Der Comedian Michael Elsener ist zurück auf den Comedy-Bühnen der Schweiz. In «Fake Me Happy», seinem neuen Live-Programm, nimmt er sich die sozialen Medien mit ihren Scheinwelten und «Fake-Ichs» zur Brust. Dabei sorgt der Zuger gleich selbst für prominente Unterstützung – dank seiner Parodien.
Michael Elsener, wie fühlt es sich an, an einem Ort aufzutreten, der eine Schnecke im Wappen trägt und für seine Pfannen bekannt ist?
Michael Elsener: Ich freue mich aufs Znacht! Weisse Schnecke auf grünem Grund: Das könnte auch das Visual sein für die bisherige Klima-Politik der Schweiz.
Sie tragen dieselbe Frisur, seit Sie 14 sind. Anscheinend scheuen Sie sich vor Veränderungen. Treten Sie deshalb im als traditionell geltenden Tösstal auf?
Die Frisur konservativ, der Geist progressiv. Mit dieser Verkleidung sollte ichs auch sicher durchs Tösstal schaffen. Wobei ich die Menschen bei meinen Fahrradtouren durchs Tösstal als sehr offen wahrgenommen habe.
Seit ich 14 war, habe ich so ziemlich alles in meinem Leben verändert. Ausser natürlich, wie Sie korrekt anmerken, meine Frisur. Ich ziehe diesen Justin-Timberlake-Chic aus den 1990er Jahren wohl so lange durch, bis meine Kopfhaut einen Berset macht.
Wo wir schon beim Thema Veränderungen sind: Wie hat sich die Pandemie auf den Humor ihres Publikums ausgewirkt?
Ich finde, mein Publikum ist lauter geworden. Es wird viel freimütiger rausgelacht als vor drei Jahren. Mir kommts jeweils ein bisschen so vor, als würden alle nochmals so richtig Gas geben wollen, weil niemand weiss, wie lange wir noch haben, bis das nächste Virus kommt.

