Erinnerung an eine Zeit mit Fremdenhass und «Grüezi»-Kultur
Filmemacher besucht seine alte Heimat
Der Regisseur Samir ist in den 1960er Jahren als Kind mit seiner Familie aus dem Irak nach Dübendorf geflohen. Auf einem Streifzug durch die Stadt erinnert er sich an eine glückliche und eine weniger glückliche Zeit.
Kurz nachdem der siebenjährige Samir mit seiner Familie aus Bagdad geflohen war, stand er in Dübendorf in einem Zimmer des Flugfeld-Schulhauses – verkleidet als Araber. Heute, gut 60 Jahre später, ist er europäischer gekleidet. Mit schwarzem Mantel, dunkler Hose und türkisfarbenem Schal steht er vor dem Bahnhof Dübendorf.
Es sei damals ein absurder Entscheid von ihm gewesen, zur Einweihung des neuen Schulhauses, zu der alle Kinder in frei wählbaren Kostümen hätten kommen dürfen, ausgerechnet als Araber zu erscheinen. «Sehr phantasievoll», sagt Samir und lacht.




10.2.2023

