«Wir bewegen locker 1500 Franken auf der Bahn»
Modellauto-Enthusiast organisiert Rennen in Turbenthal
Am Wochenende findet in Turbenthal ein Modellauto-Rennen statt. Organisator Felix Arnold kennt die Flitzer in- und auswendig. Im Interview verrät er, was ihn an Modellautos fasziniert und wie der Einstieg ins Hobby gelingt.
Felix Arnold aus Wetzikon hat eine Leidenschaft. Seit 10 Jahren schraubt er an Modellautos und fährt Rennen. Vergangenen Winter hat er die Modellauto-Rennserie «Swiss Offroad Series» ins Leben gerufen. Seit zwei Jahren ist der 50-jährige Vereinspräsident des RC Club Wyland in Andelfingen. Mit seiner Rennserie ist er am kommenden Wochenende in Turbenthal zu Gast.
Herr Arnold, viele verbinden «RC-Autos» mit Carrera-Rennbahnen. Was ist der Unterschied zwischen den «richtigen» Modellautos und denen im Kinderzimmer?
Felix Arnold: Das musste ich erst letztens meinem Chef erklären (lacht). Bei einer Carrerabahn laufen die Autos über eine Rille direkt in der Bahn und werden nicht gelenkt. Bei uns ist das anders: Unsere Autos sind nicht fixiert und werden gänzlich über Funk gesteuert. Und auch die Bahnen bauen wir selbst.
Sie haben mit der «Swiss Offroad Series» eine eigene Rennserie auf die Beine gestellt. Warum?
Die Schweizer Meisterschaft findet jeweils im Sommer statt. Da wir meist auf Aussenbahnen fahren, sind wir für Trainings im Winter auf Hallen angewiesen. Um den Wettkampfgeist auch ausserhalb der Meisterschaft aufrechtzuerhalten, habe ich die Rennserie gegründet. Aktuell läuft die zweite Saison.
Die Modellauto-Rennen sind eine willkommene Abwechslung zu meinem Bürojob.»
Felix Arnold
Und in Turbenthal steigt nun das finale Rennen.
Genau, am Wochenende geht es um die Gesamtrangliste. Etwa 60 Teilnehmer in vier Kategorien machen an dem Rennen mit – darunter einige Eingefleischte mit Ambitionen auf den Gesamtsieg. Das ist ein Spektakel für alle Jungen und all jene Erwachsene, in denen noch ein Stück Kind schlummert.
Was macht für sie die Faszination an Modellauto-Rennen aus?
Die Modellauto-Rennen sind eine willkommene Abwechslung zu meinem Bürojob. Mich fasziniert vor allem der technische Aspekt. Bei den modernen Modellfahrzeugen hat man extrem viele Möglichkeiten, wie man das Fahrverhalten anpassen kann, um auf der Strecke noch ein Zehntelchen herauszuholen. Da lerne ich selbst noch immer viel dazu.


In Ihrem Verein bilden Offroad-Modellautos den Schwerpunkt. Was ist das Besondere daran?
Es gibt auch sogenannte Onroad-Modellautos, zum Beispiel Modelle von Formel-1-Boliden. Im Gegensatz dazu sind Offroad-Strecken wie jene in Turbenthal mit Sprüngen und Hindernissen ausgestattet, die es zu überwinden gilt.
Angenommen, man möchte selbst unter die Modellauto-Rennfahrer gehen. Wie viel Geld muss man in dieses Hobby investieren?
Wir bewegen uns natürlich nicht mehr bei klassischen Modellautos, und das widerspiegelt sich auch im Preis. Ein «richtiges» Auto kostet 500 Franken oder mehr. Wenn man alle Tuning-Teile und die ganze Elektronik einberechnet, bewegen wir aber locker gegen 1500 Franken auf der Bahn.
Laut Ihrer Webseite setzen Sie sich für die Jugendförderung ein. Wie gelingt der Einstieg, wenn man nicht so viel Geld ausgeben kann?
Der Nachwuchs ist uns natürlich sehr wichtig. Die sogenannte Stock-Kategorie eignet sich besonders gut für Einsteiger, weil da alle mit einem einheitlichen Motor antreten und die Fahrzeuge etwas günstiger sind. Interessierte können sich jederzeit bei uns melden, um erste Runden zu drehen. Dazu bieten wir auch Leihfahrzeuge an.
Stichwort Fahrzeuge: Bestellt man die Modelle fixfertig oder muss man da selbst Hand anlegen?
Wir bauen die Modelle nach einem Bausatz zusammen. Auch das will gelernt sein. Für Einsteiger findet am 1. April ein Baukurs statt, ebenfalls in der Offroad-Halle in Turbenthal.
Hinweis
Das Modellauto-Rennen der «Swiss Offroad Series» findet am Samstag, 18. März und am Sonntag, 19. März auf dem BR Tec-Areal an der Tösstalstrasse 140 in Turbenthal statt. Das Rennen startet jeweils um 9 Uhr. Weitere Informationen und Kontaktmöglichkeiten auf der Vereinswebseite oder auf Facebook.
