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Kirche rückt Klima-Themen in den Fokus

Am Treffpunkt der reformierten Kirche in Turbenthal stellte eine Referentin das Konzept der Agrarökologie vor.

Mit ihrem Referat über Agrarökologie und Klimagerechtigkeit sensibilisierte Tina Goethe die Gemeinde hinsichtlich globaler ökologischer und wirtschaftlicher Zusammenhänge.

Foto: Claudia Biotti

Kirche rückt Klima-Themen in den Fokus

Treffpunkt in Turbenthal

Was steckt hinter dem Begriff Agrarökologie? Am Treffpunkt in Turbenthal ging es darum, wie die globale Ernährungs- und Ökologiekrise zu meistern ist.

Claudia Biotti

Agrarökologie ist ein politisch aktueller Ansatz. Er befasst sich mit der Frage, wie die landwirtschaftliche Produktion gestaltet werden kann, damit sie klimaverträglich eine ausreichende Menge hochwertiger Lebensmittel hervorbringt. Diesem Konzept widmete sich am Montag in Turbenthal der Treffpunkt zum Thema Klimagerechtigkeit.

«Die Schöpfung bewahren»

Andreas Hauri (GLP), Mitglied der reformierten Kirchgemeinde Turbenthal-Wila, hat den Treffpunkt im Chiletreff mitorganisiert. Er erklärt: «Wir betrachten es als wichtigen Ausdruck des Christseins, die Schöpfung Gottes für nachfolgende Generationen zu bewahren und ihre Ausbeutung zu vermeiden.»

In diesem Sinne erläuterte Tina Goethe, Abteilungsleiterin Entwicklungspolitik beim Hilfswerk der Evangelischen Kirchen der Schweiz (HEKS), in ihrem Referat die Prinzipien der Agrarökologie: «Agrarökologie ist mehr als biologische Landwirtschaft. Es geht darum, das ökologische Gleichgewicht zu erhalten und Klimagerechtigkeit zu fördern.»

Man sieht eine Frau und einen Mann, der den Arm um ihre Schulter legt.
Kirchenpfleger Andreas Hauri (r.) freute sich, Tina Goethe vom HEKS als Referentin zum Thema Agrarökologie für den Treffpunkt gewonnen zu haben.

Zu diesem Zweck müsse das ganze System betrachtet werden. Also nicht nur die Produktion, sondern auch Verteilung, Konsum, Arbeitsbedingungen und sogar die Essenszubereitung. Damit Agrarökonomie funktioniere, seien gemäss Goethe unbedingt alle vier Dimensionen von Agrarökologie einzubeziehen: Die ökologische, soziokulturelle, ökonomische und die politische.

Die Ärmsten leiden am stärksten

Klimagerechtigkeit sei deshalb nötig, weil global betrachtet nicht alle gleich vom Klimawandel betroffen seien. «Tragischerweise leiden die bedürftigsten Menschen in südlichen Regionen am meisten unter der Klimakrise, obwohl sie im Vergleich zu den Hauptverursachern im Norden am wenigsten dazu beigetragen haben», legte Goethe dar.

Sie zeigte auf, dass die industrielle Lebensmittelproduktion mehr als ein Drittel der schädlichen Treibhausgase verursacht. «Es gibt schon funktionierende Lösungen für einen Wandel hin zu einer ressourcenschonenden, umweltfreundlichen Landwirtschaft und einem lokalen, saisonalen Konsum, um die Treibhausgasbilanz des Ernährungssystems zu verbessern», verkündete sie hoffnungsvoll.

Zukunftsweisende Projekte

Anhand von Projekten des HEKS und dessen Partnerorganisationen veranschaulichte die Expertin, was Agrarökologie bewirken kann. Demnach sind Bäuerinnen und Bauern heute schon in der Lage, hochwertige Produkte zu produzieren, die ihre Ernährung und ihr Einkommen langfristig sichern und gleichzeitig die Biodiversität und Bodenfruchtbarkeit erhalten.

In der abschliessenden Diskussionsrunde interessierten sich die Anwesenden dafür, was man in der Schweiz für die konkrete Umsetzung der Agrarökologie tun könne.

Weniger Fleisch als Lösung

Neben Konsumentscheidungen zugunsten von saisonalen, biologisch, lokal und fair produzierten Lebensmitteln, plädierte Goethe dafür, sich vermehrt vegetarisch zu ernähren. Ein wirkungsvoller Hebel fr Veränderung seien öffentliche Kantinen oder die Versorgung in Spitälern und Kitas.

Sozialdiakonin Gabriella Clerc kündigte passend dazu das neu lancierte Projekt «Zämä Choche und Ässe» im Chiletreff Turbenthal an: «Ab Mai wollen wir zwei Mal monatlich gemeinsam mehrheitlich vegetarische und vegane Menüs aus nachhaltigen, regionalen Produkten zubereiten und erleben, wie fein und freudvoll das sein kann».

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