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Beim Wetziker Hackathon rauchten 42 Stunden lang die Köpfe

Vom Freitag bis Samstag wurden im Kronensaal in Wetzikon zum Thema «Smart City» verschiedene Problemstellungen bearbeitet. Der erste Hackathon der Stadt und Region lockte rund 60 Teilnehmende an.

Ausgerüstet: Der Laptop gehörte am Hackathon in Wetzikon zur Standardausrüstung., Acht Problemstellungen wurden während des Anlasses bearbeitet. Unter anderen sollte ein «Wetzitrail» entstehen., Rund 60 Teilnehmende besuchten den Anlass im Kronensaal., Dabei hatten längst nicht alle Programmierkenntnisse., Es wurde eifrig diskutiert, an Konzepten gearbeitet oder Prototypen erstellt.

Fotos: Erik Hasselberg

Beim Wetziker Hackathon rauchten 42 Stunden lang die Köpfe

Draussen prasselt an diesem Freitag der Regen auf die Bahnhofstrasse in Wetzikon. Während es auf der Strasse nach den Hitzetagen merklich abkühlt, rauchen im Kronensaal die Köpfe vor den Laptopbildschirmen.

Seit dem Morgen findet hier der erste Hackathon der Stadt Wetzikon zum Thema «Smart City» statt.

Smarte Stadtentwicklung

«Dieser Anlass ist etwas Neues und Spezielles», eröffnete der abtretende Stadtpräsident Ruedi Rüfenacht (EVP) den Event, dem rund 60 Personen beiwohnten.

«Wetzikon will smarter werden und nicht unbedacht, sondern smart wachsen», sagte Stefan Lenz. Der neu gewählte FDP-Stadtrat hatte den Anlass mit organisiert, an dem nicht weniger als 16 Problemstellungen, sogenannte Challenges, bearbeitet werden sollten.

Rasche Gruppenbildung

Am Freitagmorgen haben die Teilnehmenden jeweils vier Minuten Zeit, um ihre Challenges vorzustellen und die Anwesenden davon zu überzeugen, sich ihnen anzuschliessen und das Problem während der nächsten 42 Stunden zu bearbeiten.

Kurz vor 11 Uhr beginnt das Stühlerücken, der Saal wird geräumt, die Teilnehmenden versammeln sich vor Flipcharts. Rund eine dreiviertel Stunde später hat auch der Letzte einen Tisch gefunden, sind die Kabelrollen gezogen und installiert.

Während es eine 10er-Gruppe gibt, die drei Herausforderungen gebündelt hat und einen «Wetzitrail» entwickeln will, gibt es auch One-Man-Projekte wie das von George Ruinelli.

« Ich wollte hier die Möglichkeit nutzen, mit der Stadt in Kontakt zu treten. »
George Ruinelli, Hackathon-Teilnehmer

Der Wetziker hat sich den Freitag wie viele extra frei genommen, um dabei zu sein. Er will heute endlich einen smarten Abfallkalender entwickeln. Warum nutzt er dafür nicht seine Freizeit? «Ich wollte hier die Möglichkeit nutzen, mit der Stadt in Kontakt zu treten und Unterstützung von opendata.ch zu erhalten.»

Mehr Transparenz, Partizipation und Innovation

Der 2011 gegründete Verein setzt sich seither für die Stärkung von Transparenz, Partizipation und Innovation in der Schweiz ein.

Er veranstaltet regelmässig Hackathons, um die Veröffentlichung und Nutzung offener Daten sowie offene und interdisziplinäre Innovationen in allen möglichen Bereichen zu fördern – von der Landwirtschaft bis zur Mehrsprachigkeit.

Für Maud Chatelet, Projektmanagerin von opendata.ch, ist der Hackathon in Wetzikon bereits der achte, den sie mit veranstaltet und begleitet.

«Ich bin erstaunt, dass sich für den ersten Anlass dieser Art hier so viele Leute angemeldet haben.» Für sie ist kollaborative Zusammenarbeit verschiedener Personen mit völlig divergierenden Hintergründen der Schlüssel für zukünftige Problemlösungen in der Gesellschaft.

Unterschiedlichste Teilnehmende

Wie divers die Teilnehmenden sind, zeigt sich auch im Kronensaal. Da ist zum Beispiel die 17-jährige Beatrice, die mit ihrer Gruppe die CO2-Reduktion in Wetzikon veranschaulichen will – eine Challenge, die das Unternehmen Belimo eingebracht hat.

«Es ist ein cooler Anlass», sagt die Kantischülerin, die nicht so viele ältere Personen erwartet hätte. Für sie seien die Themen Klima und Nachhaltigkeit von grosser Wichtigkeit. «Ich bin in meiner Gruppe für Mockups zuständig und bringe meine Designkenntnisse ein.»

In einer anderen Gruppe, die das Buchungssystem der Stadt smarter machen will, sitzt Jacqueline Degen. Die 24-Jährige hätte nicht gedacht, dass sie so viel beitragen könne.

«Ich kann ein bisschen programmieren», sagt die Wirtschaftsinformatik-Studentin, «stärker bin ich im Projektmanagement.» Noch spät abends, halb neun, sitzt sie vor ihrem Laptop, während viele bereits gegangen sind – trotz open end.

Anreise sogar aus Bern

Nach diesem wird Jurek Müller der einzige sein, der in der Maierwiese übernachtet. «Ich komme aus Bern», sagt der wissenschaftliche Mitarbeiter der Berner Fachhochschule.

«Ich befasse mich mit Smart Citys und habe bereits an drei Hackathons teilgenommen, deshalb war es für mich naheliegend, hierher zu kommen», erklärt der 32-Jährige die Gründe, warum er den weiten Weg auf sich genommen hat.

Zufriedener Veranstalter

Wie der Weg nach dem Hackathon weiter geht, wird sich zeigen. «Mit dem Event bin ich sehr zufrieden. Es wurden am Samstag zahlreiche gute Ergebnisse, von Konzepten bis zu Prototypen präsentiert», sagt Stefan Lenz.

«Wir müssen aus den Hackathon-Resultaten auch etwas realisieren.»
Stefan Lenz, Projektkoordinator

Mitte Juli werde man im Projektteam die Ergebnisse anschauen. «Am weiteren Verlauf werden wir gemessen werden, die 42 Stunden reichen aus, sind ein Strohfeuer an Innovation. Wir müssen aus den Hackathon-Resultaten auch etwas realisieren, je nach dem in Zusammenarbeit mit der Stadt oder mit anderen Akteuren», erklärt der Stadtrat.

Im vierten Quartal dieses Jahres sollen erste Ergebnisse vorliegen.

Die Resultate des Hackathons können eingesehen werden unter hack.smart-city-wetzikon.ch

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