Warmschwimmen für die grosse Show
Schwimmclub in Feierlaune
Zum 50. Geburtstag ihres Vereins haben die Dübendorfer Synchronschwimmerinnen eine sportliche Feier auf die Beine gestellt. Dabei spielt auch Michael Jacksons Handschuh eine Rolle.
Was zu Beginn wie ein grosses Gewusel von Köpfen wirkt, die aus dem Wasser ragen, weicht dem Bild von gleichmässig treibenden Schwimmerinnen, die mit ihren Körpern ein «Blumenmuster» beschreiben. Pfiff auf Pfiff verändern sie ihre Position, um eine neue Figur zu kreieren. Dies alles in einer atemberaubenden Präzision und in hohem Tempo.
Wir befinden uns beim Lehrschwimmbecken Stägenbuck in Dübendorf mitten in einer Probe der Synchronschwimmerinnen für ihre grosse Jubiläumsshow. Die rund 70 Teilnehmerinnen sind in zehn Gruppen aufgeteilt, von den «Basics» bis zu den «Masters».
Reise durch die Jahrzehnte
In seinem Gründungsjahr 1972 war der Schwimmclub Dübendorf noch unterteilt in die Disziplinen Schwimmen, Wasserball, Rettungsschwimmen und Synchronschwimmen.
Letzteres war damals noch eine reine Männerdomäne. Ganz im Gegensatz zu heute, wo die Aktiven allesamt weiblich sind.
Mit den Jahren verschwanden die anderen Disziplinen, sodass der Club heute nur noch aus den Synchronschwimmerinnen besteht. Deshalb heisst der Verein heute neu Artistic Swimming Dübendorf.





Doch zurück ins Becken: Die Schwimmerinnen nehmen das Publikum mit auf eine Zeitreise durch die 50 bewegten Jahre des Clubs. Die gezeigten Küren wirken mal actiongeladen, mal poetisch, dann wieder humorvoll, etwa wenn ein Elefant ums Schwimmbecken schreitet und die quirligen Affen beim Wassertanz beobachtet.
Es wurden viele tänzerische Elemente eingebaut, die auch ausserhalb des Beckens für ein anmutiges und stimmiges Gesamtbild sorgen. Teils aufwendige Kostüme und zur jeweiligen Zeitepoche passende Musik lassen den Zuschauer eintauchen in die jeweilige Welt.
So tragen alle Schwimmerinnen zu Michael Jacksons «Billie Jean» einen weissen Handschuh, zum Samba tauchen sie mit paillettenbesetzten Badekleidern und Netzstrümpfen ins Wasser ein.
Show als Hochzeitsgeschenk
Mit den Showacts werden die Eckpunkte der vergangenen Vereinsjahrzehnte aufgegriffen: Viele der Küren wurden bereits an früheren Shows gezeigt, einige Küren jedoch wurden extra für die Jubiläumsaufführung neu geschrieben.
Einen besonderen Bezug haben die Mitglieder zur «Ewigi Liebi»-Kür. «Das war das Hochzeitsgeschenk für eine unserer Schwimmerinnen», erinnert sich Corina Bauer vom Show-OK strahlend. «Auf ihren Wunsch haben wir die Kür der versammelten Hochzeitsgesellschaft vorgeführt.»






Die Synchronschwimmerinnen sind froh, wieder in «ihrer» Schwimmhalle trainieren zu können, mussten sie doch von Anfang Dezember bis Ende Februar auf Alternativen ausweichen. Der Stadtrat hatte die vorübergehende Schliessung des Lehrschwimmbeckens als Energiesparmassnahme beschlossen.
«Es war eine sehr anstrengende Zeit», resümiert Sportchefin Stephanie Zürcher. «Wir mussten verschiedene Ausweichmöglichkeiten organisieren.» In Dietlikon, Bassersdorf, Stettbach und Fehraltorf konnte der Verein im Wasser trainieren, im Dübendorfer Schulhaus Birchlen konnten Trockenübungen durchgeführt werden.
Die Schwimmbäder in Dietlikon und Bassersdorf sind öffentlich, und so gab es gemäss Zürcher immer wieder spontan Zuschauer, die das Training interessiert mitverfolgten: «Ein Bademeister meinte, wir könnten gerne jederzeit wiederkommen», erinnert sie sich lächelnd, «unser Training sei eine willkommene Abwechslung.»
Oldies but Goldies
Dass man Synchronschwimmen bis ins hohe Alter ausüben kann, beweist die «Mastersklasse»: Die älteste Schwimmerin ist 82-jährig, zwei weitere sind ebenfalls über 80. In ihren besten Jahren konnten einige der heute noch aktiven Damen gar eine Weltmeisterschaft bestreiten.
Holly Weiss ist seit über 40 Jahren beim Dübendorfer Verein dabei und trainiert das illustre Frauengrüppchen. «Ich bin bis heute eine Wasserratte», beschreibt sie ihre ungebrochene Freude an dieser Sportart, «bei jedem Training bin ich selbst im Wasser aktiv.» Bei ihrer Kür beweisen die rüstigen Damen mit geschmeidigen und fliessenden Bewegungen, dass sie noch lange nicht zum alten Eisen gehören.
