Florian Thalmann bezeichnet ihn als Kuriosum unter den Vereinen. Und der Präsident von «Pro Jugend Uster» muss es wissen. Schliesslich ist es tatsächlich so: Während wohl die allermeisten Vereine irgendwo auf Geldsuche gehen, um ihre Aktivitäten zu finanzieren, ist die Hauptaktivität von «Pro Jugend Uster» die Vergabe seines Vermögens.
Oder besser war. Denn am Freitag wurde 17 Jahre nach seiner Gründung ein Schlussstrich unter seine Existenz gezogen. Er hat kein Geld mehr, das er noch vergeben könnte. Die letzten rund 50'000 Franken, die er noch in seiner Kasse hatte, gehen hälftig an den Ferienplausch des Bezirks Uster und die Ustermer Schulen.
Verein mit Ablaufzeit
Thalmann ist über das Ende nicht traurig. Schliesslich war schon bei der Gründung von «Pro Jugend Uster» dessen Auflösung absehbar. Das einzig Überraschende war, dass der Verein länger durchhielt, als eigentlich gedacht. So waren die rund 600'000 Franken, die der Verein bei der Gründung auf dem Konto hatte, nicht wie gedacht schon nach gut zehn Jahren, sondern eben erst jetzt verteilt.

