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Die Badi Maur bleibt in der Familie

Nach 20 Jahren kommt es in der Badi Maur am Greifensee zu einem Pächterwechsel.

Die Badi Maur bleibt in der Familie

Nach Abgang der Pächterin

Im Strandbad Maur kommt es nach 20 Jahren zu einem Pächterwechsel. Die grossen Neuerungen werden 2025 folgen.

Eine Entenfamilie im Stranbad Maur in Greifensee.
Die Pacht wechselt, die Enten bleiben: In der Badi Maur wird man auch weiterhin die natürliche Idylle geniessen können.

Wie bei so vielen Originalen gehen auch bei Irène Pawar die Meinungen auseinander. Während ihre Stammkunden sie beinahe schon lieben, gab es auch immer wieder Stimmen, die sie als schroff empfinden.

Unbestritten ist indessen, dass die langjährige Pächterin die Seebadi Maur mit ihrem Eifer zu einem Bijou gemacht hat, das heute für seine natürliche Idylle weit über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt ist.

Nach zwei Jahrzehnten hat Pawar nun einen Schlussstrich gezogen, ihre sieben Sachen gepackt und das Flugzeug nach Costa Rica bestiegen. Dort baut sie das Haus, in dem sie ihre Pension verbringen wird.

Der Sohn übernimmt von der Mutter

Wie die Gemeinde Maur auf Anfrage mitteilt, bleibt die Badi am Greifensee aber zumindest vorerst in der Familie. Pawars Sohn Amrit, der bereits in den letzten Jahren im Betrieb gearbeitet hat, wird die Pacht für die kommende Saison übernehmen.

Grössere Änderungen sind entsprechend nicht zu erwarten. Er sagt: «Wir werden das Sortiment etwas anpassen, aber grundsätzlich ist der Rahmen ja gegeben.» Bleiben werden der grosse Ruhebereich als auch die Zusammenarbeit mit dem Stand-up-Paddle-Verleiher SUP Greifensee. Ein beliebtes Angebot, das der Badi viel Kundschaft bringt.

Badi Maur und Stand-up-Paddling gehören für viele Leute zusammen.
Bei der Kundschaft beliebt: die Stand-up-Paddle-Vermietung in der Badi.

Zu sehr ins Detail möchte der 37-Jährige indessen nicht gehen. In den nächsten Wochen wird er die Planungen in Angriff nehmen. Die Eröffnung des Gastronomiebetriebs für die Spaziergänger ist Stand jetzt auf den 15. März vorgesehen.

2025 wird gebaut

Die Gemeinde spricht derweil von einer Zwischenlösung. Die Gebäude, konkret der Kiosk und die Umkleideräume, sind am Ende ihres Lebenszyklus angelangt und bedürfen einer Sanierung.

Aktuell arbeitet Patrick Epper, Leiter Liegenschaften, an einem Leistungsbeschrieb. Im Anschluss wird eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die bis Ende Jahr vorliegen soll.

Die Herausforderungen sind dabei vielfältig – auch, weil die Badi mitten im Naturschutzgebiet liegt. Es müssten nun verschiedene Fragen geklärt werden, erklärt Epper. «Wollen wir die Gastronomie und die Badeaufsicht trennen? Wie wollen wir den Zugang zum See gestalten und den Schutz von Flora und Fauna gewährleisten? Und wie lässt sich das mit den Auflagen des Kantons vereinbaren?»

Die Erfahrungen zeigen, dass eine gute, kleine Karte funktioniert.

Patrick Epper

Leiter Liegenschaften der Gemeinde Maur

Der Fahrplan sieht vor, dass die Pacht 2024 neu ausgeschrieben wird und die Sanierung 2025 erfolgen soll. Da die Schonzeit der Wildtiere berücksichtigt werden muss, verengt sich das Zeitfenster für die Bauarbeiten auf die Monate Mai bis September. In welcher Form sie den Badibetrieb beeinflussen werden, ist heute noch unklar.

Ebenso steht noch in den Sternen, wie die Seebadi Maur mittelfristig aussehen und betrieben wird. Theoretisch wäre der Einzug eines bekannteren, trendigen Gastronomieunternehmens aus der Stadt Zürich möglich. «Die Erfahrungen zeigen, dass eine gute, kleine Karte funktioniert», entgegnet Epper. «Grössere Angebote sind wirtschaftlich wohl nicht attraktiv.»

Die natürliche Idylle des Greifensees, aufgefangen in einem Drohnenflug. (Quelle: Youtube/Drone FDO)

In Maur will man nun den Austausch mit umliegenden Gemeinden verstärken, die ebenfalls über eine eigene Seebadi verfügen, um von deren Erfahrungen bezüglich Betriebskonzept und Gastronomie zu profitieren. Dass sich am Charakter der Badi etwas ändern könnte, liegt aus Eppers Sicht aber in der Natur der Sache.

Neustart ohne Vorurteile

Obschon Amrit Pawar den Betrieb und die Kundschaft kennt, betont auch er: «Ich fange bei Null an.» Bestehende Vorurteile und Animositäten sollen der Vergangenheit angehören, allfällige Hausverbote aufgehoben werden.

Allfälligem Unmut möchte er mit persönlichem Kontakt begegnen: «Wenn jemandem etwas nicht passt, soll er es mir gegenüber ansprechen können, damit wir es aus der Welt räumen können. Wer hierher kommt soll sich entspannen und nicht ärgern.»

Wie Amrit Pawars mittelfristige Zukunft in der Badi Maur aussieht, kann auch er noch nicht sagen. Jetzt wolle er zuerst einmal beginnen und schauen, wie sich der Betrieb und die Vorstellungen der Gemeinde entwickeln. «Ich habe viele Erfahrungen in den einzelnen Bereichen gesammelt, nun muss ich erst einmal das Ganze führen. Darauf freue ich mich.»

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