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Hier werden die Helden der Ustermer Feuerwehr gefeiert

Im Stadthofsaal wurde auf das Einsatzjahr 2022 der Feuerwehr Uster zurückgeblickt.

Richtete am Jahresrapport der Ustermer Feuerwehr das Grusswort aus: Stadträtin Beatrice Caviezel (GLP).

Erik Hasselberg

Hier werden die Helden der Ustermer Feuerwehr gefeiert

Dankbarkeit am Jahresrapport

Bereits zum zehnten Mal fand der Jahresrapport der Feuerwehr Uster statt. Bei einem geselligen Anlass im Stadthofsaal wurde auf 2022 zurückgeblickt.

Erik Hasselberg

Oberland

Kurzärmlige, hellblaue Hemden und schwarze Jacken, so weit das Auge reicht im Ustermer Stadthofsaal. Während Abzeichen die Schulterpartien der Hemden zieren, prangt auf den Rückseiten der Jacken in grossen weissen Lettern ein Wort: Feuerwehr.

Die Feuerwehr Uster ist an diesem Abend zusammengekommen, um auf die vergangenen zwölf Monate zurückzublicken. Es ist ein Jubiläum, findet der Jahresschlussrapport doch bereits zum zehnten Mal statt.

Opferbereitschaft gefordert

«Die letzten zwei Jahre konnten wir diesen Anlass nicht richtig, nicht angemessen feiern», begrüsst Sascha Zollinger die zahlreichen Anwesenden, die sich nach dem Apéro an den Tischen niedergelassen haben. Der Kommandant der Feuerwehr Uster leitet das grösste Feuerwehr-Milizkorps im Kanton.

Dieses lauscht gespannt mit vollen Gläsern oder Flaschen dem Grusswort von Stadträtin Beatrice Caviezel (GLP), Abteilungsvorsteherin Sicherheit. «Ich habe heute versucht, mich Ihnen anzupassen», sagt sie und deutet dabei auf ihr schwarzes Kleid. Im Saal wird herzlich gelacht. «Dass ihr da seid, für uns da seid, dafür bin ich, ist die Stadt dankbar.»

Immer wieder wird es an diesem Abend darum gehen: Dankbarkeit. Dankbarkeit für die Einsatzbereitschaft, den Opferwillen der eigenen Freizeit, aber auch um die Dankbarkeit an das Umfeld der Feuerwehrfrauen und -Männer. Der Einsatz in einem Milizkorps wäre ohne sie nicht möglich.

Pascal Weber, 37 Jahre

Impressionen vom Jahresschlussrapport 2022 der Feuerwehr Uster am 13. Januar 2021 im Stadthofsaal Uster.
Pascal Weber

Pascal Weber ist er schon 17 Jahre bei der Feuerwehr Uster. Oder sind es 18, gar 19? So ganz genau weiss das der 37-Jährige dann doch nicht. Was er weiss, ist, dass er das Milizmodell äusserst praktisch findet, es sich an Lebensumstände anpasst.

Denn im letzten Jahr nicht viele Einsätze leisten, nicht an vielen Übungen teilnehmen. «Ich habe zwei Kinder zu Hause, bin engagierter Vater. Da kann ich nachts einfach nicht ausrücken.»

Allerdings habe er für diese Situation vollstes Verständnis erfahren. «Es ist gut für mich und gut für die Feuerwehr Uster, wenn ich bleiben kann, sie keinen erfahrenen Mann verlieren.»

Welcher Einsatz ist ihm bei all seiner Erfahrung im letzten Jahr besonders in Erinnerung geblieben?

«Schwierig zu sagen. Was mich immer mitnimmt, sind Suizidfälle auf der Bahnstrecke im Oberland.» So sei es längst nicht der Bahnhof Stadelhofen, wo sich Leute das Leben nehmen würden, auch das Aatal sei ein kritischer Ort in dieser Hinsicht. «Das kann sehr belastend sein, allerdings haben wir auch ein psychologisches Beratungsangebot, das wir nutzen können.»

Ueli Truttmann, 35 Jahre

Impressionen vom Jahresschlussrapport 2022 der Feuerwehr Uster am 13. Januar 2021 im Stadthofsaal Uster.
Ueli Truttmann

Da klingt der Einsatz eines Kameraden schon deutlich weniger dramatisch. «Mir ist in Erinnerung geblieben, wie wir den Keller des Freien Jugendzentrums frjz auspumpen mussten. Tief schlafend nachts im Bett liegend, geht da plötzlich der Alarm und ich muss raus.»

Aber Ueli Truttmann schätzt an seiner Aufgabe als Feuerwehrmann, dass er seinem Umfeld, seinen Mitmenschen etwas zurückgeben kann. Es hätten sich früher zwar Kollegen über ihn lustig gemacht, «die meinten, so ein bisschen Übung und Saufen, das sei doch kein Ding.»

Er weiss, dass es anders ist. «Für Einsätze brauchst du einen klaren Kopf, du musst funktionieren.» Und auch der 35-Jährige fügt an, dass es psychisch nicht immer leicht sei. «Bei Verkehrsunfällen, wenn es Schwerverletzte oder gar Tote gibt, dann ist das selten ein schöner Anblick.»

Korpsgrösse bleibt stabil

Schöner präsentiert sich der Anblick im Stadthofsaal. Inzwischen ist auf den Tischen der Hauptgang serviert. Löffel schlagen gegen mit Gemüse, Kartoffeln, Risotto und Fleisch gefüllte Schalen, es klirren Weingläser und Bierflaschen.

Und dabei sind nicht Anwesende des mit 118 Mitglieder, davon 19 Frauen, umfassenden Korps vor Ort. Auch Gäste zusammenarbeitender Gemeinden, kommunaler oder kantonaler Behörden sind zugegen.

Neben selbstverständlich der Ustermer Politik. Natürlich sitzt da die Stadtpräsidentin Barbara Thalmann (SP). Aber auch Stadträte, wie der das Grusswort richtenden Caviezel und Stefan Feldmann (SP).

Austausch auf Augenhöhe

Ebenfalls ist der höchste Ustermer, Gemeinderatspräsident Jürg Krauer (FDP), geladen. An den Tischen sitzen zudem Gemeinderatsmitglieder aus der Kommission für öffentliche Dienste und Sicherheit (Kös) und der Rechnungsprüfungskommission (RPK).

Als Teil letzterer muss sich Daniel Schnyder (SVP) bisweilen mit Investitionsanträgen der Feuerwehr auseinandersetzen.

«Ich schätze einen solchen Abend wie den heutigen sehr, weil ich hier mit den Leuten auf Augenhöhe sprechen kann. Und plötzlich ein Verständnis für ihre Anliegen und Probleme gewinne.»

Schnyder spricht von Elektrofahrzeugen, von Ledersitzen bei Polizeiautos, weil Autos Aufenthalts- und Arbeitsort würden.

Weniger Einsätze als 2021

Wie viel die Ustermer Feuerwehr im vergangenen Jahr gearbeitet hat, wird deutlich bei einem Blick auf die Zahlen, die Kommandant Zollinger vor dem Dessert präsentiert.

Fast 20'000 Stunden kamen bei 962 Dienstanlässen zusammen. Darunter fallen 267 Einsätze, was allerdings gegenüber dem Vorjahr einem Rückgang von gut 80 Einsätzen entspricht.

Im Hintergrund werden den ganzen Abend über auf einer Leinwand Fotos und Impressionen der Einsätze des letzten Jahres gezeigt. Neben diesem Rückblick und zahlreichen Ehrungen blickt Kommandant Zollinger auch auf das aktuelle Jahr voraus.

So soll der Neubau des Brandhauses beim Ausbildungszentrum Riedikon endlich abgeschlossen werden.

Denn schliesslich gilt, dank regelmässiger Übungen, im Einsatz dann wirklich bereit zu sein und «funktionieren zu können», wie es Ueli Truttmann ausdrückt.

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