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«Ich freue mich, wenn ich heute Abend im neuen alten Bett liege»

Das Gesundheitszentrum für das Alter Rosengarten wird aufgelöst. Susanna Maurer zieht nun von Uster nach Zürich. Bedenken? Fast keine. Stattdessen herrscht Vorfreude.

Susanna Maurer ist eine der Bewohnerinnen, die sich für Zürich-Seebach entschieden haben.

Foto: Eleanor Rutman

«Ich freue mich, wenn ich heute Abend im neuen alten Bett liege»

Umzug Alterszentrum Rosengarten

Susanna Maurer ist eine der Bewohnerinnen des Gesundheitszentrums Rosengarten, die von Uster nach Zürich-Seebach umsiedeln. Sie zieht in eine Vierer-WG.

Für Susanna Maurer heisst es Abschied nehmen. Sie zieht nach Zürich in einen Neubau. Die 85-Jährige mit den wachen Augen ist schon etwas wehmütig.

«Den Park hier im Ustermer Gesundheitszentrum werde ich vermissen», sagt sie. Auch ihre Einzimmerwohnung hat sie sehr geschätzt: vor allem wegen des Balkons und des eigenen Herds.

«Es ist mir sehr wichtig, dass ich selber kochen und einkaufen kann, so bleibe ich fit», sagt sie. So hat sie sich im Altersheim Rosengarten das Frühstück und das Abendessen jeweils selber zubereitet.

Die ehemalige Familientherapeutin ist eine der rund 75 Bewohnerinnen und Bewohner. Sie verlässt Uster noch diese Woche.

Weniger Menschen wohnen heute im Alterszentrum

Der Rosengarten gehört zur Organisation Gesundheitszentren für das Alter der Stadt Zürich. Diese hat vor anderthalb Jahren entschieden, alle ihre externen Alters- und Pflegeplätze auf dem Land zurück in die Stadt zu holen.

Der Grund: ein Überangebot von Alters- und Pflegeheimen insgesamt, da ältere Menschen immer länger zu Hause wohnen bleiben. Auch der Rosengarten konnte schon seit Längerem nicht mehr alle Plätze besetzen.

Mit 85 nochmals in eine WG ziehen

Susanna Maurer wird auch am neuen Ort wieder einen Herd haben. Sie hat sich wegen des Kochens für eine Vierer-Wohngemeinschaft entschieden. Sie sei schon WG-erprobt, sagt sie selbstsicher: «Ich habe schon einmal mit zwei anderen Frauen in einem Haus zusammengelebt.»

Bis jetzt hat sich im Zürcher Eichrain schon eine zweite Person für die Vierer-Gemeinschaft angemeldet.

Die Bewohnerinnen und Bewohner des Rosengartens konnten wählen, ob sie in Uster bleiben oder nach Zürich in den Neubau des Eichrain ziehen möchten.

«Einige sind schon sehr früh gegangen – in eines der umliegenden Altersheime hier in Uster», sagt Irene Thenen. Die Betriebsleiterin des Rosengartens hat den Umzug akribisch geplant. Diejenigen, die nach Zürich zügeln, werden jeweils in Achtergruppen losfahren.

«Das meiste Betriebsmaterial ist schon in den letzten Wochen abgeholt worden», sagt die 63-Jährige. Die Mitarbeiter des Rosengartens werden nicht alle nach Zürich ziehen können. Aber: «Alle haben eine Stelle gefunden, auch diejenigen, die nicht ins Eichrain gehen», sagt die Betriebsleiterin. Alle bis auf sie selber. Thenen wird direkt nach den letzten Aufräumarbeiten – voraussichtlich schon Ende Juli – in die Frühpension gehen.

Es sei schade, dass Irene Thenen aufhöre, sagt Susanna Maurer: «Der Rosengarten ist von einem wunderbaren Frauenteam geleitet worden.»

Auf die Würde wird viel Wert gelegt.

Susanna Maurer

zieht vom Rosengarten in das Gesundheitszentrum Eichrain

Was ist die Motivation, im höheren Alter nochmals in eine neue Stadt zu ziehen? Susanna Maurer gefallen das Konzept und die Atmosphäre am neuen Ort. «Auf die Würde wird viel Wert gelegt, das ist mir wichtig», sagt die ehemalige Familientherapeutin. Die Menschen seien sehr freundlich.

Sie hat das Zentrum vorgängig mehrmals besucht und durfte sich auch die Wohnung aussuchen. «Der neue Betriebsleiter hat mir den Platz in der WG reserviert, zusätzlich aber auch ein kleines Appartement, so kann ich noch immer auswählen», sagt Maurer.

Schon beim ersten Besuch habe er alle zukünftigen Bewohnerinnen und Bewohner mit ihrem Namen begrüsst, das habe sie beeindruckt. Zudem fühle es sich fast wie im Hotel an. «Die Fenster sind gross, es ist hell.»

Heimweh nach Uster

Einziger Wermutstropfen: «Jetzt kann ich nicht mehr so oft mit meinen Freundinnen in Uster Kafi trinken gehen», sagt Maurer. Ihren jetzigen Hausarzt werde sie aber in der Stadt behalten, so werde sie – solange sie noch gut zu Fuss sei – jeweils einfach nach Uster fahren. «Mit dem Zug bin ich in 20 Minuten da.»

Manchmal macht sich Maurer etwas Sorgen, ob sie sich an einem neuen Ort zurechtfindet. Die neuen Wege muss sie sich frisch einprägen. «Mein Sohn hat für mich schon vorsondiert, wo die Einkaufsmöglichkeiten und die Cafés in der Nähe sind.» Ihre Familienangehörigen leben in Bern – deshalb war auch das kein Grund, in Uster zu bleiben.

«Ich freue mich, wenn alles vorbei ist und ich heute Abend im neuen alten Bett liege», sagt Susanna Maurer kurz vor dem Umzug. Sie und die anderen sieben Zügelfreudigen werden am Nachmittag von einem Kleinbüssli abgeholt.

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