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Das sind die schönsten Geissen im Oberland

Am Samstag präsentierten die Oberländer Züchter ihre besten Tiere. Die neuen «Miss und Mister Züri Oberland» kommen vom selben Hof.

An der Ziegenschau in Fehraltorf wurden am Samstag die schönsten Tiere der Region vorgeführt.

Foto: Paulo Pereira

Das sind die schönsten Geissen im Oberland

Fehraltorf im Ziegenfieber

Bei der traditionellen Ziegenschau präsentierten die Züchterinnen und Züchter aus der Region ihre besten Tiere. Der Höhepunkt war die Kür des Gewinnerpaars.

Das Gemecker ist schon von Weitem zu hören. Doch die Anwesenden in Fehraltorf äussern damit nicht etwa ihren Unmut. Im Gegenteil: Sie sind am Samstag alle herausgeputzt und in ihrem schönsten Kleid erschienen. Einige mit Kurzhaarschnitt, andere strahlen mit ihren lässigen und zotteligen Haaren eine gewisse Coolness aus. Auch die Bärte sind an diesem Tag besonders chic.

Aber eben: Gemeckert wird trotzdem. Schliesslich gehört es zum Naturell der über 110 Geissen und Böcke aus sieben verschiedenen Rassen, die von neun Züchterinnen und Züchtern aus den Kantonen Zürich und Schaffhausen an die Ziegenschau vor dem Heiget-Huus gebracht wurden.

Eine Geiss sollte schön und vielseitig sein.

Ruedi Bachmann, Präsident Ziegenzuchtverein Züri Oberland

Am jährlich stattfindenden Stelldichein der regionalen Ziegenhaltenden werden die Tiere von Experten beurteilt und mit Punkten bewertet. Die Punktanzahl wird anschliessend ins offizielle Herdenbuch eingetragen. Jene Tiere mit den besten Bewertungen werden künftig bei der Zucht bevorzugt. «Eine Geiss sollte schön und vielseitig sein, gut auf den Beinen stehen und eine hohe Milchleistung bringen», erklärt Ruedi Bachmann, der Präsident des organisierenden Ziegenzuchtvereins Züri Oberland.

Vereinspräsident Ruedi Bachmann posiert mit einer Gämsfarbigen Gebirgsziege.
Ruedi Bachmann hält Gämsfarbige Gebirgsziegen und ist Präsident des Ziegenzuchtvereins Züri Oberland.

Auf dem Platz herrscht eine lockere Atmosphäre. Man kennt und schätzt sich. Neben dem ernsten Hintergrund gehört zur Ziegenschau jeweils auch ein Rahmenprogramm. Bei sonnigem Wetter verköstigen sich die Besucherinnen und Besucher an einer Festwirtschaft und probieren am Stand des Geissehofs Bäretswil Ziegenkäse und -würste sowie weitere Spezialitäten aus Ziegenmilch. Eine «Gumpiburg» sorgt für etwas Abwechslung bei den ganz Jungen, die genug vom Streichelzoo haben.

Innerhalb des Zürcher Verbands ist der Ziegenzuchtverein Züri Oberland der grösste. Rund 400 Tiere sind registriert. Gemessen an der gesamten Nutztierhaltung im Kanton Zürich sei dies zwar immer noch ein kleiner Anteil, sagt Vereinspräsident Ruedi Bachmann, «aber wir sind auf dem Vormarsch».

Starke Zunahme des Ziegenbestands

Dies bestätigt auch der Agrarbericht des Bundesamts für Landwirtschaft von 2022. Während die Nutztierbestände von Kühen, Schweinen oder Schafen schweizweit in den vergangenen 20 Jahren abnahmen, stieg der Gesamtbestand der Ziegen um 25,6 Prozent auf über 82’000 Tiere im Jahr 2021.

Eine Ursache für die zunehmende Popularität der Ziegenhaltung sieht Ruedi Bachmann im tiefen Kuhmilchpreis – obwohl dieser in den letzten Jahren wieder leicht anstieg. Viele Bauern hätten deshalb mit der klassischen Milchwirtschaft aufgehört. Ziegen seien da eine willkommene Alternative, um weiterhin etwas Käse produzieren und die eigenen Produkte unter die Leute bringen zu können.

Gämsfarbige Gebirgsziegen am beliebtesten

Dadurch stehen auch die Ziegenschauen vor einer soliden Zukunft. Innerhalb von zwei Jahren müssen die Züchter ihre Tiere einmal vorführen, sonst fallen sie aus dem Herdenbuch. «Ziegenschauen sind immer noch wichtig, vor allem für die Zuchtvereine», sagt deshalb Vereinspräsident Bachmann. Er selbst hält auf seinem Winterthurer Hof Gämsfarbige Gebirgsziegen. Jene Rasse, die auch in Fehraltorf am häufigsten vertreten war.

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Für die Rasse entschieden habe er sich vor allem wegen des Aussehens. Saanenziegen, nach den kastanienbraunen Gämsfarbigen Gebirgsziegen die zweitbeliebteste Rasse in der Schweiz, würden zwar etwas mehr Milch geben, aber es sei wie bei der Wahl eines Autos: «Die Farbe gefällt mir am besten. Daran habe ich Freude», sagt der Ziegenhalter.

Kür von Miss und Mister Züri Oberland

Gefallen gefunden an besonders schönen Ziegenexemplaren haben auch die zwei Experten in Fehraltorf. Während die komplettesten und am besten bewerteten Tiere nach der Mittagspause nochmals dem Publikum vorgeführt werden, küren die Fachmänner die Siegerinnen in jeder Rasse und erklären ihre Entscheide.

Und schliesslich erfolgt die Bekanntgabe der schönsten Geiss und des imposantesten Bocks. Den Titel «Miss und Mister Züri Oberland» tragen ab sofort die zwei Gämsfarbigen Gebirgsziegen Kuba und O’Kaliber. «Das ist ein schöner Lohn für die Arbeit während des ganzen Jahrs», freut sich Züchter Sandro Gmür aus Bietenholz, dem beide Tiere gehören. Belohnt wird das Gewinnerpaar mit einem besonders hübschen Geisseglöggli.

Das sind die häufigsten Ziegenrassen in der Region

Gämsfarbige Gebirgsziege

Eine Gämsfarbige Gebirgsziege im Profil.
Die reh- bis kastanienbraunen Gämsfarbigen Gebirgsziegen sind gemäss Rassenstandards des Schweizerischen Ziegenzuchtverbands mittelgross und tragen ein kurzes und glattanliegendes Fell. Ihre Bezeichnung haben sie jedoch nicht wegen ihrer Fellfarbe erhalten, sondern wegen des schwarzen Aalstrichs, der sich über ihren Rücken zu zieht und jenem der Gämsen ähnelt. Einen Bart tragen die Ziegen normalerweise nicht, oft haben sie auch keine Hörner. Die Gämsfarbigen Gebirgsziegen sind in der Schweiz am weitesten verbreitet. Diese Tatsache ist vor allem auf ihre hohe Milchleistung zurückzuführen. Ursprünglich stammt die Rasse aus den Kantonen Graubünden und Bern.

Saanenziege

Eine Saanenziege im Profil.
Saanenziegen gehören zu den grösseren Tieren ihrer Art. Sie tragen meistens keine Hörner und haben ein weisses und glattes Kurzhaarfell. Wie es der Name schon vermuten lässt, stammt die Rasse ursprünglich aus dem Saanenland und dem Obersimmental im Kanton Bern. Inzwischen sind die Tiere aber in der ganzen Schweiz anzutreffen. Auch sie erfreuen sich aufgrund ihrer hohen Milchleistung grosser Beliebtheit bei Züchterinnen und Züchtern. Die Saanenziege gilt als ruhig und friedfertig.

Bündner Strahlenziege

Eine Bündner Strahlenziege im Profil.
Die namensgebenden «Strahlen» trägt die anthrazitfarbene bis schwarze Bündner Strahlenziege mitten im Gesicht: Eine weisse Kopfzeichnung verläuft von der Nase bis zu den ebenfalls weissen Ohren. Aus dem Namen abzuleiten ist auch die Herkunft der Rasse aus dem Kanton Graubünden. Strahlenziegen gelten als trittsicher, besonders robust und widerstandsfähig. Das Fell der mittelgrossen Ziegen ist ebenfalls glatt und kurz.

Pfauenziege

Eine Pfauenziege im Profil.
Auch die Pfauenziege stammt aus dem Kanton Graubünden. Ihre Bezeichnung leitet sich von den sogenannten «Pfaven» her, den typischen schwarzen Flecken auf dem Nasenrücken und auf den Wangen. Ihr kurzes bis mittellanges Fell ist schwarz und weiss. Die Pfauenziege ist auch in unwegsamem Gelände flink unterwegs, wodurch sie auch schwer zugängliche Flächen erreichen kann. Die Rasse ist mittelgross und trägt meistens Hörner.

Walliser Schwarzhalsziege

Eine Walliser Schwarzhalsziege im Profil.
Sie wirken manchmal so, als hätten sie unter ihren langen und zotteligen Fellhaaren nicht ganz den Durchblick. Besonders auffallend sind auch die weiteren Markenzeichen der Walliser Schwarzhalsziege: die grossen Hörner und die scharfe, farbliche Trennung des schwarz-weissen Fells ungefähr in der Mitte des Körpers. Die Hochgebirgsziege kann sich auch in steilem Gelände gut bewegen, die langen Fellhaare sollen sie dabei vor Wind und Wetter schützen.

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