Was macht eine Gotthard-Lok im Oberland?
Seltener Gast auf hiesigen Schienen
120 Tonnen schwer und 6000 PS stark ist die Ae 6/6, die am Samstag auf der ehemaligen Uerikon-Bauma-Linie zu sehen war. Aber am Neuthaler Viadukt war Schluss.
Am Samstag den 15. April befuhr eine auf dieser Strecke höchst seltene Lokomotive die ehemalige Linie der Uerikon-Bauma-Bahn, wo heute von Hinwil nach Bauma die Dampfzüge des DVZO verkehren. Anlässlich seiner Mitgliederversammlung fuhr der historische Verein Mikado aus Brugg (AG) mit der 1956 gefertigten Ae 6/6 11407 mit den Kantonswappen des Aargaus und zwei Reisezugwagen nach Neuthal, wo das Textil- und lndustriekultur-Museum besichtigt wurde.


Weiter nach Bauma durfte die 120 Tonnen schwere «Gotthardlokomotive» mit ihrem Achsdruck der sechs Achsen von jeweils 20 Tonnen aus Rücksicht auf die beschränkte Tragfähigkeit des Neuthaler Viaduktes nicht fahren. Weil der Dampfbetrieb des DVZO erst wieder im Mai beginnt, konnte der Extrazug während des gesamten Aufenthalts in Neuthal auf dem dort einzigen Gleis stehen bleiben. Für die Rückfahrt musste dann geschoben zurück nach Bäretswil rangiert werden, wo die Ae 6/6 die Komposition umfahren und die Rückfahrt nach Brugg fortsetzen konnte.
Eine von 120 Gotthard-Loks
Die Ae 6/6 mit 6000 PS wurden in den 50er- und 60er Jahren in einer Stückzahl von 120 Triebfahrzeugen von der schweizerischen Lokomotivindustrie gefertigt und galten weltweit als ein Spitzenprodukt. Das hauptsächliche Einsatzgebiet war die Gotthardstrecke mit ihren Steilrampen. Die ersten dieser leistungsfähigen Lokomotiven erhielten die Wappen der Kantone und dazu schmucke Zierleisten. Die Einweihung war jeweils ein Volksfest und die Schulklassen wurden zu Gratisfahrten eingeladen. Die Ae 6/6 11407 «Aargau» wurde 2009 von SBB Historic an den Verein Mikado als Leihgabe abgegeben.