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So hat sich das Wohnen im Alter verändert

Die Stiftung hat sich in den letzten 50 Jahren verändert – auch, weil sich die Bedürfnisse geändert haben. Der Direktor gibt Einblicke und wagt Ausblicke.

So hat sich das Wohnen im Alter verändert

Zollinger Stiftung in Maur

Das Gründerehepaar der Zollinger Stiftung lebt seit den frühen 1980er Jahren nicht mehr – es hatte vor 50 Jahren die Vision, ein Pflegezentrum zu bauen.

Marianne und Gustav Zollinger, das Gründerehepaar der Zollinger Stiftung, sind in den frühen 1980er Jahren verstorben. Doch ihr Erbe wird weitergeführt. Wie die Umsetzung in ihrem Sinn angepasst wird, erzählt Tobias Diener im Gespräch.

Tobias Diener im Gespräch
Der Direktor der Zollinger Stiftung erzählt, wie er die Organisation in die Zukunft führen will.

Er leitet die Stiftung seit März 2016 und war vorher bereits mehrere Jahre im Stiftungsrat tätig. Die Zollinger Stiftung umfasst das Pflegezentrum Forch, die Residenz Forch und die Spitex Pfannenstiel. Insgesamt wohnen zurzeit gegen 100 Menschen im Pflegezentrum und rund 50 in der Residenz.

Nun steht das 50-Jahr-Jubiläum bevor, mit diversen Feierlichkeiten. An diesen wird unter anderem auch ein intern gedrehter Film mit Zeitzeugen gezeigt.

Tobias Diener, wann haben Sie angefangen mit der Planung des Jubiläums?

Tobias Diener: Das Schöne an einem Jubiläum ist: Es ist vorhersehbar. So haben wir uns schon vor vier Jahren die ersten Gedanken zu den Feierlichkeiten gemacht. Wir wollten etwas Persönliches ins Leben rufen, ein Stück Geschichte erzählen und damit auch Identität schaffen. Das war die Initialzündung zum Film «Der Zeit voraus», den wir im letzten Winter mit Zeitzeugen und Szenen aus dem Alltag in der Stiftung gedreht haben.

Wie gehen Sie allgemein vor, wenn es um Entscheidungen in der Zollinger Stiftung geht?

Wir fragen uns jeweils, wie würden Gustav und Marianne Zollinger, das Stiftungsgründerpaar, entscheiden, wenn sie heute noch lebten? Natürlich ist die Welt in der Zwischenzeit eine andere geworden. Da müssen wir uns auch anpassen. Die Menschen stehen bei uns in der Stiftung im Mittelpunkt, dennoch sind wir ein wirtschaftliches Unternehmen mit einem Umsatz von bis zu 25 Millionen Franken pro Jahr. Somit versuchen wir, jeweils auch mit einem wohlüberlegten Tempo zu planen.

Wie hat sich der Stiftungszweck – die Grundidee – über die Jahre verändert?

Die Menschen werden älter, und sie möchten immer länger zu Hause wohnen. Daher bieten wir vermehrt auch eine 24-Stunden-Pflege für zu Hause an. Somit wird der Aufenthalt in einem Pflegezentrum immer kürzer. Auch die Nachfrage an die Spitex wächst. Das 2021 neu gegründete Tochterunternehmen Cura Mia ergänzt das Angebot der Spitex mit individuellen Dienstleistungen. So kann sich eine Person zum Beispiel zu Hause Gesellschaft wünschen, sich vorlesen lassen oder bei alltäglichen Aufgaben unterstützt werden. Das geht über das Angebot der Spitex hinaus. Die Cura Mia bietet einen Rundumservice, der das Leben zu Hause im Alter vereinfachen kann.

Was liegt Ihnen bei der Zollinger Stiftung besonders am Herzen?

Wir möchten die Menschen ernst nehmen und mit der Zeit gehen. Das zeigt sich auch in der Architektur des Neubaus, wo wir mit Beton und mit Holz gearbeitet haben. Die Räume sind modern und hell gestaltet. Das würde man sonst vielleicht älteren Menschen gar nicht erst zumuten. Wir machen das – und den Leuten gefällt es.

Was wünschen Sie sich für das 50-Jahr-Jubiläumsfest am 1. Juli?

Natürlich schönes Wetter! Wir haben uns einen Strauss an bunten Ideen ausgedacht, vom Kinderschminken bis zum Blutdruckmessen. Ich wünsche mir pralles Leben im Park, wo sich Jung und Alt vergnügen und abends gemeinsam den Open-Air-Film schauen. Auch der Film «Der Zeit voraus» wird zu sehen sein.

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