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Behördlich orchestrierte «Street Art» überlebte nur kurz

Obwohl die Stadt Dübendorf auf Facebook für ihren 3D-Fussgängerstreifen gefeiert wurde, muss er jetzt weg.

Die Stadt Dübendorf liess den Fussgängerstreifen über die Leepüntstrasse in einer 3D-Optik darstellen, musste dies aber wieder korrigieren.

PD

Behördlich orchestrierte «Street Art» überlebte nur kurz

3D-Fussgängerstreifen in Dübendorf

Die Stadt Dübendorf schuf auf der Leepüntstrasse einen dreidimensionalen Zebrastreifen. Mit der Illusion wollte sie die Sicherheit verbessern – nun krebsen die Behörden aber zurück.

Ein Fussgängerstreifen sorgt derzeit für Wirbel in Dübendorf. Auf der Leepüntstrasse liess die Stadt eine dreidimensionale Version eines Zebrastreifens anbringen. Aus Sicht eines Verkehrsteilnehmers sieht es so aus, als würden gelbe Balken über der Strasse schweben – eine optische Täuschung.

Es war ein Versuch – kein Gag.

Raymond König

Leiter Tiefbauamt Stadt Dübendorf

In der Facebookgruppe «Du bisch vo Dübendorf wenn...» wird die aussergewöhnliche Strassenmarkierung von den meisten abgefeiert. «Wie cool ist das denn?», findet eine junge Nutzerin. Ein anderer ist von der «Street Art» ebenfalls sehr angetan.

Mittlerweile ist das «Kunstwerk» bereits wieder weg, geblieben ist ein konventioneller Fussgängerstreifen. Raymond König, Leiter Tiefbauamt der Stadt Dübendorf, sagt auf Anfrage: «Es war ein Versuch – kein Gag.»

Kapo interveniert

Mit der 3D-Optik habe man versuchen wollen, die Aufmerksamkeit der Autofahrer beim neuen Fussgängerübergang zu erhöhen und deren Tempo zu reduzieren. «Die Leepüntstrasse ist Teil eines wichtigen Schulwegs. Vorher fehlte hier ein Fussgängerstreifen.»

Deswegen habe man zusätzlich den Auftrag gegeben, Folien für den dreidimensionalen Effekt aufzukleben.

Es war eine kreative, aber leider keine funktionale Idee.

Raymond König

Leiter Tiefbauamt Stadt Dübendorf

Zurückgepfiffen wurde die Stadt Dübendorf von der Kantonspolizei, weil sie keine Bewilligung für den Versuch hatte. König sagt dazu: «Es ist eigentlich eine Grauzone – nicht verboten, aber auch nicht erlaubt.» Heute existierten im Strassenraum zahlreiche ähnliche Beispiele, wie etwa das Schachbrettmuster vor Temposchwellen oder die farblichen Markierungen von Strassenabschnitten, die auch weitgehend vom Gesetz toleriert würden.

Falls die Stadt nach dem Test entschieden hätte, den 3D-Fussägngerstreifen beizubehalten, hätte sie die Bewilligung nach Abschluss des Versuchs noch eingeholt, sagt König.

Kreativ aber unpraktisch

Bereits am Donnerstagmorgen liess das Tiefbauamt den optischen Effekt wieder aufheben. Dazu habe man bloss die Folien entfernen müssen. Die gemalte gelbe Farbe des Fussgängerstreifen konnte man hingegen sein lassen. König rechnet mit wenigen hundert Franken für den ganzen extra Aufwand.

 Was der ganze extra Aufwand gekostet hat, könne man heute noch nicht sagen. König rechnet aber mit wenigen hundert Franken.

Der Tiefbauamtleiter gibt sich selbstkritisch: «Es war eine kreative, aber leider keine funktionale Idee. Die Verwirrung für die Verkehrsteilnehmer war zu gross.»

Von seiner originellen Seite hat sich das Tiefbauamt schon in jüngster Vergangenheit gezeigt, als es an den Fussgängerampeln auf der Städtlikreuzung beim Stadthaus Ampel-Herzli montiert hatte.

König hat sich diese Idee wie auch sein jüngster Versuch mit dem Zebrastreifen von Island abgeguckt. Dass nun weitere solche Insel-Importschlager den Weg nach Dübendorf finden, ist laut König aber eher unwahrscheinlich.

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