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Deshalb verwandelt sich der Effimärt bald in eine grosse Bühne

Bald bebt der Effimärt: Die Stadtmusik und die Stadtjugendmusik Illnau-Effretikon veranstalten ab Donnerstag ein viertägiges Openair-Festival. Letztere feiert dabei ihren 40. Geburtstag.

Hoch die Instrumente: Die Stadtjugendmusik Illnau-Effretikon kann endlich wieder auftreten.

PD

Deshalb verwandelt sich der Effimärt bald in eine grosse Bühne

Ob die Stadtjugendmusik Illnau-Effretikon mit 40 Jahren nun definitiv zu den Erwachsenen gehört? Beat Bornhauser muss über die Frage lachen. «Erwachsen ist man ja doch schon mit 20, oder?», fragt der Präsident des Vereins zurück. Und liefert Zahlen: ein Gruppenspiel mit acht Kindern und ein Orchester mit 37 Musizierenden – organisiert in einem eigenständigen Verein, der unter seinesgleichen zu den grössten der Region gehört. Fazit: «Ja, wir stehen mitten im Leben.»

Der runde Geburtstag will denn auch gebührend gefeiert werden. Dafür bietet sich das Festival «Musig ufem Effimärt», das die Stadtmusik zusammen mit der Stadtjugendmusik organisiert, natürlich an. Das viertägige Programm umfasst rund 30 Konzerte und Darbietungen, der Samstag ist zum Jugendtag auserkoren.

Galakonzert zur Primetime

Zur Primetime quasi, am Samstagabend um 20 Uhr, wird die Stadtjugendmusik ihr Galakonzert geben, um 22 Uhr steht eine Party im Stadthausaal an. Die Chance, nach der Pandemie wieder vor grossem Publikum spielen zu dürfen, will schliesslich ausgekostet sein. Nicht gerade von einem Befreiungsschlag, aber doch von einem «Neustart», spricht Bornhauser.

Beat Bornhauser nimmt für die GLP auch im Stadtparlament von Illnau-Effretikon Einsitz.

Neben der emotionalen Dimension hat das Wochenende für den Verein aber auch einen funktionalen Zweck. Zwar konnte er im Gegensatz zu vielen anderen Musikvereinen die Corona-Zeit ohne Abgänge überbrücken, doch nach fast zwei Jahren ohne Auftritte muss er sich der Öffentlichkeit präsentieren können, um neue Kinder und Jugendliche für sich zu gewinnen.

Der Vereinspräsident lobt in diesem Zusammenhang die Efforts der Orchesterleiterin Monika Schütz und des Gruppenspielleiters Carles Peris. Sie haben den Betrieb mit innovativen Ideen aufrechterhalten. Die beiden hatten Proben übers Internet, in Kleingruppen und sogar im Freien abgehalten, was wiederum einen beträchtlichen Organisationsaufwand mit sich brachte.

In der Politik gut verankert

Grundsätzlich aber, dem ist man ist sich bewusst, profitieren sowohl die Stadtmusik als auch ihr jugendliches Pendant von einer sehr guten Verankerung in der Bevölkerung – und in der Politik. Bornhauser sitzt für die GLP im Parlament und mit Leonie Antweiler (SP) und Silja Benker (Grüne) sind im März zwei Orchestermusikerinnen in den Rat gewählt worden. Auch der SVP-Abgeordnete Simon Binder spielte lange im Orchester Trompete. «Es gäbe sogar im Stadtrat noch ehemalige Mitglieder», ergänzt Bornhauser schmunzelnd.

Tatsächlich ist die Politik der Musik in Illnau-Effretikon wohl gesinnt. Im letzten Jahr wurde unter der langjährigen Schulvorsteherin Erika Klossner (FDP) ein Pilotprojekt zum Klassenmusizieren im Schulhaus Eselriet ins Leben gerufen. Dieses verlief so erfolgreich, dass das Parlament den Antrag, es flächendeckend einzuführen, einstimmig guthiess.

Nahrhafter Rekrutierungsboden

Ab dem August 2023 werden in Illnau-Effretikon folglich alle Schülerinnen und Schüler der vierten Klassen mit einem Blas- oder Schlaginstrument musizieren, was wiederum den Rekrutierungsboden für die Stadtjugendmusik nährt.

Das freut natürlich Präsident Beat Bornhauser. Zum Selbstläufer werde das Vereinsleben deshalb dennoch nicht. «Wir dürfen zwar nicht Jammern», sagt er, «aber auch wir haben Konkurrenz von anderen Freizeitangeboten und müssen Aufwand betreiben, um die Kinder und Jugendlichen zu gewinnen und bei uns zu behalten.» Das anstehende Festival bietet da eine gute Gelegenheit.

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