Tote Wasservögel am Greifensee mehren sich
Vogelgrippe in der Region
Über 50 Möwen sind in diesem Jahr am Zürichsee bereits am Vogelgrippevirus gestorben. Doch auch in der Region werden vermehrt tote oder kranke Wasservögel aufgefunden.
Erst letzte Woche hat das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) die vorbeugenden Massnahmen gegen die Vogelgrippe erneut verlängert. Im Fokus steht dabei, den Kontakt zwischen Wildvögeln und Hausgeflügel zu verhindern.
Denn obwohl die Vogelgrippe im Winterhalbjahr regelmässig in Europa auftritt: «Einen derart starken Anstieg der Fallzahlen hat es zu dieser Jahreszeit in der Schweiz noch nie gegeben», schreibt das BLV. «Dies deutet auf eine neue Seuchensituation hin.»
Bisher primär Möwen verendet
Die jetzt auftretenden Fälle seien nicht mehr hauptsächlich auf die Einschleppung von Zugvögeln aus dem Ausland zurückzuführen, sondern vor allem auf die Verbreitung des Virus unter den in der Schweiz lebenden Vögeln. Auch wenn bisher vor allem Möwen verendet sind, kann das Virus viele weitere Arten von Wildvögeln befallen.
Bei mehreren hundert toten oder kranken Tieren konnte die Vogelgrippe, auch Aviäre Influenza genannt, schweizweit nachgewiesen werden. Im Kanton Zürich gingen gemäss Liste des BLV bisher 46 Meldungen von einem oder mehreren toten oder erkrankten Wildvögeln ein, die in der Folge positiv getestet wurden (Stand 7. März).

Die mit Abstand meisten positiven Fälle betreffen den Zürichsee, in der Greifenseeregion liegt laut Liste des BLV bislang ein bestätigter positiver Befund einer Lachmöwe aus Schwerzenbach vor. In der Pfäffikersee-Region gibt es noch keinen bestätigten Fall.
Alarm bei Tieren ohne Fluchtinstinkt
Nun ruft die Greifensee-Stiftung auch an hiesigen Gewässern zur Vorsicht auf. «In den letzten Tagen häufen sich die Meldungen von toten oder kranken Möwen und anderen Wasservögeln, die am Greifensee von Rangern, Spaziergängerinnen oder Erholungssuchenden gefunden werden», heisst es in ihrem Blog.
Damit die Vögel auf das Virus getestet werden können und kein Ansteckungsrisiko für gesunde Vögel mehr darstellen, müssen sie gemeldet werden. Die Greifensee-Stiftung empfiehlt allen, die einen kranken – apathisch und ohne Fluchtinstinkt – oder toten Vogel am Greifensee bemerken, folgendes Vorgehen:
- Abstand halten, Vogel nicht anfassen
- 117 wählen, damit der zuständige Wildhüter oder Jagdaufseher informiert wird, um den Vogel zu bergen und zur Beprobung weiterzugeben
- Hunde vom toten Vogel fernhalten
Ebenfalls ist es wichtig, Wasservögel nicht zu füttern», heisst es im Blogbeitrag weiter. Durch die Fütterung, die am Greifensee ohnehin verboten ist, sammeln sich viele Vögel an einem Ort an, was eine Übertragung des Virus erleichtert.
