Spitäler Uster und Wetzikon kämpfen mit Grossandrang auf Notfallstationen
«Grenze erreicht»
Schweizweit sind die Notfallstationen überfüllt – ein Phänomen, das auch vor den Spitälern Uster und Wetzikon nicht Halt macht. Aktuell erschweren die Festtage die Situation zusätzlich.




Virale Infekte, Lungenentzündungen, Unfälle, Herzinfarkte, Schlaganfälle – in der Notfallstation des Spitals Uster hat das Personal mehr als alle Hände voll zu tun. «Wir sind fast immer voll ausgelastet», sagt Dr. Hans Matter, Leiter der Notfallstation. Der grösste Teil der Fälle betrifft allerdings virale und respiratorische Infekte.
Bei sowieso knappen Betten bedeutet dies eine grosse Mehrbelastung für das ganze Spital. «Wir kommen an die Grenzen unserer Infrastruktur und beim Personal.» Da es auch beim Personal der Notfallstation zu Krankheitsfällen komme, seien einige Rochaden nötig geworden.
Verdoppelung der Fallzahlen
Beim GZO Spital Wetzikon macht man die gleichen Erfahrungen. Seit Jahresbeginn verzeichnet man einen Anstieg von rund 20 Prozent der Fälle, wie es von der Medienstelle heisst. Es sei ein genereller Trend, dass Patienten direkt den Notfall aufsuchen oder via Ärztefon auf die Notfallstation geschickt werden. Ein Mangel an Hausärzten sowie an Personal oder Notfallterminen in ihren Praxen verschärfe die Situation zusätzlich.
Ein Phänomen, mit dem sich schweizweit die Spitäler konfrontiert sehen. Viele berichten von einer Verdoppelung der Fallzahlen innert der letzten 10 Jahren. «Das ist auch bei uns der Fall», bestätigt der Ustermer Arzt Hans Matter.
Prinzipiell werden die Patientinnen und Patienten immer älter und kranker. «Aber es sind auch viele jüngere Menschen, die unsicher sind, und mit Beschwerden zu uns kommen, die nicht in einer Notfallstation oder einem Spital behandelt werden müssten.»
Durch den grossen Andrang mussten einige grössere Eingriffe verschoben werden, wie die Medienstelle auf Anfrage bestätigt. «Diese konnten jedoch innerhalb einer Woche nachgeholt werden – dafür wurde sogar in den Nächten und über die Wochenenden durchoperiert.»
Geschlossene Arztpraxen
In Wetzikon hat man seit Jahresbeginn einen Anstieg der Fälle von fast 20 Prozent verzeichnet. Das Schwierige daran: «Notfälle sind nicht planbar. Die Auslastung der Notfallstation, die einen Betrieb rund um die Uhr sicherstellt, schwankt daher extrem und ist kaum vorhersehbar.»
In einer Erstbeurteilung, der sogenannten Triage, wird dort festgelegt, wer mit welcher Priorität behandelt werden muss. Personen, bei denen keine rasche Intervention notwendig ist, müssen bei einer Überlastung der Notfallstation darum mit längeren Wartezeiten rechnen.
Die Bevölkerung wird angewiesen, jeweils als erstes den Hausarzt zu konsultieren. «Aber während der Ferienzeit und den Feiertagen sind viele Praxen geschlossen», so die Medienstelle des GZO Spitals Wetzikon.
Eine Erfahrung, die auch Hans Matter macht: «Vor Weihnachten gibt es immer einen Ansturm auf alle Notfallstationen. Zum einen ist das sicher saisonal bedingt wegen Infekten. Aber viele Personen wollen vor den Festtagen ihre Leiden noch kurzfristig abklären lassen und sicher gehen, dass alles in Ordnung ist.»
