Ein Dorfklub wird 75 Jahre alt
Jubiläum des FC Hinwil
Der Hinwiler Fussballclub feiert Geburtstag. Schon immer war der Verein beschaulich, brachte aber auch einen bekannten Nati-Star hervor.
Seine Blütezeit erlebte der FC Hinwil Anfang des Jahrtausends. Zwei Saisons lang spielten die Oberländer in der 2. Liga interregional. Danach ging es allerdings schnell wieder abwärts. Auf den Höhenflug folgten zwei Abstiege in Folge. Heute spielen die Hinwiler wieder in der 3. Liga – und schlossen diese Saison knapp über dem Strich ab.
Pünktlich zum Jubiläum hat der FC Hinwil sein Erscheinungsbild aufgefrischt. Nicht nur die Sportanlage ist neu, seit letztem Jahr hat der Klub auch ein aufgehübschtes Logo. Ausgewählt wurde es in einem Onlinevoting, bei dem Mitglieder, Gönner und Sponsoren mitbestimmen konnten.
«Wir sind ein Dorfklub, der keine grösseren Ambitionen hat», sagt Werner Elmer trotzdem. Und er meint dies durchwegs positiv. «Wänggi», wie Elmer alle nennen, kennt den FC Hinwil wie kaum ein anderer. Während 50 Jahren nahm er verschiedene Funktionen im Verein wahr.
Ehrenpräsident und wichtige Anlaufstelle
Eingestiegen ist Elmer Ende der 1960er Jahre bei den A-Junioren, später war er unter anderem Leiter Spielbetrieb, Speaker und Präsident von 2001 bis 2011. Heute steht der 71-Jährige auf der eben erst eröffneten Sportanlage Hüssenbüel. «Hier habe ich mein halbes Leben verbracht», sagt er.

Das moderne Hüssenbüel inklusive Dreifachhalle teilen die Fussballer neuerdings mit anderen Vereinen. Elmer kann sich aber auch noch gut an jene Zeiten erinnern, als hier noch vieles einfacher war. Er lässt den Blick über den Rasenplatz mit der Laufbahn schweifen, der noch wie vor dem Umbau erhalten blieb. Zuvor war der Platz 1978 letztmals ausgebaut worden, erst in den 1990er Jahren folgte ein Garderobenanbau.
Prägend für den Verein
Elmer ist heute Ehrenpräsident und hat keine aktive Funktion im Verein mehr. «Eine wichtige Anlaufstelle für den Vorstand ist er aber geblieben», sagt der aktuelle Präsident Edgar Müller. «Die Familie Elmer hat den Verein über viele Jahre geprägt.» Elmers Frau kümmerte sich während 20 Jahren um den Kiosk auf dem Sportplatz.
Als Werner Elmer von der Würdigung des heutigen Präsidenten erfährt, ist ihm dies nicht ganz recht. Er verweist auf seine Vorgänger Emil De Boni (1969 bis 1973), Paul Hatt (1978 bis 1983) und Fredi Keller (1985 bis 2001). Von den ehemaligen Präsidenten habe er viel gelernt. Das Wissen über den Spielbetrieb, die Organisation und das Sponsoring wurde über Generationen im Verein weitergegeben.
Sowieso ist die Gemeinschaft ein zentrales Element. Als etwa 1999 das Nordostschweizer Schwingfest im Hüssenbüel zu Gast war, unterstützte der Verein die Organisatoren intensiv. «Ein super Fest», erinnert sich Elmer.
Von Hinwil auf die grosse Bühne
Miterlebt hat Werner Elmer auch das Wachstum des FC Hinwil. Im vergangenen Jahr hat der Klub die magische Zahl von 500 Mitgliedern überschritten. Für Neueintritte gibt es eine Warteliste.
«Fussball ist aktueller denn je», sagt auch FCH-Präsident Müller. Mitverantwortlich dafür sind Zugpferde wie Remo Freuler. Der Nationalmannschaftsspieler startete seine Karriere beim FC Hinwil. «Es ist grossartig, wenn einer den Durchbruch auf die ganz grosse Bühne schafft», sagt Müller stolz.

Werner Elmer hat Freulers Wechsel in die Jugendabteilung des FC Winterthur vor 16 Jahren eng begleitet und die Unterschrift unter den Vertrag gesetzt. Seit vergangener Saison spielt Freuler bei Nottingham Forest in der englischen Premier League, nachdem er zuvor sechseinhalb Jahre in der italienischen Serie A für Atalanta Bergamo aufgelaufen war. «Es ist wichtig zu sehen, was man auch aus einem kleinen Klub heraus erreichen kann», sagt auch Elmer.
Ab und zu stattet Freuler dem Hüssenbüel wieder einen Besuch ab. Er sei bis heute eng mit dem FC Hinwil verbunden, bestätigt Edgar Müller. Eben erst habe Freuler wieder ein Spiel der Seniorenmannschaft besucht, als er für die Nati-Zusammenkunft in der Schweiz gewesen sei.
Jubiläumsfest für die Bevölkerung
«Viele Spieler stammen aus einem Dorfverein – es muss nicht immer GC, der FCZ oder Winterthur sein», meint Müller. Der Fussball habe sich auch auf Amateurebene verändert, findet ebenfalls Werner Elmer. «Die Spieler sind viel athletischer, die Kraft spielt eine kleinere Rolle als früher.»
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Trotz vielen Veränderungen ist die Bedeutung des Fussballklubs für den Ort geblieben. «Gerade in Bezug auf die Integration passiert viel», sagt Elmer. Dies gelte aber für alle Vereine.
Auch Edgar Müller sieht einen grossen Stellenwert des Klubs für die Gemeinde. Trotzdem soll die geplante Feier zum 75-Jahr-Jubiläum nicht überdimensioniert ausfallen. «Es soll ein Fest für den Verein und die Hinwiler Bevölkerung werden.»
EHC Kloten tritt gegen Hinwil an
Der FC Hinwil feiert am Wochenende vom 23. bis 25. Juni sein 75-Jahr-Jubiläum. Am Freitag und Samstag findet das Schüler- und Dorfturnier auf der Sportanlage Hüssenbüel statt. Am Samstagabend stehen an einer Comedy-Night ab 20.30 Uhr Rob Spence, Sven Ivanic und Cenk auf der Bühne. Tickets sind im Vorverkauf erhältlich. Den Schlusspunkt setzt am Sonntag um 13 Uhr ein Showspiel zwischen der ersten Mannschaft des FC Hinwil und den National-League-Eishockeyprofis des EHC Kloten. Im Anschluss findet eine Autogrammstunde statt. (lel)