Bezirk Hinwil

Bezirk Pfäffikon

Bezirk Uster

Tösstal

Themen

Specials

Services

ZO Portale

Abo

Gesellschaft

Auf die Kirche soll nun der Staat folgen

Seit zwei Jahren ist der Bezirk Pfäffikon in Sachen Jugendberatung eine Wüste. Nun soll eine neue Stelle geschaffen werden – wenn denn genug Gemeinden bereit sind, den Preis zu zahlen.

Im Bezirk Pfäffikon gibt es seit zwei Jahren keine Jugendberatung mehr.

Symbolbild Pixabay

Auf die Kirche soll nun der Staat folgen

14’300 Franken, verteilt auf drei Jahre: Es ist ein kleiner Betrag, den der Gemeinderat von Hittnau an seiner Sitzung gesprochen hat. Doch er könnte in der Endabrechnung noch sehr wichtig werden.

Derzeit liegt bei allen Exekutiven des Bezirks ein Antrag des Zweckverbands Soziales auf dem Tisch. Dieser sieht im Rahmen eines dreijährigen Pilotprojekts die Schaffung eines Beratungsangebots für Jugendliche und junge Erwachsene vor. Der Start wäre auf den 1. Juli 2023 an einer Lokalität in Pfäffikon vorgesehen, das Pensum auf 80 Prozent und die gesamten Kosten auf 360’000 Franken veranschlagt. Der Betrag soll nach einem gewichteten Verteilschlüssel auf die zehn Gemeinden verteilt werden.

Die Krux: Eine Mehrheit der Gemeinden muss den Antrag gutheissen. Bis dato haben Illnau-Effretikon, Lindau, Russikon und Hittnau grünes Licht gegeben, Wila und Weisslingen haben ihn abgelehnt. Ergo müssen mindestens zwei der noch ausstehenden Rückmeldungen aus Pfäffikon, Fehraltorf, Bauma und Wildberg positiv ausfallen.

Wenn die Kirche sich zurückzieht 

Damit könnte eine gesellschaftlich durchaus problematische Lücke geschlossen werden. Fast 30 Jahre lang hatte der Kirchliche Verein für Jugendberatung Region Pfäffikon diese Aufgabe in der Region wahrgenommen. Doch seit sich dieser sich im Zuge der Pensionierung der zuständigen Therapeutin im Juli 2020 aus finanziellen Gründen aufgelöst hat, liegt das Feld brach – auch weil sich die Gemeinden damals nicht auf eine Beteiligung einigen konnten.

Der Anstoss für einen neuen Anlauf ist aus der Konferenz der Sozialvorstände der Gemeinden gekommen. Diese setzte zwei Arbeitsgruppen ein und fragte schliesslich den Zweckverband Soziales des Bezirks Pfäffikon an, ob er sich der Ausarbeitung und der Bereitstellung eines Angebots annehmen würde. Im April verschickte dieser seinen Antrag an die Gemeinderäte.

«Wir verzeichnen eine grosse Zunahme bei den Beistandschaften für junge Erwachsene», sagt Iwan Hubschmid, seines Zeichens Geschäftsleiter vom Sozialdienst des Bezirks Pfäffikon. Mit dem geplanten Beratungsangebot wolle man dieser beunruhigenden Entwicklung vor allem präventiv begegnen. Wie virulent das Problem ist, zeigt sich bei der Nachfrage zur Konkretisierung: «Die Anzahl der Fälle ist in den letzten fünf Jahren von Null auf 61 gestiegen.»

Abo

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.

Kontakt

Inserieren

Abo

Services

Über uns