Die Kühe stehen angebunden in Reih und Glied, wirken entspannt – manche neugierig, andere eher unbeteiligt. Sie werden von allen Seiten begutachtet. Da fällt ein anerkennendes Wort, dort eine verstohlene Kritik. Wir sind an der Viehschau beim Schützenhaus in Maur. Ein Anlass, der an Tradition und Folklore denken lässt. Sind Viehschauen noch zeitgemäss?
Beno Bosshard, der Platzchef, streicht einer freundlich blickenden, braunen Kuh über den Kopf. Der Landwirt ist Mitglied der Landwirtschaftskommission Maur und hält er an der Viehschau in Maur alle Fäden in der Hand.
Seit er auf seinem Betrieb keine Milchkühe mehr hat, nimmt er selbst nicht mehr als Aussteller teil. « Ich betreibe nun eine ‹Kita› für Kühe », erklärt er augenzwinkernd seine heutige Rinderhaltung.
Zielgruppe? «Stadtmenschen»!
Die Viehschau sei ein Anlass, der in Maur schon seit Generationen durchgeführt werde und nicht mehr wegzudenken sei. « Es geht hauptsächlich darum, zu sehen, wo man als Züchter steht » , führt er aus, «den Vergleich zu anderen Betrieben und Rassen zu haben».

