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Katholische Kirchenpflege tritt geschlossen zurück

Der Rücktritt ist nicht der erste in der jüngsten Vergangenheit. Damit halten die Unruhen in der Tösstaler Gemeinde an.

Sie traten einst an, um es besser zu machen: Thomas Lanter junior, Präsident Christian Palm und Roland Bischofberger. Jetzt treten sie von ihren Ämtern in der katholischen Kirchenpflege Zell zurück. (Archiv)

Foto: Bettina Schnider

Katholische Kirchenpflege tritt geschlossen zurück

Knall in Zell

Die Unruhen bei der Katholischen Kirche in Zell halten an. Nach 2021 kommt es bereits wieder zu Rücktritten. Die Gründe dafür sind vielfältig.

Die katholische Kirch in Zell kommt nicht zur Ruhe. Im Gegenteil: Jetzt kommt es zur veritablen Eskalation. So kommt es zu einem geschlossenen Rücktritt der katholischen Kirchenpflege. Das ist einer Mitteilung zu entnehmen. Der Grund dafür? «Altlasten und intransparente Verantwortung».

Schon bei der Übernahme des Amtes sei klar gewesen: Es gebe vieles aufzuarbeiten. «Dass die Menge doch so gross und vor allem der kirchliche Widerstand so hoch ist, hatte die jetzige Kirchenpflege nicht erwartet», schreibt der zurücktretende Präsident Christian Palm.

Viele Überbleibsel seien darin begründet, dass die vorangegangenen Kirchenpflegen Geschäfte nicht bearbeitet oder die Umsetzung dem jeweiligen Pfarrer überlassen hatte.

Reibereien bis vors Winterthurer Bezirksgericht

Zwar sei im «Dualen System» der katholischen Kirche vorgesehen, dass sich zwei gleich berechtige Partner die Aufgaben im kirchlichen Leben teilen. In der Praxis aber beanspruchten die kirchlichen Vertreter oftmals die Entscheidungshoheit, ohne aber die hieraus erwachsenden Konsequenzen zu tragen. Letztlich seien aber die Kirchenpflegen verantwortlich und müssten sich – wie mehrfach geschehen – juristisch für das Handeln des Pfarrers verantworten.

Schon bei mehreren Vorgängern habe dies zu Reibungen geführt. Letztmalig im letzten Sommer vor dem Winterthurer Bezirksgericht. «Auch während unserer Amtszeit rissen die Fälle von Übergriffen der kirchlichen Seite in den Aufgabenbereich der Kirchenpflege nicht ab», schreibt Palm. «Trotz mehrerer Anläufe ist es uns nicht gelungen, die pfarreiliche Seite in eine gleichberechtigte Entscheidungsfindung, entsprechend dem dualen System, einzubinden.» Hier brauche es dringend klare Kompetenzabgrenzungen zwischen der pastoralen und staatskirchlichen Verantwortung.

Enttäuscht zeigt sich die jetzige Kirchenpflege aber auch davon, dass das Budget mehrfach abgelehnt wurde. Hieran hätten sich auch ehemalige Mitglieder der Kirchenpflege aktiv beteiligt. Einen Hinweis darauf geben, was denn zu korrigieren sei, wollten sie aber nicht.

Streit mit RPK vor zwei Jahren

Nicht zuletzt die mangelnde Bereitschaft bei Synodalrat, Aufsichtskommission oder auch dem Generalvikar, die bestehenden Probleme anzugehen, zeigten: «Die Kirche tut sich schwer mit Transparenz und der Bereitschaft, ihre Strukturen zeitgemäss anzupassen.» Vor diesem Hintergrund habe sich die Kirchenpflege entschieden, zeitnah zurückzutreten.

Die Unruhen in der Kirchgemeinde gehen damit weiter. Denn erst vor anderthalb Jahren war die damalige Kirchenpflege zurückgetreten aufgrund Streitigkeiten mit der Rechnungsprüfungskommission. Dieser hatte Palm angehört.

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