Das Bauprojekt am Walder Bachtelweiher ist bewilligt
Bevölkerung hat Fragen
Für die einen Tümpel, für die anderen geheimer Badesee: Jetzt wird klar, wie der Weiher neu gestaltet wird. Das sagt die Bevölkerung dazu.
Die Walder hören kritisch zu an der Info-Veranstaltung zum neuen Sanierungsprojekt am Bachtelweiher. Kein Wunder, denn das Projekt zieht sich nun schon über Jahre hin. Dabei sind auch einige Behördenfehler unterlaufen. Knapp 30 Personen sind anwesend und stellen Fragen zur Wassertemperatur, zu Blaualgen – und ob man das Badetüchlein nach der Sanierung noch ins Gras legen darf.
Theoretisch kann noch eine Person rekurrieren
Gemeindepräsident Ernst Kocher (SVP) atmet sichtlich auf. Das Projekt sei seit Montag bewilligt, sagt er. Jedoch habe eine Person den Bauentscheid verlangt. Diese Person kann also theoretisch noch einen Rekurs einreichen.
«Hut ab vor den Menschen, die nun schon seit Jahren über diesem Projekt brüten. Fehler passieren dort, wo man etwas tut. Dort, wo man nichts macht, passieren keine Fehler, dafür kommt dort auch nichts in Bewegung. Natürlich hoffe ich jetzt, dass kein Rekurs eingelegt wird. Übrigens bade ich selber gerne im kleinen Weiher.»
Es musste ein Kompromiss zwischen Biodiversität, Sicherheit für die Bevölkerung und Ausflugsziel für Badegäste gefunden werden. Mit dieser Aufgabe beschäftigt sich die Fachstelle Naturschutz des Kantons schon seit Jahren, seit klar war, dass der kleine Badesee am Fusse des Bachtels saniert werden muss.
Problematisch war zuletzt, dass der Weiher vor zwei Jahren schon leer gefischt wurde, bevor überhaupt eine Bewilligung vom Bundesamt für Energie (BFE) vorlag. Prompt warf der Bund im Frühling 2021 dem Kanton ein paar Knüppel zwischen die Beine, indem er die projektierte Sanierung des ehemaligen Industrieweihers nicht bewilligte. Das Projekt sei zu wenig sicher, vor allem für die Bewohner des Quartiers Hueb direkt unterhalb des Damms, hiess es beim BFE. Also musste der Kanton nochmals über die Bücher.
«Ich habe null Angst vor einer Flutwelle und verstehe nicht, warum man heute für alles so viele Sicherheitsvorkehrungen benötigt. Auch dass man den Weiher leer gefischt hat, bevor die Pläne überhaupt bewilligt worden sind, so was verärgert die Leute.»
Jetzt steht die Planung jedoch fest: Aus Sicherheitsgründen musste man bei der Überarbeitung des Projekts das Wasservolumen reduzieren. Der Weiher wird Tiefe verlieren und neu vom Ufer her rundherum 5 Meter weniger breit.
Bei der ursprünglichen Planung hätte der Weiher nur 90 Zentimeter an Tiefe einbüssen sollen. Jetzt sind es knapp 2,50 Meter, womit der Weiher insgesamt nur noch rund 3,50 Meter Tiefe aufweisen wird.
Der Damm wird etwas weniger hoch ausfallen. Darauf wird man wieder einen kleinen Weg anlegen. Und die Ufer werden flacher.
«Wir können heute noch nicht sagen, wie sich der Weiher entwickelt und wie sich das auf den Badebetrieb auswirkt. Der Weiher wird flachere Ufer haben und generell weniger tief sein. Dadurch wird sich eine breitere Ufer- und Unterwasservegetation ausbreiten.»
Die Bevölkerung hat an der Veranstaltung noch viele Fragen zum Projekt: Ob man bei der Planung den möglichen Anstieg der Wassertemperatur berücksichtigt habe und ob man Blaualgen im Weiher verhindern könne.
Eine Walderin fügt an, dass man im Jahrhundertsommer 2003 schon Probleme damit gehabt hatte. Stalder sagt, sie mache sich dank der Höhenlage und dem relativ guten Zufluss des Weihers diesbezüglich keine Sorgen.
Was passiert mit den Lebewesen?
Wassertiere gibt es im leeren Weiher derzeit nicht. Die Anwesenden wollen aber wissen, was mit den Krebsen und Fischen künftig passiert. «Diese werden wieder in den Weiher gebracht», sagt Stalder. Man wolle möglichst optimale Bedingungen schaffen für die Biodiversität. Es dürfte sogar ein artenreicheres Gebiet werden, als es davor war.
Auch das Baden werde weiterhin möglich sein. Dass dies der Kanton mit den baulichen Massnahmen verunmöglichen wolle, sei ein Gerücht, sagt Stalder. Der Weiher soll aber ein Geheimtipp bleiben und nicht zu viele Badegäste anlocken.