Restaurant nun auch am Sonntag geschlossen
Trübe Aussichten am Bachtel
Die neuen Öffnungszeiten des «Bachtel-Kulm» dürften erneut für Gesprächsstoff sorgen. Doch der Wirt hat gute Gründe für den Rückzug auf Raten.
Seit Anfang dieses Jahrs wirtet Aco Rastoder auf dem Bachtel. Seither hat er bereits viel erlebt. Neben dem maroden Haus macht ihm vor allem die schwer kalkulierbare Gästezahl zu schaffen.
Und darum ist das «Bachtel-Kulm» seit Kurzem montags und sonntags geschlossen. Ungewöhnlich für ein Ausflugsziel dieser Kategorie. Vor allem der Sonntag.
Aber Rastoders Argumente dafür klingen zumindest vordergründig plausibel. Da an Sonntagen ein Fahrverbot auf den Bachtel gelte, sei bei Schlechtwetter «hier oben wenig los», meint der Wirt.
Und dieses Verbot wirke sich insbesondere aufs Abendgeschäft aus. Da wolle niemand mehr zu Fuss ins Restaurant hochkommen. Bei schlechtem Wetter seien es dann nur noch durchschnittlich etwa 30 Gäste.
Ich muss so schon 1000 Franken mehr zahlen, damit überhaupt jemand hier oben arbeitet.
Aco Rastoder, Bachtel-Wirt
Hingegen kämen bei «normalem» Wetter schnell einmal 100 bis 200, die im Restaurant und auf der Terrasse bedient würden. Bei Sonnenschein steigt diese Zahl auf 250 Personen pro Tag. Und bei Prachtwetter – oben sonnig, im Unterland neblig – hat er auch schon über 1000 Besucher gezählt.

Doch der Gästemangel ist nur ein Grund für die verkürzten Öffnungszeiten. Denn auf dem Bachtel ist auch der Fachkräftemangel spürbar.
«Ich muss so schon 1000 Franken mehr pro Monat zahlen, damit überhaupt jemand hier oben arbeitet», sagt Rastoder. Die lange Anreise und die manchmal schwierige Heimreise – etwa im Dunkeln und bei Nebel – seien der Grund dafür.
Ein Hintertürchen bleibt offen
Dazu stünden den Angestellten zwei freie Tage pro Woche zu. Und zusätzliches beziehungsweise neues Personal zu finden, sei derzeit irgendetwas zwischen schwierig und illusorisch.
Doch ein Hintertürchen lässt sich der Bachtel-Wirt dennoch. «Bei schönem Wetter werden wir zwischen 10 und 16 Uhr geöffnet haben», so Rastoder.
Entscheiden werde er das jeweils am Morgen um 8 Uhr. Via Google könnten Kunden das dann im Vorhinein checken.
Ein Wermutstropfen bleibt dennoch. Angeboten werden an solchen offenen Sonntagen nur einfachere Gerichte. Den Gästen wird es vermutlich egal sein. Hauptsache, es gibt überhaupt etwas zur Stärkung.
