Ehefrau brachte Dübendorfer dazu, ein Buch zu schreiben
Marcel Wepfer liest eigentlich nicht besonders gerne Bücher. Gerade mal fünf hat der 52-jährige Dübendorfer in seinem Leben gelesen, doch dafür hat er schon ein eigenes geschrieben, das 323 Seiten umfasst. «Augenflackern» heisst das Werk.
In seinem Garten im Dübendorfer Zentrum sagt Wepfer, dass er schon seit 30 Jahren davon träumte, ein Buch zu schreiben. «Ein gewisses Flair fürs Schreiben hatte ich schon immer.» Der Anstoss dazu sei aber letztlich von seiner Frau gekommen. «Als ich eine Sportverletzung vorwiegend auf meinem Sofa auskurierte, sagte sie: Mach mal etwas Gescheites, statt nur herumzusitzen.»
Tech-Millionär als Bösewicht
Also habe er seinen Laptop genommen und sich in den Garten gesetzt, wo er die nächsten eineinhalb Jahre ganz viele Abende und Wochenende an der Geschichte feilte. Dabei geht es um eine Gruppe Studenten, der es gelingt, die Lebenserinnerung von Sterbenden aufzuzeichnen. Das Ganze endet in einem wilden Katz-und-Maus-Spiel zwischen einem kriminellen Tech-Millionär und dem FBI.
«Das Feedback des Lektors auf die ersten Kapitel hat mir Mut gemacht.»
Marcel Wepfer, Autor aus Dübendorf
«Der Anfang und Schluss der Geschichte hatte ich von Beginn an in meinen Kopf.» Zeitaufwendig sei aber insbesondere die Recherche gewesen. Als Manager eines Privatflugzeuganbieters habe er weder medizinische Kenntnisse noch interessierte er sich übermässig für das weltpolitische Geschehen. Beides sind aber gewichtige Elemente in seinem Buch. «Ich habe ganz viel zu Tierversuchen recherchiert. Zum medizinischen Teil hat mir ein befreundeter Zahnarzt Feedbacks gegeben und mir geholfen.»
Verlage winken ab
Doch spätestens bei der Suche nach einem Verlag sei ihm bewusst geworden, wie schwierig die Vermarktung seines Buches ist. «Ich schrieb einige Verlage an, doch die Antwort war immer die gleiche: Wir vertreiben hauptsächlich Werke unserer eigenen Verlagsautoren.» Also habe er sich entschieden, dass Buch über die Self-Publishing-Plattform von Amazon zu veröffentlichen.
Bevor er allerdings so weit war, engagierte er ein Lektorat für die stilistische und grammatikalische Bearbeitung seines Werkes. 2500 Franken habe das gekostet. «Das Feedback des Lektors auf die ersten Kapitel hat mir Mut gemacht. Er hat den Entwurf als Juwel bezeichnet.»
Der Lektor habe ihm aber nahegelegt, den Ort seiner Handlung klar zu machen und nicht offen zu lassen. «Von Vorteil soll ich mich für eine Region in der Schweiz entscheiden».
«Doch ich lehnte ab.» Denn die Schweiz habe nicht die «Power», die globalen Verstrickungen des Bösen zu bekämpfen, wie es in seiner Geschichte der Fall sei. «Es war klar, dass nur das FBI den Bösewicht aufhalten kann.»
Immerhin hat es Davos mit seinem WEF als Schauplatz in die Geschichte geschafft, aber nicht Dübendorf, wo Wepfer seit 22 Jahren wohnt. «Hier fehlte mir die internationale Bedeutung.»
Ehefrau prägt das Buch
Die grösste und gewichtigste Kritikerin seines Schaffens sei seine Frau gewesen. Die gebürtige Dübendorferin sei im Gegensatz zu ihm eine leidenschaftliche Leserin. Sie habe ihm Tipps gegeben, wie er das Zwischenmenschliche seiner Figuren besser hervorheben könne, oder wo er die Geschichte straffen soll und wo er ausführlicher beschreiben müsse.
An Tagen, an denen es mit Schreiben nicht wie gewünscht lief, habe er am Cover des Buches gearbeitet. Er habe allgemein das meiste selber gemacht, so seien die Kosten des Buches hauptsächlich auf die Arbeit des Lektorats zurückzuführen.
«Als nächstes will ich auf den Kilimandscharo steigen.»
Marcel Wepfer
Etwa 180 Bücher habe er schon verkaufen können nach gut zwei Monaten. «Das ist ein gutes Ergebnis. Noch wichtiger sind mir aber die guten Feedbacks aus meinem Bekanntenkreis.»
Ob er noch ein Buch schreibe, wisse er noch nicht. «Das Ende meines Buches bietet zumindest die Möglichkeit einer Fortsetzung.»
Denn Marcel Wepfer hat noch weitere Träume, die er in seinem Leben verwirklichen will. «Als nächstes will ich auf den Kilimandscharo steigen.»
Am Donnerstag 1. September, findet um 18.30 Uhr im Bioladen Fein’s an der Bahnhofstr. 61 in Dübendorf eine Lesung mit Marcel Wepfer statt. Aufgrund der beschränkten Teilnehmeranzahl ist eine Anmeldung an info@feinsbio.ch oder Telefon 043 811 86 00 erforderlich.
Über den Autor
Marcel Wepfer ist verheiratet und Vater von drei Kindern und seit zwei Jahren Grossvater. Mit seiner Ehefrau wohnt er im Zentrum von Dübendorf. Sein Buch «Augenflackern» kann in Dübendorf im «Feins Bio» oder im Kino Orion gekauft werden. Online ist es über www.augenflackern.ch oder über Amazon erhältlich.
