Neue Pläne für Biketrails im Zürcher Oberland
Ausgebautes Streckennetz
Der Verein ZO-Biketrails will mittelfristig das Wegnetz und die Infrastruktur für Mountainbiker in der Region erweitern. Konflikte mit anderen Ausflüglern sollen dabei möglichst vermieden werden.
Von Mountainbikern geliebt, von Wanderern teilweise verachtet: Biketrails stossen nicht überall auf gleich viel Anklang und lösten in der Vergangenheit immer wieder Konflikte aus. Ein neuer Verein will sich nun für eine bessere Mountainbike-Infrastruktur im Zürcher Oberland einsetzen und gleichwohl die wandernden Ausflügler nicht ausser Acht lassen.
Die Mountainbike-Infrastruktur in der Region hinke den Bedürfnissen hinterher und müsse verbessert werden, schreibt der Verein Zürioberland-Biketrails in einer Mitteilung. Es gelte deshalb, aktiv die aktuellen und künftigen Herausforderungen anzugehen.
Konfliktfreies Nebeneinander
Gegründet wurde der Verein bereits im Dezember 2022, Mitte April fand nun die erste Generalversammlung statt. Das Ziel sei es, sich für ein ausgewogenes und attraktives Biketrail-Netz einzusetzen, das den Bedürfnissen der lokalen Biker und Bikerinnen gerecht werde und den Naherholungstourismus fördere, heisst es in der Mitteilung weiter. Das Angebot solle sich in erster Linie an die Sporttreibenden im Zürcher Oberland richten.
Zentral sei dabei ein konfliktfreies Nebeneinander von Bikern und anderen Erholungsuchenden, dazu gehöre auch der Einbezug der Bedürfnisse von weiteren Interessengruppen wie Forstwirtschaft, Landwirtschaft, Jagd oder Naturschutz.
Ansprechpartner in der Region
Gelingen soll dieser Interesseneinbezug durch den Einsatz von Gebietszuständigen, die zu Ansprechpartnern für Behörden, Land- und Waldbesitzer sowie weitere Interessenvertreter werden sollen, wie ZO-Biketrails schreibt. Der achtköpfige Vorstand sei so zusammengesetzt, dass möglichst alle Teilregionen des Zürcher Oberlands vertreten seien.
Der Verein beruft sich in seinem Anliegen auf das neue Veloweggesetz, das Bund und Kantone explizit verpflichtet, auch für den Freizeit- und Sportbereich Infrastruktur bereitzustellen. Das Gesetz trat Anfang dieses Jahrs in Kraft. Im Kanton Zürich seien bereits Arbeiten zur Bestands- und Bedarfserhebung von Mountainbike-Infrastruktur angelaufen, heisst es weiter.
Biketrail-Netz soll entstehen
Mittelfristig soll im Rahmen des Projekts «Biketrail-Netz Züri Oberland» aufzeigt werden, wie ein offizielles Mountainbike-Netz in der Region aussehen und funktionieren könnte. Das Zürcher Oberland solle seinem Ruf als Bikegebiet gerecht werden. Dazu gehöre auch, dass die Politik die vielen Sportlerinnen und Sportler berücksichtige, die auf dem Mountainbike unterwegs seien.
Als Grundlage will der Verein ZO-Biketrails nun eine fundierte Bestandsaufnahme vorhandener und genutzter Wege und Trails sowie weiterer Bike-Infrastruktur machen. Dies soll unter Einbezug der verschiedenen Interessengruppen geschehen, mit dem Ziel, konkrete bauliche und betriebliche Massnahmen für ein Wegnetz und spezifische Infrastruktur aufzuzeigen. Zudem sollen Lösungsvorschläge für eine regionale Organisationsstruktur, Finanzierung und Koexistenz erarbeitet werden.
Das Projekt soll mehrheitlich durch Beiträge der Neuen Regionalpolitik des Bunds ermöglicht werden. Diesbezüglich habe der Verein ZO-Biketrails bereits ein Gesuch bei der Standortförderung Zürioberland eingereicht. Eine Zusage würde den Startschuss für die Ausarbeitung des Konzepts bedeuten. Der Verein erwartet den Bescheid noch in diesem Frühsommer.