Es ist kurz nach 18 Uhr. Der Himmel ist blau und klar. Die Sonnenstrahlen streifen über die umliegenden Wipfel und spiegeln sich in den Fenstern und Dächern der Wohnwagen am Fusse des Atzmännig, einem für Oberländer beliebten Ausflugsziel. Vom Hang des Chopf ist das Geläut von Kuhglocken zu vernehmen. Aus einem der wenigen offenen Wohnwagenfenster erklingt Zither-, aus einem anderen volkstümliche Akkordeonmusik.
Beim Gang über den Campingplatz, dessen Plätze überwiegend für Dauercamper reserviert sind, begegnen einem an diesem Abend kaum Menschen. Viele der Wohnwagen, die unter Bauten und Gerüste zu verschwinden drohen, sind abgeschlossen, Tür und Fenster geschlossen. Fast scheint es, als wäre der Platz, der wohl für viele eine Wochenend- und Erholungsoase ist, ausgestorben und die Sommerferien bereits zu Ende.
Schlafen im Holz-Iglu
Da knirscht plötzlich laut der Kies und zwei Mädchen mit langen, blonden Haaren springen hinter einer Ecke hervor. Ihre Eltern sitzen derweil an einem langen Holztisch vor einer abgesperrten Feuerstelle und räumen die Reste des wohl gerade beendeten Abendessens zusammen. Die Weissweingläser vor ihnen sind noch gefüllt, unter einem umgestürzten Becher wurden mehrere Wespen gefangen.
«Wir sind heute Morgen angekommen und verbringen jetzt bis Ende Woche hier unsere gemeinsamen Familyferien», sagt Marc Gremminger. «Drei Nächte sind wir in einem der Podhouses», sagt der 37-Jährige und deutet auf eine kleine Holzhütte mit rundem Dach, das einem Iglu gleicht, und vor dem mehrere bunte Wanderschuh-Paare stehen.

