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Warum ist der Pfäffikersee so knallgrün?

Wasserratten erlebten ein spezielles Phänomen am Pfäffikersee.

Der Pfäffikersee präsentiert sich in prachtvollstem Türkis. Warum?

Foto: Eleanor Rutman

Warum ist der Pfäffikersee so knallgrün?

Ferienfeeling in Seegräben

Baden wie in der Karibik: Der See wirkt so strahlend türkis wie das Meer in den Malediven. Das Phänomen kommt öfters vor. Was sind die Gründe?

Wer in den vergangenen Tagen im Pfäffikersee planschte, staunte nicht schlecht: Das Wasser strahlte so knallgrün wie das Meer in der Karibik – in milchigem Türkis. Das ist schön anzusehen, aber woran liegt dieses Phänomen? Wachsen im Pfäffikersee etwa zu viele Algen, die dem Gewässer Sauerstoff entziehen? Oder liegt es am Wind, der den Boden aufwirbelt?

«Der Pfäffikersee nimmt immer mal wieder diese Farbe an», sagt Colette Keller, die in der Badi Pfäffikon schon seit sieben Jahren als Betriebsleiterin tätig ist. Oft sehe der See vor einem Gewitter so aus.

Die Farbe eines Gewässers kann von vielen Faktoren beeinflusst werden: Algen, Mineralien, Sand oder Schlamm und andere Teilchen können das Wasser von Milchigweiss bis Türkisblau färben.

Zum Beispiel lässt ein weisser Sandboden ein Gewässer heller erscheinen – wie bei den Stränden in der Südsee. Wenn viele Teilchen aus Schlamm, Sand oder Gestein im Wasser schwimmen, brechen diese das Licht zusätzlich – somit kann die Oberfläche weisslich wirken.

Doch auch Pflanzen spielen eine Rolle: Viele Algenarten im Wasser können – wie die Pflanzen an Land – eine Photosynthese durchführen.

Wenn die Wassertemperaturen ansteigen

Beim Pfäffikersee ist vor allem ein Zusammenspiel von schwimmenden Teilchen, Photosynthese und Lichtverhältnissen am Werk: Zu viele Nährstoffe im See fördern das Algenwachstum. «Wenn dazu die Wassertemperaturen steigen, kann es vermehrt zur Ausfällung von Kalkpartikeln kommen», sagt Katharina Weber von der Medienstelle des Amts für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel). Sie entstehen durch die Photosynthese der Algen, die dem Wasser Kohlensäure entziehen.

Dieses Phänomen sei auch schon im letzten Juli zu beobachten gewesen. Am Wochenende war der See 21 Grad warm. Im Hochsommer klettert das Thermometer normalerweise auf 26 Grad hinauf. Dann nehme das Phänomen jedoch wieder ab, weil die Algen sich absenken würden, erläutert Pius Niederhauser, Gewässerbiologe der Abteilung Gewässerschutz.

Die Wasserqualität im Pfäffikersee sei nach wie vor gut, bestätigt Weber. Im Gewässerbericht des Awel steht: «Aktuell weist der See einen guten Zustand bezüglich Phosphor und Algen­menge auf, dennoch wird der Sauerstoff im Sommer in der Tiefe knapper.» Das bedeutet, dass Fischen dann weniger Lebensraum übrig bleibt.

Man muss sich am Pfäffikersee wegen der Blaualgen keine Sorgen machen.

Colette Keller, Betriebsleiterin der Badi Pfäffikon

«Auf eine Algenblüte deutet nichts hin», entschärft Weber. Sie entsteht, wenn sich eine Algenart unter bestimmten Bedingungen unglaublich stark vermehrt. Je nach Art und Farbe dieser Alge färbt sich das Wasser dann sogar braun oder rot.

Wasserratten können also getrost weiter planschen und sich wie am Meer fühlen. Der Pfäffikersee sei gut durchflossen, sagt Keller. «Deshalb muss man sich am Pfäffikersee auch wegen der Blaualgen keine Sorgen machen.» Diese hatten im letzten Jahr am Greifensee für Schlagzeilen gesorgt.

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