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Kampf der Traktoren in Hittnau

Getreu dem Motto: Hast du keine Chance, so habe wenigstens einen Plan – stürzen sich die Macher vom Motorsportclub ins nächste Abenteuer.

Welcher Traktor ist der stärkste? Eine Aufnahme vom Tractor Pulling in Dürnten 2014. (Archiv)

Foto: Renato Bagattini

Kampf der Traktoren in Hittnau

Nachfolger der Oldtimerclassic

Der Motorsportclub Hittnau plant im Sommer 2024 den nächsten Grossanlass: einen Tractor-Pulling-Wettkampf. Die Durchführung ist aber noch nicht ganz sicher.

Seit über einem Jahr ist klar: Die Oldtimerclassic Hittnau wird es nicht mehr geben. Doch nun ist auch bekannt, dass der Motorsportclub (MSC) Hittnau einen Ersatz oder zumindest eine Nachfolgeveranstaltung plant.

Rund 10’000 Motorsportfans hatten sich jeweils bei den alle zwei Jahre stattfindenden Oldtimerclassic-Anlässen versammelt, um die Oldtimerautos, -flugzeuge und -motorräder zu bewundern.

«Wir wollen für eine ähnliche Zahl bereit sein», sagt Christoph Hitz, Präsident des MSC. «Wir wären beim ersten Mal aber auch mit 5000 Besuchern zufrieden.»

Für Profis und Anfänger

Geplant ist ein Tractor-Pulling-Event – ein Motorsport, bei dem ein mit Gewichten beladener Wagen von einem Traktor so weit wie möglich gezogen werden muss. Die Strecke ist 100 Meter lang und 10 Meter breit.

Dabei zieht ein Traktor ein Gewicht auf einem Anhänger, der durch Gewichtsverlagerung während der Fahrt immer «schwerer» wird – somit erhöht sich der Widerstand bis auf neun Tonnen.

Dadurch werden die Traktoren irgendwann so stark abgebremst, dass entweder der Motor abgewürgt wird oder die Antriebsräder durchdrehen. Wer am weitesten kommt, gewinnt.

Oldtimerclassic
Das Festgelände der Oldtimerclassic Hittnau. (Archiv)

Der Anlass steht jedem offen, der einen Traktor besitzt und fahren darf. «Im Normalfall gehen die Fahrzeuge beim Wettkampf auch nicht kaputt.» Natürlich gebe es auch bei dieser Sportart bereits Profis, die ihre Fahrtechnik perfektioniert hätten.

Da im Rahmen der Veranstaltung auch eine Schweizer Meisterschaft vorgesehen ist, rechnet Christoph Hitz mit Teilnehmern aus dem ganzen Land. «Dazu vielleicht noch einige aus dem näheren Ausland – aber der grösste Teil dürfte aus der Region kommen.»

Auf dem Bild zu sehen ist Christoph Hitz, Präsident des Motorsportclubs Hittnau.
Christoph Hitz, Präsident des Motorsportclubs Hittnau, hofft, im nächsten Jahr wieder einen Event durchführen zu können. (Archiv)

Noch ist Hitz verhalten, was die Vorfreude angeht. Zwar hat die Gemeinde Hittnau bereits grünes Licht gegeben, aber weitere Bewilligungen, die für die definitive Durchführung des Wettkampfs nötig sein dürften, stehen noch aus.

Gerade in Sachen Goodwill des Kantons ist der MSC Hittnau ein gebranntes Kind. Der Grund, weshalb die Oldtimerclassic nicht mehr durchgeführt werden kann, ist ein Bauprojekt des Kantons (siehe Box).

«Wir lassen uns nun durch einen Profi von einer Fachstelle beraten, um alle nötigen Unterlagen für eine erfolgreiche Durchführung bereitzustellen», sagt der MSC-Präsident.

Das Ende der Oldtimerclassic

Auf der Tösstalstrasse zwischen Hittnau und Saland, die jeweils als Rennstrecke für die Oldtimerclassic diente, wurde aus Gründen der Verkehrssicherheit eine permanente Fussgängerinsel gebaut.

Genau auf dieser Geraden befanden sich Start und Ziel für die Rennen. Die Insel verhindert die Beschleunigung an der entscheidenden Stelle. Zudem stellt sie ein Sicherheitsrisiko für die Fahrer dar. Auf den vom MSC vorgeschlagenen Kompromiss einer demontierbaren Insel ist der Kanton nicht eingegangen.

Sogar die Gemeinde Hittnau hatte sich für die Oldtimerclassic eingesetzt und einen Rekurs gegen den Entscheid des Kantons beim Baurekursgericht eingereicht. Dieses entschied jedoch zugunsten des Kantons. Deshalb wurden die Rennen 2018 das letzte Mal durchgeführt.

Zudem gehe es momentan um eine Risikoabwägung. «Wären wir als Verein bereit, im schlimmsten Fall einen sechsstelligen Betrag zu verlieren, wenn die Veranstaltung etwa wegen des Wetters ein Reinfall werden sollte?», fragt Hitz. «Denn finanziell wäre ein solches Loch für den MSC existenzbedrohend.»

Im Verein habe man sich seit dem Aus der Oldtimerclassic überlegt, was man Neues auf die Beine stellen könnte. «Uns allen war klar, dass wir in Hittnau wieder einen Anlass organisieren wollen.»

Die Idee eines Tractor-Pulling-Events sei in den 1980er Jahren erstmals aufgetaucht, damals aber aus organisatorischen Gründen verworfen worden.

Oldtimerclassic
Der «Hittnau International Airport» soll wieder in Betrieb genommen werden. (Archiv)

Der MSC ist nun in Kontakt mit der Schweizer Tractor-Pulling-Vereinigung, die bei der Organisation tatkräftig mithelfen würde. Wie bei der Oldtimerclassic soll es aber nicht nur am Boden, sondern auch in der Luft ein Programm geben.

«Wir wollen den ‹Hittnau International Airport› analog zur Oldtimerclassic wieder in Betrieb nehmen», sagt Christoph Hitz. Zudem habe man bei der Patrouille Suisse noch «etwas zugute», wie er es ausdrückt.

Die Fluggruppe hätte nämlich 2020 beim 50-Jahr-Jubiläum des MSC fliegen sollen, die Zusage dafür hatte man bereits in der Tasche. Doch diese zwölfte Ausgabe der Oldtimerclassic musste pandemiebedingt verschoben werden, danach kam das offizielle Aus. «Wir haben die Patrouille Suisse bereits wieder angefragt», sagt Hitz.

Oldtimertreff am Wochenende

Dass alles, was mit Motorsport zu tun habe, momentan einen schweren Stand habe, sei dem MSC bewusst. «Darum planen wir eine CO2-neutrale Veranstaltung durch Kompensationszahlungen – zumindest, was das Tractor Pulling und die Flugshows betrifft.» Denn 90 Prozent der Emissionen würden bei so einem Grossanlass ohnehin durch die Zuschauer verursacht.

Tractor-Pulling-Fans müssen sich allerdings noch etwas gedulden. Die Veranstaltung ist erst für den 3. und 4. August nächsten Jahrs geplant. Bereits dieses Wochenende, am 17. und 18. Juni, ist hingegen jeweils ab 10 Uhr auf der Hirschenwis in Hittnau das alle zwei Jahre stattfindende Oldtimertreffen des MSC angesagt.

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