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Ausprobieren, wie Zivilcourage geht

Würden Sie gerne durch diese Unterführung spazieren? Nun, die meisten Dübendorfer auch nicht, wie eine Umfrage gezeigt hat.

Für die Passanten alles andere als ein Wohlfühlort: Die Unterführung beim Bahnhof Dübendorf.

Foto: Thomas Bacher

Ausprobieren, wie Zivilcourage geht

Kampagne in Dübendorf

Die Stadt Dübendorf hat die Bevölkerung gefragt, wo sie sich wohlfühlt – und wo nicht. Darauf basierend werden jetzt Zivilcourage-Rundgänge organisiert.

Drei Monate lang konnten die Dübendorfer an einer Online-Umfrage zu ihrem Wohlbefinden im öffentlichen Raum teilnehmen. Nun liegt das Ergebnis vor.

«65 Personen haben die Umfrage abgeschlossen, das ergibt natürlich keine repräsentative Aussage», sagt Alexandra Fink, Beauftragte öffentlicher Raum in Dübendorf. Das sei jedoch auch nie das Ziel gewesen. «Die Umfrage dient uns lediglich als Grundlage dafür, die Zivilcourage-Rundgänge zu konzipieren, die wir im September durchführen.»

Bahnhofsunterführung? Lieber nicht!

Die Auswertung zeigt, dass die teilnehmenden Personen an zwei Orten tendenziell ungern unterwegs sind. Am Glattufer in der Umgebung Bahnhofstrasse fühlen sich 43 Prozent «eher unwohl» bis «sehr unwohl», in der Unterführung des Bahnhofs Dübendorf sind es gar 69 Prozent, wobei es gemäss Alexandra Fink deutlich mehr Frauen als Männer sind, die diese Bereiche als negativ beurteilen.

Sicher fühlen sich die Leute hingegen auf den Schulhausarealen. Hier geben 71 Prozent an, dass sie sich «eher wohl» bis «sehr wohl» fühlen. Noch ein bisschen besser schneidet das City Center ab, das ebenso gut bewertet wurde wie die Frage nach dem allgemeinen Wohlbefinden in Dübendorf.

Theater spielt bedrohliche Situationen

Diese Erkenntnisse fliessen nun also in die Planung der Zivilcourage-Rundgänge für die Bevölkerung ein, die Anfang September im Rahmen der Präventionskampagne «Dübi schaut hin» stattfinden. Dabei spielen Mitglieder des Forumtheaters Schweiz Szenen nach, die allgemein als bedrohlich empfunden werden könnten, also etwa eine Gruppe pöbelnder Jugendlicher oder Betrunkener.

«Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bekommen die Gelegenheit, auszuprobieren, wie sie intervenieren und Zivilcourage zeigen können, ohne sich selber in Gefahr zu bringen», sagt Fink. Wenn man ein mögliches Verhalten schon mal erprobt habe, gebe einem das im Ernstfall mehr Sicherheit.

Die 117 als Option

Auf den Rundgängen mit dabei sind Vertreter der Fachstelle Gewaltprävention Zürcher Oberland und der Stadtpolizei, die Tipps geben und laut Fink auch erläutern werden, wann es besser sei, die Nummer 117 zu wählen. «Auch das ist eine Form von Zivilcourage.»

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