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Das bedeutet die neue Postautolinie für die Beteiligten

Mit dem Postauto vom Tösstal über die Hulftegg ins Toggenburg – ab Samstag ist das möglich. Drei Teilnehmer erzählen, wie sie die erste Fahrt erlebt haben.

Nächster Halt Hulftegg: Gemeinderat Hans Lazzarotto (SVP), Postautochauffeuse Edith Brunner und Wirt Andreas Kalberer (von links) freuen sich über die neue ÖV-Verbindung.

Foto: Noah Salvetti

Das bedeutet die neue Postautolinie für die Beteiligten

Neue ÖV-Verbindung im Tösstal

Ab Samstag bringt das Postauto Wanderer und Ausflügler neu auch von Steg aus zum beliebten Ausflugsziel Hulftegg. Drei Stimmen zur neuen Linie, die am Dienstag feierlich eingeweiht wurde.

Der Hulftegg-Pass verbindet nicht nur das Tösstal mit dem unteren Toggenburg im Kanton St. Gallen, er ist auch ein beliebtes Ausflugsziel. Etwa für Ausflügler, die von hier aus aufs Hörnli wandern.

Bisher war die Passhöhe mit dem öffentlichen Verkehr nur von der St. Galler Seite her zu erreichen. Wer ab Zürcher Boden auf den «Hoger» wollte, musste eine Oldtimerrundfahrt beim Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland (DVZO) buchen oder mit dem privaten Auto anreisen.

Das ändert sich nun – ab Samstag verkehrt die Postautolinie 766 jeweils von Mai bis Oktober am Wochenende und an Feiertagen von Steg auf die Hulftegg und von dort aus weiter nach Bütschwil.

Die neue Verbindung soll helfen, Reisende vom Auto auf den ÖV zu verlagern und so die Parkplatzprobleme zu entschärfen. Am Dienstag hat die Einweihung der Linie stattgefunden.

Reaktionen zur neuen Linie von Steg auf die Hulftegg

Edith Brunner, Postautochauffeuse

Man sieht eine Frau mittleren Alters in Dienstkleidung vor einem Linienbus.
Edith Brunner arbeitet seit 2009 als Postautochauffeuse.

«Als mich mein Chef am Telefon gefragt hat, ob ich die erste Fahrt von Steg auf die Hulftegg übernehmen möchte, habe ich mich riesig gefreut. Zum ersten Mal mit einem Postauto hier hochzufahren, ist nicht nur eine grosse Ehre für mich, es macht auch Spass! Die Strecke ist zwar gebirgig, aber für mich keine besondere Herausforderung – schliesslich fahre ich seit 14 Jahren jeden Tag Postauto, unter anderem auch auf die Schwägalp oder in die Stadt St. Gallen. Trotzdem habe ich es mir nicht nehmen lassen, am Wochenende mit dem Privatauto einen Ausflug auf die Hulftegg zu machen. So konnte ich die Strecke schon mal vorab auskundschaften. Ich finde es toll, dass mein Fahrgebiet so breit ist und sowohl schmale Bergstrassen als auch das Lebhafte der Stadt beinhaltet – und dass es überall im gleichen Masse ‹menschelet›.»

Andreas Kalberer, Wirt im Gasthaus Hulftegg

Man sieht einen Restaurantbetreiber hinter dem Tresen.
Seit sechs Jahren wirtet Andreas Kalberer im Restaurant auf der Hulftegg-Passhöhe.

«Für den Restaurantbetrieb hier oben wird sich zwar nicht viel ändern. Trotzdem hoffe ich, dass mit der neuen Postautoverbindung mehr Gäste den Weg hierhin finden. Es entspricht klar einem Bedürfnis, mit dem öffentlichen Verkehr auch von Steg aus auf die Hulftegg und retour zu gelangen. Auch wenn wohl in Zukunft die Mehrheit der Gäste mit dem Auto anreist, hoffe ich, dass die verlängerte Linie beim Parkplatzproblem etwas Abhilfe schafft. An Sonntagen mit schönem Wetter wimmelt es hier nämlich nur so von Wanderern, die mit ihren privaten Autos hier parkieren. Das ist vor allem problematisch, weil dann oft kaum mehr Plätze für meine Gäste übrig bleiben. Daher ist die neue Verbindung für uns eine grosse Erleichterung.»

Hans Lazzarotto (SVP), Gemeinderat Fischenthal

Man sieht einen Herrn mittleren Alters, der vor einem Bahnhofgebäude steht und ein Magazin in den Händen hält.
Gemeinderat Hans Lazzarotto (SVP) hofft, dass dank der verlängerten Postautolinie einige Ausflügler auf den ÖV umsteigen.

«Es ist sehr erfreulich, dass wir die verlängerte Linie nach nur zwei Jahren Planung in Betrieb nehmen können. Ebenso freut es mich, dass die anfänglichen Differenzen zwischen Postauto und Dampfbahn-Verein professionell beigelegt werden konnten – sonst wäre das alles nicht möglich gewesen. Die neue Linie hat gleich mehrere Vorteile: Sie ist behindertengerecht ausgebaut und ermöglicht es, mit dem ÖV lückenlos durchs Tösstal bis auf die Hulftegg und bei Bedarf weiter ins Toggenburg zu reisen. Mit dem neuen Angebot steigen hoffentlich viele Autofahrer aufs Postauto um. Das würde auch den Mangel an Parkplätzen hier im Tal entschärfen. An manchen Tagen wäre hier nämlich nicht einmal mehr ein Krankenwagen durchgekommen. Zudem hoffe ich, dass man nach den zwei Jahren Versuchsbetrieb verkünden kann: ‹Ja, es hat sich gelohnt, wir können den Betrieb ohne grössere Verluste definitiv weiterführen.›»

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