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Bubiker Zentrum Sunnegarte wird eingeweiht

Der Pflegetrakt ist in Betrieb und das neue Wohnhaus bezogen: Die dritte und letzte Bauetappe für das neue Alterszentrum Sunnegarte in Bubikon ist abgeschlossen – und das Ehepaar Agosti glücklich.

Hildegard und Donat Agosti fühlen sich in ihrem neuen Daheim wohl., Von ihrer Alterswohnung blickt das Paar in die Umgebung des neuen Zentrums Sunnegarte. , Zentrumsleiter Peter Grossholz (links) und Verwaltungsratspräsident Christoph Kaufmann stehen beim Eingang des neuen Zentrums. , Peter Grossholz und Christoph Kaufmann sind mit dem neuen Zentrum samt Alterswohnungen (Haus im Hintergrund) sehr zufrieden., Die grosse Modelleisenbahn beim Wohnhaus soll ganz Junge und ziemlich Alte anziehen., Zu den Besonderheiten des neuen Zentrums gehört auch ein Wellnessbad., Christoph Kaufmann besichtigt das Notfallzimmer, in welchem kurzfristig neue Bewohner aufgenommen werden können., Donat und Hildegard Agosti haben in der Wohnung Platz für ihre geliebten Möbel und das Bild einer verstorbenen Freundin., Von ihrer Wohnung aus blicken die Agostis auch in die Natur.

Foto: Christian Brändli

Bubiker Zentrum Sunnegarte wird eingeweiht

Nach sechs Jahren Bauzeit ist es am 27. August soweit: Das neue Zentrum Sunnegarte der Gemeinde Bubikon wird mit einem Fest für die ganze Bevölkerung eingeweiht. «Optisch ist bis dahin alles fertig», meint Christoph Kaufmann, der Präsident des Verwaltungsrates.

Im Hintergrund gibt es allerdings noch einiges zu tun. So läuft die Mängelbehebung. Vor allem aber steht die Zeit der grossen Abrechnung an: «Der gesamte Neubau dürfte rund 45 Millionen Franken kosten. Das ist etwa zehn Prozent mehr als budgetiert», zieht Kaufmann eine Zwischenbilanz. Angesichts des Zeithorizonts von rund 50 Jahren – so lange soll das neue Zentrum seine Dienste tun – seien die Kosten zu relativieren.

Kompetenz aus einer Hand

Nun steht also das Bubiker «Kompetenzzentrum», wo Betreuung und Pflege, Alterswohnungen, Spitex, Beratung und weitere Dienstleistungen unter einem Dach angeboten werden. «Wir sind ein modernes Unternehmen in der Langzeitversorgung, nicht mehr einfach ein Altersheim», unterstreicht Zentrumsleiter Peter Grossholz.  

Bubikon ist damit neben Wald die einzige Gemeinde in der Region, die alle Angebote für die ältere Bevölkerung unter einer Leitung zusammengefasst hat. Mit den Neubauten sind jetzt auch die einzelnen Bereiche räumlich konzentriert. Von den früheren Bauten weiterbetrieben wird das Haus Mooswies mit 20 kleineren Alterswohnungen.

Nun zwei Häuser mit Alterswohnungen

Vor drei Jahren feierten die Bubiker mit dem Abschluss der ersten Bauetappe bereits eine Einweihung. Bezogen werden konnten damals 80 Zimmer – 10 davon in der Demenzabteilung – im neue Pflegetrakt.

Das Bubiker 42-Millionen-Alterszentrum steht

14.11.2019

Trotz Verzögerungen und Mehrkosten

Der Neubau des Zentrums Sunnegarte ist nach drei Jahren Bauzeit bezugsbereit. Beitrag in Merkliste speichern In der zweiten Phase 2019 und 2020 wurde der alte « Sunnegarte » dem Erdboden gleichgemacht und gleichzeitig eine Tiefgarage und eine unterirdische Verbindung gebaut. In der jetzt abgeschlossenen Etappe wurde einerseits der Wohntrakt fertiggestellt. Hinzu kamen dabei etwa ein Raum der Stille, ein Fitnessraum und ein öffentliches Restaurant. Andererseits sind im neuen, zweiten Wohnhaus – dem Bürg – 26 weitere Alterswohnungen entstanden. Mit 2,5- und 3,5-Zimmern sind diese Wohnungen grösser ausgefallen als jene im Mooswies.

Ein Vernunftsentscheid

In einer dieser neuen Wohnungen ist seit Mitte Mai das Ehepaar Hildegard und Donat Agosti daheim. In die geräumige Wohnung haben die beiden alle Möbel, die ihnen viel bedeuten, mitnehmen können. «Die Wohnungsgrösse war für uns natürlich ein Thema», meint Hildegard Agosti. Schliesslich hat das Paar im Gossauer Grüt in einem Haus gewohnt.

Hildegard und Donat Agosti konnten in die geräumige Wohnung alle Lieblingsstücke ihrer Einrichtung mitnehmen. (Foto: cb)

«Dass es hier so hell ist, gefällt mir sehr gut», ergänzt die gelernte Sozialarbeiterin, die die letzten zehn Berufsjahre zusammen mit ihrem Mann ein Altersheim in Zürich geführt hat. «Mit dieser Erfahrung haben wir gewusst, was auf uns mit dem Wechsel zukommt», sagt Donat Agosti. Dieser sei dennoch ein «Vernunftsentscheid» gewesen, wie beide betonen. Und sie haben sich für diesen auch Zeit gelassen, liegt für die beiden 90-Jährigen der Zeitpunkt ihrer Pensionierung doch schon Jahrzehnte zurück.

Rasch eingelebt

Die beiden sind glücklich, hier diese Wohnung mit schöner Aussicht und Anschluss zu einem Altersheim gefunden zu haben. «Solche Plätze sind sehr rar.» Das ist auch der Grund, warum sie sich ausserhalb ihrer früheren Wohngemeinde umsehen mussten.

Am neuen Ort haben sie sich aber rasch eingelebt. «Wir haben uns gleich ein Saisonabonnement für die Egelsee-Badi gekauft», erzählt sie. Und schiebt nach, dass sie bereits einige gute Nachbarn im Haus kennengelernt hätten.

Entlastung für Angehörige

Solche Kontakte sind dem Zentrumsleiter wichtig. Deshalb hat er für die beiden Wohnbauten auch eine Siedlungsbetreuung initiiert, die den gegenseitigen Austausch fördern soll.

Grossholz hat sich Flexibilität bei den Angeboten auf die Fahne geschrieben. Dazu gehört etwa, dass Senioren aus den Wohnhäusern jederzeit ins Altersheim übertreten können, falls es zuhause mit dem selbstständigen Wohnen nicht mehr klappt.

Musik und Ehrungen zur Eröffnung

Am Samstag, 27. August, steigt ab 9.45 Uhr nach sechs Jahren Bauzeit das grosse Eröffnungsfest des neuen « Sunnegarte » Bubikon. Auf dem Programm stehen Reden, viel Musik, ein Rundgang durchs Heim und um 11.30 Uhr auch die Ehrung der Freiwilligen. An diversen Verpflegungsständen können Hunger und Durst gestillt werden. Für die Kinder gibt es am Nachmittag einen Plauschlauf beim gegenüberliegenden Schulhaus Bergli. Um 18 Uhr wird der Anlass abgeschlossen.

Zurzeit werden im Sunnegarte auch Tages- und Nachtstrukturen aufgebaut. Diese sollen eine Entlastung für pflegende Angehörige schaffen. Der Spitexdienst sorgt dabei kurzfristig für Betreuung der beeinträchtigten Menschen – und will so helfen, dass solche Senioren möglichst in ihrer Wohnung bleiben können.

Hohe Auslastung

Im Unterschied zu anderen Alters- und Pflegeheimen in der Region hat es laut Grossholz in Bubikon nie an der Nachfrage gefehlt. Aktuell liegt die Belegung bei hohen 93,5 Prozent. Und die Alterswohnungen sind rasch alle besetzt gewesen. «Wir mussten keine Werbung machen», hält Kaufmann fest.

Die nun bestehende Infrastruktur dürfte gemäss dem Verwaltungsratspräsidenten auch für die nächsten Jahrzehnte ausreichen. Einzig bei den Alterswohnungen könne gemäss dem erst vor kurzem erarbeiteten Alterskonzept 2030 in der Bubiker Aussenwacht Wolfhausen noch ein Bedarf von bis zu 40 Wohnungen entstehen.

Herausfordernde Finanzierung und Personalsuche

Als grösste Herausforderung für die Zukunft sieht er angesichts der zunehmenden Überalterung aber die Finanzierung der Alterspflege. «Wenn am angestammten System nichts geändert wird, steigen die Pflege- und Ergänzungsleistungs-Kosten bis ins Jahr 2050 von heute knapp vier auf zirka elf Millionen Franken an. Das würde eine Zunahme von 18 auf rund 30 Prozent der Steuereinnahmen der natürlichen Personen in Bubikon bedeuten», erklärt Kaufmann.

Im Konzept werden einige Lösungsansätze aufgezeigt, dass es nicht soweit kommen muss.

Für Peter Grossholz ist aktuell das grösste Problem, gute Fachleute zu finden. «Und dann sind da auch noch die steigenden Ansprüche, aber die sind bewältigbar.» Jetzt freut er sich aber zunächst darüber, dass mit den Neubauten die Betriebsabläufe deutlich besser geworden sind. Und ebenso über das öffentliche Restaurant: «Das läuft sehr gut und hat überhaupt kein Altersheimsambiente. Die Gastronomie möchte ich jedenfalls noch weiter ausbauen.»

Schwierige Bettenplanung

Im Bubiker Alterskonzept 2030, das im letzten Jahr verabschiedet worden ist, wird auf die schwierige Bedarfsplanung bei Pflegebetten eingegangen. Schon ein Vergleich der 2005 und 2010 geplanten Zahlen mit den effektiv benötigten Betten zeigt eine Abweichung um bis zu einem Drittel.

Das schweizerische Gesundheitsobservatorium (Obsan) hat im Auftrag der Zürcher Gesundheitsdirektion 2016 erstmals die Nachfrage nach stationären Pflegeplätzen bis ins Jahr 2035 für den Kanton Zürich und dessen Bezirke prognostiziert. Der bis 2040 prognostizierte Bettenbedarf, der 2020 anhand der Daten von 2019 berechnet wurde, liegt unter dem Bettenbedarf, der im Jahr 2018 anhand der Daten von 2016 ermittelt wurde.

Dieser Unterschied erklärt sich damit, dass für die Prognose 2019 bis 2035 respektive 2040 neue Bevölkerungsprognosen des statistischen Amtes, dazu aktualisierte Daten der sozialmedizinischen Institutionen sowie der Sterblichkeitsentwicklung verwendet worden sind. Alle drei Aktualisierungen haben einen deutlichen Einfluss auf den Bettenbedarf.

Die neueste Obsan-Aktualisierung 2021 prognostiziert für 2035 einen abnehmenden Bedarf an Pflegebetten im Bezirk Hinwil. Je nach Szenario ist mit einem Minus von 100 bis 400 Plätzen zu rechnen. Ähnlich sieht es im Nachbarbezirk Meilen aus. Anderseits haben die Bezirke Uster und Pfäffikon einen Nachholbedarf. Die vier Bezirke Uster, Pfäffikon, Meilen und Hinwil verfügen zusammen heute bereits über genügend Bettenkapazitäten bis ins Jahr 2035. Daher verzichtet zum Beispiel die Stadt Uster auf einen weiteren Ausbau der Pflegebettenkapazitäten.

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