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Holzskulpturen an Rikemer Weiher fallen Vandalen zum Opfer

Die Polizei ermittelt, die Künstler sind sauer – und doch könnte die Geschichte ein gutes Ende nehmen. Eventuell.

Zerstörung statt Verschönerung: Unbekannte haben in Rikon handgemachte Holzskulpturen zerstört.

Fotos: Leserreporter

Holzskulpturen an Rikemer Weiher fallen Vandalen zum Opfer

Umgeschubst, beschädigt, versenkt

Letzte Woche wurde ein Grossteil der Figuren am Himmerichweiher zerstört. Die Polizei ermittelt. Doch hier ist die Geschichte noch nicht zu Ende.

Sie sollten die Gemeinde Zell ein Stück hübscher machen, stattdessen fielen sie Vandalismus zum Opfer: die Holzskulpturen am Himmerichweiher im Naturschutzgebiet zwischen Rikon und Zell.

Am vergangenen Dienstag fanden die Schöpfer der Holzfiguren einen Grossteil ihres Werks zerstört auf, wie der «Landbote» berichtete. Umgeschubst, beschädigt oder gar versenkt wurden die in Handarbeit hergestellten Skulpturen.

Mehr als ein Dutzend davon hatten Ernst Keller und Rolf Jaeger im Lauf der letzten sieben Jahre geschnitzt – in Fronarbeit. Die Figuren, darunter ein Krokodil, ein Hase und ein Steinbock, erfreuten sich in Zell grosser Beliebtheit und machten den Weiher zum geschätzten Ausflugsziel.

Waren es Jugendliche?

Entsprechend tief sitzt der Schock bei den pensionierten Holzkünstlern. «Es tut weh», lässt sich Jaeger in dem Bericht zitieren. Es sei «einfach zum Heulen», ergänzt sein Kollege Keller. Während das Krokodil und der Fuchs im Weiher verendeten, brachten die Unbekannten den Steinbock um seine Hörner und den Hasen um seine Pfoten.

Bereits am Abend des Ostermontags ahnte das Schnitzerduo, dass ihre Skulpturen nicht mehr im Lot sind. Als sie sich mit einer Patrouille der Polizei zum Weiher aufmachten, fiel ihnen eine Gruppe lauter Jugendlicher auf.

Ein Teil der Gruppe ergriff beim Anblick der Polizisten direkt die Flucht, andere blieben sitzen. Angaben zur Täterschaft konnte die Kantonspolizei gegenüber dem «Landboten» allerdings nicht machen.

Auch eine Woche später gibt es noch keine nennenswerten Fortschritte. «Die Ermittlungen sind noch im Gange», erklärt Ralph Hirt, Mediensprecher der Kantonspolizei, auf Anfrage.

Täter sollen Freiwilligenarbeit leisten

So schnell die Figuren zerstört waren, so mühselig sind sie entstanden: Drei Tage dauert es, bis aus einem Stück Holz eine Skulptur wird, die ihrem realen Vorbild täuschend ähnlich sieht.

Nach dem tragischen Ende für die Figuren im Rikemer Naherholungsgebiet habe es den beiden Schnitzern total abgelöscht, wird Rolf Jaeger im Bericht zitiert. Und Ernst Keller zieht sogar in Betracht, die Figuren auf einen Haufen zu legen und anzuzünden.

Inzwischen zeigen sich die Künstler etwas milder. «Das Echo, das wir erhalten haben, hat uns direkt wieder Freude gemacht», sagt Jaeger zu «TeleZüri». «Wir hören nicht auf», versichert Ernst Keller.

Keller ist selbst Mitglied im Zeller Verschönerungsverein. Zudem pflegt er fürs Gemeinwohl die Wanderwege auf dem Gemeindegebiet. Deshalb findet er es schade, wenn andere die Arbeit von Freiwilligen absichtlich zerstören.

Die Holzkünstler wünschen sich, dass sich die Täter stellen und sich selbst einmal beim Zeller Verschönerungsverein engagieren. So würden sie sehen, was für ein Aufwand hinter dem Unterhalt der Gegend stecke.

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