IG Tösstallinie fordert neue Bahnhaltestelle in Baumer Weiler
Noch in diesem Jahr
Geht es nach der IG Tösstallinie, hält die S-Bahn bereits ab Dezember in Lipperschwendi. Eine Studie verleiht ihren alten Plänen Rückenwind. Die Interessengruppe hat aber noch weitere Forderungen.
Eine Bahnhaltestelle im Baumer Weiler Lipperschwendi – diese Idee ist nicht neu. Schon seit Jahren kämpft die IG Tösstallinie dafür. «Bereits 1983 hat man in Bauma Unterschriften für zwei neue Haltestellen in Wellenau und Lipperschwendi gesammelt», erinnert sich Paul Stopper. «Ich half bei der Formulierung des Texts mit.» Der Ustermer Gemeinderat (BPU) ist Präsident der Interessengemeinschaft.
Nun nimmt die IG Tösstallinie abermals Anlauf. In einer Medienmitteilung fordert sie noch in diesem Jahr die Einführung einer neuen Bahnhaltestelle in Lipperschwendi – konkret bis zum Fahrplanwechsel im Dezember.
Dazu hat sie gemeinsam mit der Gemeinde Bauma und privaten Investoren eine Studie bei der Firma Locsim in Auftrag gegeben. «Sie hat aufgezeigt, dass die relativ langen Wartezeiten in Bauma in Fahrtzeiten umgewandelt werden könnten. Damit könnte zwischen Saland und Steg eine zusätzliche Haltestelle errichtet werden», sagt Stopper.
Die Distanz zwischen Lipperschwendi und Steg ist als ‹Anmarschweg› auf der Tösstalstrasse nicht zumutbar.
Paul Stopper, Präsident IG Tösstallinie
Nächste Station ist fünf Minuten entfernt
Doch weshalb braucht es in seinen Augen überhaupt einen zusätzlichen Bahnhalt? Immerhin ist der nächstgelegene Bahnhof, jener in Steg, weniger als zwei Kilometer entfernt – das entspricht einer fünfminütigen Velofahrt. «Die Distanz zwischen Lipperschwendi und Steg ist als ‹Anmarschweg› auf der Tösstalstrasse nicht zumutbar», findet Paul Stopper.
Von einem zusätzlichen S-Bahn-Halt würden aus seiner Sicht nicht nur die Einwohnerinnen und Einwohner des Weilers profitieren, sondern auch Bewohner und Belegschaft des Alters- und Pflegeheims Blumenau, Wanderer und die ansässigen Betriebe.
Zudem wollen die Gemeinden Bauma und Fischenthal das Gebiet Lipperschwendi und Lenzen mit einem Quartierplan baureif machen. «Zu den rund 160 Menschen, die aktuell im Umkreis der neuen Haltestelle wohnen, könnten so noch 200 bis 250 Einwohner hinzukommen», rechnet Stopper vor.
Gemeinden begrüssen Haltestelle
Dass die Forderung einer neue Haltestelle noch in diesem Jahr etwas kurzfristig erscheint, davon will der IG-Präsident nichts wissen. Die IG hat ihre Medienmitteilung als Reaktion auf die ZVV-Fahrplaneingabe 2024 eingereicht.
Stoppers Idee: Eine einfache oder gar provisorische Haltestelle. «Eine solche können die SBB jeweils bei Baustellen innert kürzester Zeit realisieren.» Mit einem Provisorium lasse sich prüfen, ob eine Haltestelle überhaupt einem Bedürfnis entspreche, ohne dass man viel Geld investieren müsse.
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«Wir führen seit Mitte 2021 intensive Gespräche mit den Gemeinden Bauma und Fischenthal, mit dem ZVV, den SBB und dem Bundesamt für Verkehr», sagt Stopper. Erstere beide stehen der geforderten Haltestelle positiv gegenüber.
Und auch die SBB hätten bestätigt, dass eine Haltestelle in Lipperschwendi ohne Infrastrukturausbauten – mit Ausnahme des Perrons – möglich sei.
Nun fordert die IG Tösstallinie vom Kanton, dass dieser sich «zielgerichtet dafür einsetzt, dass die Haltestelle auf den Fahrplanwechsel Dezember 2023 in Betrieb genommen werden kann».
Postautolinie soll verlängert werden
Weiter verlangt die IG per Fahrplanwechsel 2024, dass die Buskurse Rüti–Wald–Bauma auf die Schiene verlegt werden. So könne man beispielsweise die Fahrzeit von Bern nach Fischenthal um 19 Minuten verkürzen. Zugleich soll der ZVV den abends geltenden Fahrplan auf einen Halbstundentakt ausweiten.
Ausserdem fordert die Interessengemeinschaft um Stopper, die Postautolinie 806 nach Seelmatten zu verlängern. Aktuell verkehrt sie nur alle zwei Stunden bis in den Weiler an der Kantonsgrenze. Die übrigen Verbindungen wenden jeweils in Neubrunn.
«Insbesondere Kinder und nicht motorisierte Erwachsene benötigen mindestens einen Stundentakt», heisst es in der Mitteilung. Schliesslich entwickle sich Seelmatten, und es werde viel gebaut.
