«Meine Lebenszeit ist am 18. August 2022 abgelaufen. Bruder Tod geleitete mich nach drüben». Diese Worte richtete Robert Widmer-Demuth post-mortem via Todesanzeige an die «lieben Zeitgenossinnen». Der Mitte August an Krebs verstorbene 77-Jährige war in Wetzikon bekannt: Er engagierte sich lokal-politisch, beispielsweise bei der Einführung einer 30-Zone an seinem Robenhauser Wohnort.
Oder er zeigte als begeisterter Sammler und Forscher in einem «Kuriositätenkabinett» der Öffentlichkeit gesammelte Artefakte aus dem nahen Wetziker Riet. Vor seiner Pensionierung leitete Widmer-Demuth über viele Jahre die Sozial-Institution «Suneboge» in der Stadt Zürich und setzte sich dabei für die Menschen am Rande der Gesellschaft ein.
Wenig Angst, viel Dankbarkeit
Das Leben und Sterben des Wetzikers soll nun über seinen Tod hinaus strahlen. Denn der Wetziker Filmemacher Christian Labhart und seine Frau Heidi Schmid haben in den letzten acht Monaten Robert Widmer-Demuth mit Kamera und Mikrofon begleitet. Entstehen soll daraus der Film «Röbi geht» (siehe Box).
Labhart beschreibt die Filmidee als Initialzündung: «Röbi erzählte mir im letzten Jahr von seiner Diagnose. Und zwar dermassen frei von Trauer oder Niedergeschlagenheit, sondern offen für den Tod und dankbar für das gelebte Leben, dass ich ihm spontan das Filmprojekt vorschlug.»

