Hier sollen Velos bald sicherer fahren
Zwischen Ettenhausen und Hinwil
Der Kanton will die Radweglücke auf der stark frequentierten Kantonsstrasse schliessen. Zudem sind neue Lichtsignale geplant, um Schleichwege unattraktiver zu gestalten.
Mit bis zu 80 km/h brausen die Autos und Lastwagen über die Kantonsstrasse zwischen Ettenhausen und Hinwil – und direkt an den Velofahrern vorbei. Einen Veloweg gibt es auf diesem Strassenabschnitt nicht. Dies, obwohl der Abschnitt im Velonetzplan des Kantons als Hauptverbindung gilt. Als weniger gefährliche Alternative diente bis jetzt der Umweg über Nebenstrassen.
Das will der Kanton nun ändern. Er plant, die Radweglücke entlang der Winterthurer- und der Hinwilerstrasse zu schliessen. Auch Fussgänger sollen vom Ausbau profitieren können. Denn für sie gab es bisher überhaupt kein Durchkommen entlang der viel befahrenen Hauptachse. Aktuell läuft die Projektauflage.
Millionenprojekt gemäss Strategie
Die Umsetzung des Bauprojekts, das auch eine Sanierung des gesamten Strassenabschnitts zwischen Ettenhausen und Hinwil sowie mögliche Werkleitungsarbeiten vorsieht, soll rund 12,8 Millionen Franken kosten. Es ist Teil der Strategie Strassennetz Wetzikon, die die Stadt gemeinsam mit dem Kanton erarbeitete und 2019 veröffentlichte. Die Strategie soll den zufliessenden Verkehr in die Stadt gezielt optimieren, steuern und lenken.
Die Finanzierung trägt grösstenteils der Kanton. Die Gemeinde Hinwil (127’000 Franken) und die Stadt Wetzikon (70’000 Franken) sollen sich für die nötigen Anpassungen an den kommunalen Strassen ebenfalls beteiligen.
Erlösung für Erlosen
Vorgesehen ist ein einseitiger, durchgehender und breiter Velo- und Gehweg zwischen Ettenhausen und Hinwil. Dadurch soll die Verkehrssicherheit gesteigert werden, wie das Tiefbauamt schreibt. Dazu beitragen sollen auch zwei neue Lichtsignalanlagen, die an den Kreuzungen mit der Kemptnerstrasse sowie der Erlosenstrasse geplant sind.

Eine schlechte Nachricht sind die Pläne des Kantons für jene pfiffigen Verkehrsteilnehmenden, die mit dem Schleichweg über Erlosen den Stau zu den Stosszeiten auf der Zürich- und der Rapperswilerstrasse zu umgehen versuchen. Der Kanton will mit den Massnahmen den Verkehr künftig auf der Hauptverbindungsachse zwischen Hinwil und Unterwetzikon halten.
«Um eine Verlagerung des Verkehrs zu erreichen, muss die Reisezeit künstlich verlängert werden», heisst es im Bericht des Tiefbauamts. Die Route über Erlosen soll deshalb «verkehrspsychologisch unattraktiv gestaltet werden». Dies soll durch kürzere Grünphasen für abbiegende Fahrzeuge geschehen.
Eine Speziallösung ist für die Feuerwehr Hinwil geplant, deren Stützpunkt gleich hinter der Kreuzung beim Burger King liegt. Sogenannte Feuerwehrphasen sollen garantieren, dass die Ausrückzeit im Ernstfall möglichst kurz bleibt.
Kein Rückstau erwartet
Die Gemeinde Hinwil äussert sich aktuell noch zurückhaltend zum Projekt. Sie erhoffe sich durch die neuen Ampeln eine Verbesserung der Situation beim Unfallschwerpunkt an der Kreuzung Winterthurer-/Kemptnerstrasse. Als Sofortmassnahme wurde an jener Stelle vor wenigen Tagen bereits eine Temporeduktion auf 60 km/h eingeführt. Gleichzeitig dürfe mit der zusätzlichen Lichtsignalanlage kein Schleichverkehr durch das Dorf entstehen.
Bedenken, dass sich Rückstaus bilden könnten, die den Durchgangsverkehr von der Oberlandautobahn her beeinflussen und die Kreuzung zwischen der Winterthurer- und der Zürichstrasse blockieren, hat die Gemeinde derzeit keine. Für den Weiler Erlosen erhofft sie sich indes eine Entlastung vom motorisierten Verkehr.
Baustart erst 2026
Auch die Baudirektion des Kantons Zürich schreibt auf Anfrage, dass die Lichtsignale so gesteuert würden, dass die Kreuzung frei bleibe. Sogenannte Detektionsschleifen im Boden messen dafür das Verkehrsaufkommen. Um längere Staus zwischen Hinwil und Wetzikon zu verhindern, seien die Lichtsignalanlagen zudem ortsübergreifend miteinander verbunden.
Die kantonalen Pläne liegen noch bis zum 17. Juli zur Einsicht auf. Der Baustart ist für Frühling 2026 vorgesehen. Inwiefern es während der Bauzeit zu Einschränkungen für den Verkehr kommen wird, ist noch nicht klar.