Darauf sollte man beim Baden im See jetzt achten
Blaualgen, Entenflöhe und Co.
Das prächtige Sommerwetter lockt nicht nur Badegäste an die Oberländer Seen. Auch verschiedene Spassverderber tummeln sich dort. Doch wie gefährlich sind sie?
Die Wasserqualität im Greifen- und im Pfäffikersee ist ausgezeichnet. Das belegen Auswertungen des Bundesamts für Umwelt (Bafu). Bei den Untersuchungen in den Seebadis wird aber hauptsächlich auf das Auftreten von fäkalen Verunreinigungen wie E.-coli-Bakterien und intestinalen Enterokokken geachtet. Störfaktoren, mit denen man als Laie wohl sowieso nicht in den Oberländer Seen gerechnet hätte.
Steht dem unbeschwerten Bad im See also nichts mehr im Weg? Nicht ganz. Denn immer wieder treten lästige und bisweilen gefährliche Begleiter in den stehenden Gewässern der Region auf. Sobald die Luft- und Wassertemperaturen wieder steigen, scheinen sich die Meldungen zu möglichen Stimmungskillern zu häufen.
Während sich viele Badende davon nicht aus der Ruhe bringen lassen, lösen diese Meldungen bei anderen Verunsicherung aus. Zeit also für eine Einordnung vor den Sommerferien.
Blaualgen – schmierigen Film meiden
Auf keinen Fall zu spassen ist mit Blaualgen, bei denen es sich eigentlich um Cyanobakterien handelt. Die Algen zeigen sich in den Sommermonaten immer wieder als schmieriger Film an der Wasseroberfläche im Uferbereich eines Sees. Spätestens dann sollte man die Stelle unbedingt meiden.
Besonders für Hunde sind Blaualgen gefährlich. Ein Kontakt kann tödlich sein. Aber auch bei Menschen können Hautreizungen, Erbrechen und Durchfall oder sogar Atembeschwerden, Muskelkrämpfe und Bewusstseinsstörungen ausgelöst werden.
Vorauszusagen, wann und wo Algenansammlungen am Ufer aufträten, sei praktisch unmöglich, sagt Patrick Steinmann von der Sektion Oberflächengewässerschutz des kantonalen Amts für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel). «Sie entstehen sehr spontan und lokal.»

Der Kanton empfiehlt deshalb, Ansammlungen von Algen sowie trübes und verfärbtes Wasser im Uferbereich grundsätzlich zu meiden und nur in klarem Wasser zu schwimmen und zu baden. Auch Stellen, wo sich Flocken oder Schlieren bilden, sollten für eine kühle Erfrischung tabu sein.
Entenflöhe – lästig, aber ungefährlich
Weit weniger gefährlich als Blaualgen sind die sogenannten Zekarien, also die Larven von Saugwürmern, die als Darmparasiten in Wasservögeln leben. Klingt erst mal unappetitlich. Doch die als Entenflöhe besser bekannten Zekarien sind eigentlich harmlos – dafür aber umso lästiger. Wer mit ihnen in Berührung kommt, merkt dies schnell: Jucken, gerötete Hautstellen und Pusteln können das Resultat sein.
Wer auf ein juckendes Mitbringsel vom See verzichten möchte, sollte seichte Stellen im Uferbereich meiden. Auch an Orten zu schwimmen, wo sich viele Wasservögel aufhalten, ist wenig ratsam. Nach dem Baden lohnt sich eine gründliche Dusche. Eine absolute Garantie, von den Entenflöhen dadurch in Ruhe gelassen zu werden, ist sie aber nicht.
Schlangen – «ein schönes Erlebnis»
Eine solche Garantie gibt es schon eher bei den Schlangen, die sich ebenfalls in den Oberländer Seen tummeln. Dies, obwohl ihre Sichtung – wie kürzlich jene einer Würfelnatter im Zürichsee – durchaus für Aufregung sorgen kann. Badegästen jagen die Schlangen einen ordentlichen Schrecken ein, wenn sie plötzlich über die Wasseroberfläche gleiten. Immerhin werden ausgewachsene Exemplare über einen Meter lang. Aber sind sie tatsächlich auch gefährlich?
Viviane Magistra gibt Entwarnung. «Nattern sind ungiftig», sagt die stellvertretende Geschäftsleiterin der Greifensee-Stiftung. Im Oberland seien Würfelnattern bisher nur im Pfäffikersee gesichtet worden. Im Greifensee schlängeln sich dafür Ringelnattern. Auch diese sind harmlos.

«Eigentlich ist es ein schönes Erlebnis, wenn man eine Natter sieht», sagt Magistra. Denn die in der Region heimischen Schlangenarten sind gefährdet, kommen aber inzwischen wieder häufiger vor. «Wer im See oder am Ufer einer Schlange begegnet, sollte ruhig bleiben», rät die Expertin.
Zecken – starke Zunahme
Nicht nur im Wasser, sondern auch am Ufer lauern Lebewesen, die den Badespass nachhaltig verderben können. Surrende Bienen, Mücken oder Wespen sind dabei vor allem aufdringlich und unangenehm. Als heimtückisch hingegen erweisen sich die blutsaugenden Zecken, die sich auf der Liegewiese und im Gebüsch aufhalten können.
14’000 Zeckenstiche pro Jahr verzeichnete die Suva zwischen 2017 und 2021. In der Vorperiode von 2012 bis 2016 waren es noch 10’000. Die Stiche der Zecken sind ebenfalls unangenehm, vor allem aber können sie Krankheiten wie Borreliose oder Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen.
Während die Borreliose-Fälle gemäss Angaben des Bundesamts für Gesundheit (BAG) von Jahr zu Jahr schwanken, haben die FSME-Infektionen zuletzt deutlich zugenommen. Immerhin gibt es dagegen eine wirksame Impfung. Als Präventionsmassnahme gelten das Tragen von geschlossener Kleidung – beim Baden am See eher unpraktisch – oder Zeckenschutzsprays.
