um das Alter vom Fachwissen der ganzen Organisation.»
