«Die Projekte sind nah am echten Leben»
Internationales Schulprojekt
Schülerinnen und Schüler der Wirtschaftsschule KV Wetzikon haben Umweltprojekte realisiert – teilweise mit internationalen Kollegen. Projektleiterin Eliane Suter erklärt, was den Austausch so wertvoll macht.
Grüne Dächer in den Städten, Windenergie in der Schweiz und in Indien oder der ökologische Einfluss des Kriegs in der Ukraine. Die Themen, mit denen sich die Schülerinnen und Schüler der Berufsmittelschule der Wirtschaftsschule KV Wetzikon (WKVW) im Rahmen eines Projekts beschäftigt haben, sind topaktuell.
Entstanden sind im vergangenen Semester rund 15 Arbeiten zu Umweltthemen. Das Spezielle daran: der internationale Kontext. Die Schülerinnen und Schüler arbeiteten für die Umsetzung teilweise mit Kolleginnen und Kollegen auf der ganzen Welt zusammen. Die Projekte wurden im Fach «Technik und Umwelt» umgesetzt, das 2016 an der WKVW eingeführt wurde.
Bilinguale und fachliche Kompetenzen
«Die Jugendlichen können zum ersten Mal in einem internationalen Kontext arbeiten», sagt Eliane Suter. Sie unterrichtet an der WKVW, hat das Projekt initiiert und ist im Vorstand des verantwortlichen Vereins The Horse Project. Neben den fachlichen Kompetenzen fördert die internationale Zusammenarbeit auch die Mehrsprachigkeit. «Das bilinguale Umfeld und die kulturübergreifende Zusammenarbeit sind das Spannende», sagt Suter.
«Die Schülerinnen und Schüler merken, dass sie nicht perfekt Englisch sprechen müssen, um mit ihren Kolleginnen und Kollegen kommunizieren zu können. Das fördert die Motivation.» Gleichzeitig werden die Teilnehmenden an Umweltthemen und die Kreislaufwirtschaft herangeführt. «Sie merken, dass vieles zusammenhängt – auch im Geschäftsleben», so Suter. Gleichzeitig erarbeiten sie fachliche Kompetenzen in der Zusammenarbeit mit Forschenden und Personen aus der Praxis.
Auf der ganzen Welt seien Probleme und Lösungen oft sehr ähnlich, würden jedoch unterschiedlich wahrgenommen und angegangen, meint die Projektleiterin. Diese Erkenntnisse könne das Projekt vermitteln. «Man sieht über den eigenen Horizont hinaus.» Die Kommunikation für die Projektarbeit fand per Videochat und unter Nutzung der Onlineplattform des Projekts statt. Für die Umsetzung der einzelnen Projekte fragten die Schülerinnen und Schüler einerseits direkt die internationalen Kontakte an. Mit gewissen Lehrpersonen aus anderen Ländern arbeitet der Verein schon länger zusammen. Manchmal kamen die Themeninputs auch von ihnen.
Zukunft ist noch ungewiss
Von der Ideenfindung bis zur Publikation ist das Schulprojekt an der WKVW auf die internationale Kollaboration ausgerichtet – und es ist nahe am echten Leben, wie Suter versichert. Viele Schülerinnen und Schüler würden erst im Verlauf des Projekts merken, was es bedeutet, über längere Zeit an einem Projekt zu arbeiten. «Es braucht manchmal auch Durchhaltevermögen.»
Für dieses Jahr sind die «The Horse Project»-Beiträge abgeschlossen. Inwiefern das Schulprojekt weitergeführt wird, ist noch unklar. Die Berufsfachschule Uster übernimmt ab dem kommenden Schuljahr den Unterrichtsbetrieb der Wirtschaftsschule KV Wetzikon. Eine bilinguale Unterrichtsform ist dann nicht mehr vorgesehen, was Eliane Suter sehr bedauert.
«Die Projekte haben deshalb keinen Platz mehr im Unterrichtsplan. Der Verein konzentriert sich nun auf die schweizweite Etablierung des Projekts in Berufsschulen», sagt Suter. «Doch es ist schwieriger als gedacht.»
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