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Gesellschaft

Die Bräms und der Katzensprung an den Greifensee

Der Sommer zieht viele Menschen auf die Campingplätze im Zürcher Oberland. Züriost will mehr über die Personen erfahren, die ihre Ferien in der Region verbringen. In zweiten Teil treffen wir Familie Bräm auf dem Campingplatz Rausenbach in Maur.

Familie Bräm: Manuel, Liun, Flynn und Luke (v.l.) machen Ferien in Maur., Sie haben ihr Zelt auf dem Campingplatz Rausenbach am Greifensee aufgeschlagen., Ihre Anreise war kurz - nur 30 Minuten., Auf dem Campingplatz wollen sie drei Nächte bleiben.

Fotos: Erik Hasselberg

Die Bräms und der Katzensprung an den Greifensee

Die Sonne brennt heiss an diesem Montag. Fernab ist das Läuten der Maurmer Kirchenglocken zu hören, es ist halb vier Uhr nachmittags. Das Schilf am Ufer des Greifensees biegt sich und raschelt im Wind, während auf dem türkis schillernden Wasser in der Ferne zwei Segelschiffe über die Wellen gleiten.

An der Badestelle des Campingplatz Rausenbach türmen sich schon beinahe die Stand Up Paddleboards, Kinder planschen im Wasser, Eltern sitzen im Schatten der Uferbäume.

Nur 30 Minuten Anreise

Auf dem Campingplatz, der hinter einer hohen Hecke und einem Kiesweg direkt am See im Naturschutzgebiet liegt, sind in der prallen Sonne sind kaum Menschen zu sehen. Doch da fährt eine vierköpfige Gruppe mit ihren schwer beladenen Velos mitsamt Anhänger auf den Platz.

Von den Gesichtern der drei Kinder läuft der Schweiss – nichts wie ab an den Kiosk, um den Durst zu löschen. Im Schatten eines Baumes wollen die vier ihr Zelt aufschlagen.

«Wir sind halt keine Profi-, sondern Spontan-Camper.»
Manuel Bräm

«Vermutlich haben wir die Hälfte unserer Campingausrüstung zu Hause vergessen», sagt Manuel Bräm und lacht. Gemeinsam mit seinen drei Söhnen wird er die nächsten Nächte hier auf dem Campingplatz in Maur verbringen.  «Wir sind halt keine Profi-, sondern Spontan-Camper.»

Immerhin könnten sie im Fall der Fälle noch zusätzliches Equipment holen oder vorbeibringen lassen. «Wir wohnen in Dübendorf, also praktisch um die Ecke. Die Fahrt hat jetzt wie lange gedauert? Eine halbe Stunde?», fragt Manuel Bräm in die Runde.

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Stummes Nicken. Die kurze Reise durchs Glattal in der Mittagshitze hat gereicht, um das Anzapfen der Energiereserven nötig zu machen.

Ortswechsel und Abenteuer

Während es viele in den Sommerferien ins Ausland zieht, haben sich Bräms ganz bewusst für einen Aufenthalt in der Nähe entschieden.

«Ich finde es super, wenn die Jungs aus eigener Kraft mit dem Rad irgendwohin fahren können und ihre eigenen Sachen schleppen müssen. Und als Vater habe ich gelernt, dass es letztlich keinen Unterschied macht, ob wir 10 Stunden oder 30 Minuten unterwegs sind», so der 44-Jährige. Nur etwas ist für ihn klar: «Für eine Abenteuer braucht es einen Ortswechsel.»

Diesen Ortswechsel dagegen nicht mitgemacht hat seine Partnerin. «Sie ist daheim geblieben, auch weil sie im fünften Monat schwanger ist. Aber dadurch, dass wir so nah sind, könnte sie uns auch besuchen oder wir schnell bei ihr sein.»

Schwieriger Zeltaufbau

Auf dem Campingplatz nimmt derweil das erste Abenteuer schon seinen Lauf: der Zeltaufbau. Natürlich ging der Hammer zuhause vergessen. Kurzum muss ein Stein als Werkzeug dienen, um die Heringe im ausgetrockneten Boden zu versenken «Denk daran Flynn, schräg reinhauen!»

Flynn (10) und sein ältere Bruder Luke (14) tun wie ihnen geheissen, laufen – natürlich in Socken – um den Zeltboden, versuchen, ihn zu spannen und dingfest zu machen. Mittendrin der dreijährige Liun. Voller Stolz präsentiert er seinen Schlafsack, als nach einer gefühlten Ewigkeit das Zelt doch noch steht und eingeräumt werden kann.

«Ich finde es cool, mit der Familie hier zu sein, Fussball und Federball zu spielen. Und natürlich gut zu Essen», sagt Luke.

Ist denn das Essen in den Ferien besser als zuhause? «Jetzt musst du aufpassen, was du sagst», wirft der Vater prompt lachend ein. Doch Luke lässt sich davon nicht beirren: «Natürlich», erklärt er.

Auf den See –  mit dem SUP

Flynn spannt derweil fachmännisch die Leinen des silbernen Zelts, bevor er den Veloanhänger entlädt und das Vorzelt einräumt. Unter den Gepäckstücken befindet sich auch eine grosse Luftpumpe. Denn natürlich wollen die Bräms wie so viele andere auch, auf ihren Stand-Up-Brettern den See unsicher machen.

« Auf dem See bist du weit weg von allem, kannst den Kopf durchlüften.»
Manuel Bräm, dreifacher Vater

«Ich komme eigentlich vom Skaten, Wellen- und Windsurfen. Deshalb dachte ich, Stand-Up-Paddeln mache ich mal, wenn ich pensioniert bin», sagt Manuel Bräm. Doch bereits vor fünf, sechs Jahren habe ihn die Faszination gepackt, die nun auch seine Söhne teilten.

«Auf dem See bist du weit weg von allem, kannst den Kopf durchlüften», schildert der 44-Jährige die Faszination, bevor ihm Flynn ins Wort fällt: «Es macht so viel Spass, weil man komplett das Zeitgefühl verliert. Aus Minuten werden Stunden.»

Familie Bräm auf dem Campingplatz Rausenbach in Maur am Greifensee.

Keine Stunde hat es gedauert und das Quartett hat seinen Platz bezogen, Zelt aufgebaut und eingeräumt. Sogar die Luftmatratzen sind schon ausgelegt.

«Das coole am Camping ist auch, dass wir hier selbstständiger sind als zuhause», erklärt Flynn mit stolzer Brust. «Das werde ich ja noch sehen», entgegnet ihm der Vater mit Blick auf die kommenden Tage und ihre Ferien auf dem Campingplatz Rausenbach am Greifensee in Maur.

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