Wieso Hinwil seinen aufgeblühten Bahnhofplatz liebt
Grosses Fest
Mit «Aufblühen in Hinwil» kündete die Raiffeisenbank die Eröffnung ihrer Filiale am neuen Bahnhofplatz an. Die im Vorfeld überall in Hinwil platzierten roten Velos wurden an der Einweihung am Samstag verlost.
Noch vor wenigen Tagen mutete der neue Bahnhofplatz in Hinwil etwas kahl an, an diesem Samstag ist er kaum wiederzuerkennen. An jeder Ecke gibt es Markstände, Zelte, Attraktionen zu bestaunen.
Da locken Hüpfburg, Kinderschminken und «Kälbli-Streicheln» die kleinen Besucher an, während sich die Erwachsenen durch die unzähligen kulinarischen Verlockungen durchprobieren und mit Nachbarn über den neuen Platz sinnieren.
Zur Mittagszeit strömen die Besucher von allen Seiten heran. Eine lange Warteschlange hat sich vor dem Glücksrad gebildet, wo es Leckereien aus der Bäckerei Steiner, ein Cüpli vom Weinbau-Stand oder ein Yoyo zu gewinnen gibt.
Einige sind angereist, um die musikalischen Einlagen der Harmonie am Bachtel und des Alphornduos Hinwil geniessen zu können.
Einer unwiderstehlichen Duftwolke folgend, trifft man auf den Berliner-Stand. Thomas Bühler hat bereits 380 Berliner gebacken und schätzt, dass es bis zum Ende des Festes gut 600 Stück sein werden, die über den Tresen gehen.
Der frühere Brotchorb-Leiter ist inzwischen bei der Bäckerei Steiner ausschliesslich für die Herstellung dieses Fasnachtsgebäcks zuständig und warnt mit einem Augenzwinkern: «Wenn Sie je einen frisch gebackenen Berliner gekostet haben, werden Sie danach keinen abgepackten mehr haben wollen.»
Es herrscht eine heitere Dorffest-Stimmung, und die strahlenden Gesichter sowie viele Aussagen bestätigen: Die Hinwilerinnen und Hinwiler lieben ihren neuen Bahnhofplatz.
Kunstwerk in der Kundenzone
Dass nun in direkter Nachbarschaft zwei Banken ihren Sitz haben, stört niemanden von den befragten Personen. Man ist sich einig, dass es Hinwil an nichts fehlt.
In der neuen Filiale der Raiffeisenbank wird nebst dem Bankengeschäft sogar noch Kunst geboten: Eine riesige Wandskulptur ziert die offene, in Erdtönen gehaltene Kundenzone.
Die in Pfäffikon aufgewachsene und heute in Berlin wohnhafte Eisenkünstlerin und Zeichnerin Maja Thommen wurde mit der Gestaltung dieses Kunstwerks beauftragt.
«In Hinwil dominierte jahrelang die mechanische Industrie, beispielsweise mit Belimo und Bührer», erklärt Architekt Stephan Weber die Wahl dieses Rohstoffs.
Die Filiale in Uster sei in einem ähnlichen architektonischen Stil gehalten, allerdings auf die Textilindustrie anspielend. Die Zusammenarbeit zwischen der renommierten Künstlerin mit dem Architekten und den «Bänklern» bezeichnen alle unisono als äusserst bereichernd und vertrauensvoll.
Einen Besuch in Thommens Atelier in Berlin beschreibt Lars Studer, Vorsitzender der Bankleitung, als Schlüsselerlebnis: «Obschon wir alle aus den unterschiedlichsten Metiers kommen, haben wir gemerkt, dass wir die gleiche Sprache sprechen.»
Die Freude darüber, was sie mit Maja Thommens Werk nun bekommen haben, ist bei allen deutlich zu sehen. Das Bild symbolisiert die Dualität der Gemeinde Hinwil: mit dem Bachtel auf der einen Seite und dem Räderwerk, das für die Industrie steht, auf der anderen.
Die offene Architektur gefällt
«Ich bin von der modernen, offenen Architektur der Raiffeisenbank sehr angetan. Es ist toll, dass die Berater nicht mehr hinter Panzerglas versteckt sind – durch die gläsernen Sichtwände fühlt man sich dennoch geschützt und nicht ausgestellt. Das Wandbild finde ich sehr gut gelungen, es charakterisiert Hinwil sehr treffend. Das Konzept, Gewerbe und Wohnen zu kombinieren, finde ich ideal an diesem zentralen Ort. Dass zwei Banken direkt nebeneinander angesiedelt sind, ist für das Konkurrenzdenken sicher bereichernd.

Stimmiges Gesamtbild
«Genau so muss ein Bahnhofplatz meiner Meinung nach sein! Die Begrünung ist für meinen Geschmack mehr als ausreichend. Ich freue mich über die neue Linde – die alte hätte den Umbau wohl nicht überlebt. Die Architektur fügt sich sehr gut ins Gesamtbild von Hinwil ein, die neuen Wohnblocks rund um Hinwil sind alle in einem ähnlichen Stil gehalten.»

Die Linde dürfte schneller wachsen
«Ich finde den neuen Platz megaschön! Toll, dass heute so viel los ist, es ist lässig, wenn etwas läuft. Ich bin in Hinwil aufgewachsen und möchte auch in Zukunft hierbleiben, wo ich mich zu Hause fühle. Wir erreichen in Hinwil alles, was wir brauchen, in unmittelbarer Nähe. Als Floristin würde ich es begrüssen, wenn die Begrünung noch etwas üppiger wäre. Und die neue Linde dürfte gerne noch etwas schneller wachsen.»

Alles zentral an einem Ort
«Es ist ideal, dass wir nun einen solchen Begegnungsort haben in Hinwil. Zugreisende können so beim Vorbeigehen etwas in der Bäckerei holen, die Bewohner aus dem nahegelegenen Altersheim können sich auf einen Kaffee treffen, und für die älteren Dorfbewohner sind zwei Banken zentral zu erreichen, genauso wie Arzt und Zahnarzt. Ich frage mich nur, ob es die bisherige Steiner-Filiale künftig noch braucht, aber das wird sich mit der Zeit weisen.»