Wie Sie Rasen und Wiesen naturnah pflegen können
Für mehr Biodiversität
Wir haben 5 Tipps zusammengetragen, wie Sie mit zahlreichen Möglichkeiten zur Vielfalt der Natur beitragen können.
Mehr Biodiversität erreichen auf Rasenflächen – doch wie? Eine Frage, die viele Menschen im Siedlungsraum beschäftigt.
Wird die Grünfläche während vier bis fünf Stunden täglich für Spiel, Sport und Entspannung genutzt, ist ein Gebrauchsrasen sinnvoll. Bei geringerer Nutzung empfiehlt sich ein Blumenrasen. Für eine natürliche, wildere Optik sind Blumenwiesen oder Ruderalflächen ideal, für ein ruhiges Erscheinungsbild sind Blumenrasen die beste Wahl.
1. Gebrauchs- oder englischer Rasen

Aufgrund der intensiven Nutzung muss ein Gebrauchs- oder englischer Rasen regelmässig gemäht, bewässert, vertikutiert und gedüngt werden. Mit naturnaher Pflege kann erreicht werden, dass sich Wildkräuter und andere Gräserarten ansiedeln, die für mehr Vielfalt sorgen, ohne dass ein Nachteil für die Nutzung entsteht. Konkret bedeutet das:
- weniger oft mähen, sprich 15- statt 25-mal pro Jahr
- Mulchmähe einsetzen (düngt den Rasen direkt mit dem Schnittgut)
- organischen Dünger verwenden, Menge reduzieren
- auf Herbizide und Pestizide verzichten, Problempflanzen manuell entfernen
- Blumeninseln in weniger genutzten Bereichen anlegen
2. Blumenrasen

Bei naturnaher Pflege kann aus einem Gebrauchs- ein Blumenrasen werden, was jedoch mehrere Jahre dauert. Neben schnittverträglichen und robusten Gräsern wachsen auch Blumen und Wildkräuter.
- 4- bis 6-mal pro Jahr mähen, Rückschnitt auf höchstens fünf Zentimeter Höhe
- Schnittgut entfernen, da Mulch nährstoffreich ist
- nicht düngen, wässern oder vertikutieren
- keine Herbizide und Pestizide
3. Blumenwiese
Eine Blumenwiese wird deutlich höher als ein Blumenrasen und sollte möglichst nicht betreten werden. In der Regel muss sie einmal neu angelegt werden. Dabei wird auf möglichst magerem Boden eine Mischung aus regionalen Pflanzen angesät.
- 1- bis 3-mal pro Jahr mit Sense oder Balkenmäher schneiden
- alternierend Abschnitte stehen lassen
- geschnittenes Gras mehrmals wenden, dann abführen
- nicht düngen oder bewässern
- keine Herbizide oder Pestizide
4. Schotterrasen
Schotterrasen – nicht zu verwechseln mit Schottergärten – sind eine ökologische und befahrbare Alternative zu asphaltierten Flächen wie beispielsweise Parkplätzen. Sie werden auf versickerungsfähigen Böden aus Kies und Schotter angelegt und bieten niedrigen, anspruchslosen Gräsern, Kräutern sowie niedrigen Polsterpflanzen einen Lebensraum.
- höchstens 1-mal pro Jahr mähen
- invasive Neophyten entfernen, bevor sie sich versamen
- Gehölzpflanzen entfernen
- nicht düngen oder bewässern
- kein Streusalz verwenden
5. Ruralfläche

Auf Ruderalflächen wächst eine Vielfalt von Pflanzen, die auch extreme Bedingungen wie Trockenheit, wenig Nährstoffe oder starke Sonneneinstrahlung aushalten. Voraussetzung sind magere, durchlässige Böden.
- nicht düngen oder bewässern
- gelegentlich Pflanzen schneiden, aber nicht die gesamte Fläche mähen
- Teilflächen frei von Pflanzen halten
- regelmässig schnell wachsende, konkurrierende Pflanzen sowie invasive Neophyten entfernen
- alle 2 bis 3 Jahre Wandkies oder lehmhaltigen Sand aufschütten