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So bannt das Asylzentrum Kollbrunn die Krätze-Gefahr

In Asylzentren und Schulen ist die Krätze auf dem Vormarsch. Auch im Durchgangszentrum Kollbrunn kennt man sie.

Im Durchgangszentrum Kollbrunn wohnen bis zu 128 Geflüchtete. Die Krätze ist dort kein neues Phänomen (Archivbild).

Rolf Hug

So bannt das Asylzentrum Kollbrunn die Krätze-Gefahr

Hautkrankheit auf dem Vormarsch

Lange war sie weg, nun ist sie zurück: Die Hautkrankheit Krätze. Einige Bundesasylzentren und Schulen verzeichneten jüngst Fälle. Auch im Durchgangszentrum Kollbrunn ist die Krankheit kein neues Phänomen.

Noah Salvetti

Tösstal

Eigentlich gilt die Hautkrankheit Krätze hierzulande als ausgerottet. Vor kurzem aber wurde bekannt: Das stimmt nicht ganz. Nicht mehr. Laut Berichten von SRF treten derzeit in vielen der rund 20 Asylzentren des Bundes und an einigen Schulen Fälle der Krankheit auf.

Wie gross das Ausmass genau ist, lässt sich nicht sagen: Da es sich nicht um eine meldepflichtige Infektionskrankheit handelt, werden die Fälle nicht statistisch erfasst.

Auch im Tösstal gibt es ein Asylzentrum. Das kantonale Durchgangszentrum in der Nähe des Bahnhofs Kollbrunn bietet Platz für 128 Geflüchtete in drei Gebäuden. Betrieben wird es von der Asylorganisation Zürich (AOZ).

Junge Alleinreisende betroffen

In Unterkünften wie jener in der Gemeinde Zell werden Geflüchtete mit Bleiberecht betreut und auf das selbständige Leben in der Schweiz vorbereitet. Oftmals ist ein Durchgangszentrum also die nächste Station nach dem Bundesasylzentrum. Gibt es folglich auch dort Krätze-Fälle?

«Krätze kann in Gemeinschaftseinrichtungen immer mal wieder vorkommen, auch im Durchgangszentrum Kollbrunn hat es schon Fälle gegeben», sagt Natalia Briner, Sprecherin der AOZ, auf Anfrage.

Das ist Krätze

Die Krätze, im Fachjargon Skabies genannt, ist eine Hautkrankheit, die durch die sogenannte Krätzmilbe ausgelöst wird. Die Milben sind mit blossem Auge kaum sichtbar. Zu den Hauptsymptomen gehören: Juckreiz, Blasenbildung und Hautrötungen. Die Krankheit ist kein Zeichen mangelnder Hygiene. Weitere Informationen sind hier verfügbar.

Betroffen seien vor allem junge Alleinreisende. Diese würden meist bereits beim Eintritt ins Durchgangszentrum Symptome zeigen. Oft stecken sie sich laut dem SRF-Bericht in grossen Flüchtlingslagern an, in denen sie während ihrer Flucht leben.

«Besonders im vergangenen Jahr gab es eine Häufung von Fällen. Vor allem in jenen Einrichtungen, in denen junge Alleinreisende wohnen», so Briner weiter. Da davon in Kollbrunn vergleichsweise wenige untergebracht seien, sei das Durchgangszentrum im Tösstal entsprechend weniger betroffen.

Behandlung und Prävention

Tritt in den Zentren ein Krätze-Fall auf, folgt die AOZ jeweils einem klaren Schema, damit sich die Krankheit nicht unkontrolliert ausbreitet.

«Neben der medizinischen Behandlung werden alle Kleider gewaschen oder luftdicht verpackt und die Matratzen werden ausgetauscht oder für mehrere Tage weggeräumt, damit die Milben absterben», erklärt Natalia Briner.

Neben der Behandlung der Betroffenen setzt die Betreiberin auf Prävention. «Das Betreuungsteam und die Pflege des jeweiligen Standorts begleiten den Prozess individuell und sensibilisieren die Betroffenen, um Ansteckungen untereinander zu vermeiden», schildert die AOZ-Sprecherin.

Keine Gefahr für Bevölkerung

So finden im Durchgangszentrum Kollbrunn dreimal wöchentlich medizinische Sprechstunden statt. «Weist eine Person Symptome auf, klärt die Pflegefachperson den Klienten über die Krankheit und die Behandlungsmethode auf.»

Ein Risiko für die breite Bevölkerung besteht aber nicht: Krätze wird über den direkten Hautkontakt von Mensch zu Mensch übertragen – eine indirekte Übertragung über Kleidung und Bettwäsche gilt als selten.

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