«Ich esse, koche und finde gerne.» Roman Mordasini schwärmt schon auf der Fahrt in den Hittnauer Wald vom «Pilzle». «Ich finde es bedauerlich, dass wir so abhängig geworden sind von der Migros und vom Coop und finde es super, wenn ich mir mein Essen selbst suchen und zubereiten kann.»
Die Pilzsaison ist seit einigen Wochen in vollem Gange. «Es ist ein gutes Pilzjahr», sagt die Pilzkontrolleurin Ruth Bernhard aus Egg. Die Vielfalt sei momentan ungewöhnlich gross, da alle Pilze nun fast gleichzeitig aus dem Boden sprössen. Das habe mit dem trockenen Sommer zu tun. «Denn erst jetzt zeigen sich auch diejenigen Pilze, die normalerweise schon im August dagewesen wären.»
«Die Lockdown-Zeit war sicher ein Auslöser, warum nun auch viele jüngere Leute Pilze suchen.»
Ruth Bernhard, Pilzkontrolleurin aus Egg
Bei Ruth Bernhard kommen besonders viele Menschen vorbei, die erst neu mit dem «Pilzle» angefangen haben, wie sie sagt. Sie vermutet, hinter diesem Trend stecke der Wunsch, wieder näher an der Natur zu leben. «Die Lockdown-Zeit war sicher ein Auslöser, warum nun auch viele jüngere Leute Pilze suchen.»
Ferdinand Uehli, der schon seit vierzig Jahren in Zürich und jetzt auch in Illnau-Effretikon Pilze kontrolliert, beobachtet diese Entwicklung aber schon länger: «Das hat sich während den letzten zehn Jahren sehr verändert, es kommen viel mehr junge Leute in die Kontrolle.»

