Bezirk Hinwil

Bezirk Pfäffikon

Bezirk Uster

Tösstal

Themen

Specials

Services

ZO Portale

Abo

Gesellschaft

Nun erfolgt die Baueingabe für «Bachtel 2025»

Im Juli wird das Vorhaben für eine Sanierung des Restaurants Bachtel-Kulm den nächsten Schritt machen. Allerdings stehen noch einige Hürden dem Erfolg des Projekts im Weg.

Das Restaurant Bachtel-Kulm soll bis 2025 komplett saniert und umgebaut - siehe die Baugespanne - sein.

Bild: Christian Brändli

Nun erfolgt die Baueingabe für «Bachtel 2025»

«Wir sind voll im Fahrplan», meint Martin Vögeli am vergangenen Samstag an der Generalversammlung der Genossenschaft Bachtel-Kulm. Vögeli ist im Vorstand verantwortlich für die Liegenschaften und damit vor allem mit dem Grossvorhaben «Bachtel 2025» beschäftigt.

Bis in drei Jahren soll das Gasthaus Bachtel-Kulm für 5,8 Millionen Franken komplett saniert und äusserlich so gestaltet werden, wie es in den 1920er Jahren ausgesehen hatte.

Der Weg zum «Bachtel 2025» ist frei

10.10.2021

Vorentscheid für Bauprojekt liegt vor

Die Gesamtsanierung des Restaurants Bachtel-Kulm hat den Segen von Kanton und Gemeinde. Beitrag in Merkliste speichern 2021 haben der Kanton und die Gemeinde Hinwil den Vorentscheid zum Vorhaben erteilt. Abgesegnet wurde damit das künftige Erscheinungsbild, die Höhe, das Volumen sowie die Nutzung des Gebäudes.

Zwar war ursprünglich vorgesehen, im April oder Mai 2022 die Baueingabe vorzunehmen. Nun wird es Juli werden. Diese kleine Verzögerung hat aber keine Auswirkungen auf den weiteren Ablauf. «Bis Ende dieses Jahres sollten wir die Bewilligung haben», erklärt Vögeli den anwesenden 71 Genossenschaftern.

«Die Welt bewegen»

Damit ist ein Achtel der aktuell 550 Genossenschafter auf den Berg gekommen, «der für uns die Welt bedeutet», witzelte Vögeli, «und wir bewegen mit unserem Vorhaben die Welt.»

Diese neue Welt geniessen, können die Besucher des Oberländer Hausberges ab Sommer 2025. Der Baustart ist auf Februar/März 2024 terminiert. Während des ganzen Umbaus sollen sich Gäste auf dem Bachtel-Kulm aber immer verköstigen können, wenn es auch nur an einem Kiosk der Fall sein sollte.

Die Bildmontage zeigt die Umrisse des heutigen Bachtel-Kulms und mit roten Linien das Aussehen ab 2025. (Bild: PD)

«Unser Projekt hat eine Strahlkraft, die über das Oberland hinaus reicht», meint Vögeli. «Doch wenn man Grosses realisieren will, muss man sich auch stark engagieren», sagt er zu den Genossenschaftern.

Was das konkret bedeutet, macht Genossenschaftspräsident Ralph Köchli klar: «Jeder Genossenschaft soll Anteilsscheine für mindestens 1000 Franken zeichnen oder eine Spende in dieser Höhe leisten.» Insgesamt rechnen die Verantwortlichen mit 400’000 bis 500’000 Franken, die von Seiten der Genossenschafter für das Projekt zusammenkommen sollen. Davon sind sie zurzeit noch weit entfernt.

Genossenschafter-Beitrag essenziell

Per Ende Mai sind laut Aktuarin Rita Dahinden 480’000 Franken an Beiträgen von Genossenschaftern, Oberländer Gemeinden und weiteren Sponsoren zusammengekommen. Bis zum Baustart sollen es 2,8 Millionen Franken sein.

Erst wenn dieser Betrag erreicht ist, wollen die Verantwortlichen grünes Licht zum Grossvorhaben geben. Die übrigen drei Millionen, die für die Betriebssanierung nötig sind, will die Genossenschaft über Hypotheken fremdfinanzieren.  

Die Hymne ans Oberland – und den Bachtel

Von seinem gleichnamigen Vater hat der Dürtner Hubi Rüegg, der im Namen der Genossenschaft für die Umgebung des Bachtel-Kulms sorgt, ein Loblied ans Zürcher Oberland geerbt. Dieses trug er am Samstag vor, mit tatkräftiger Unterstützung der Genossenschafter, die in den Refrain einstimmten. Rüegg hatte dabei die Melodie von «S’Vogellisi» übernommen und den Refrain adaptiert:

Refrain:
Ja ds’Oberland, ja s’Oberland
Ds’Züri-Oberland isch schön
Ja ds’Oberland, ja s’Oberland
Ds’Züri-Oberland isch schön       

Bisch vom viele Chrampfe
Fasch kaput und müed,
gang nu fescht go laufe,
das isch guet fürs Gmüet.
Hänk de Sack an Ruegge,
d’Charte nimm i d’Hand
und durchquär frisch-fröhlich
s’Züri-Oberland.

Höger häts und Wälder
und en schöne See
mängsmal häts im Winter
ganz en Hufe Schnee.
Laufe, beike, jogge,
da chasch alles ha,
mach di nu uf d’Socke,
lueg das Ländli a!

Gang nu uf de Bachtel,
dann das hät sin Reiz
und de tobe häts
e ganz e tolli Beiz.
Chasch de Hunger stille
und au grad begüsse
und die tolli Ussicht
stundelang go gnüsse.

Gaht dänn d’Sunne under
wird’s gli dunkli Nacht
und di gani Gegend
strahlt i voller Pracht.
De Mond, dä staht am Himmel
und s’hät Sterneschi,
Du gspürsch es i Dir inne
s’cha nienet schöner si!

 

Die ehemalige Mönchaltorfer Gemeindepräsidentin Annemarie Beglinger, die der Finanzkommission des Vorhabens angehört, unterstreicht die Wichtigkeit der Finanzleistungen durch die Genossenschafter. «Die Genossenschaft muss zuerst einen guten, massiven Boden legen, damit wir dann beim kantonalen Lotteriefonds um Beiträge anfragen können.»

Zwar hat die Genossenschaft seit dem Projektstart vor zwei Jahren schon 150 Mitglieder gewinnen können. Doch das Anwerben neuer Unterstützer allein genügt nicht, um das Ziel zu erreichen. Gerade bei langjährigen Genossenschaftern gebe es noch viel – finanzielles – Potenzial, meint Aktuarin Dahinden.

Werbung wird ausgedehnt

Um zum nötigen Geld zu kommen, wird die Finanzkommission nicht nur Gemeinden und Stiftungen anfragen, sondern es werden auch weitere Werbemassnahmen wie die Medienpartnerschaft mit der ZO Medien AG lanciert. Zudem werden gemäss Vögeli ab August zwei grosse Informationstafeln beim Kulm aufgestellt.

In Fronarbeit bereits realisiert worden sind eine Baudokumentation, ein Werbeflyer und die Homepage www.bachtel2025.ch, auf der alle Informationen zum Bauprojekt zu finden sind.   

Die Genossenschaftsverantwortlichen hoffen, dass das Bachtel-Kulm eine Schindel-Fassade erhalten wird. (Bild: cb)

Seit vergangenem Herbst haben die Planer laut Genossenschaftspräsident Ralph Köchli verschiedene Details des Projektes hinsichtlich Logistik und Funktionalität weiter verbessert. Auch das Gastrokonzept sei von einem Experten pragmatisch entwickelt worden.

Die Grundrisse liessen eine maximale Flexibilität zu, unterstreicht Vögeli. So wird es etwa dem Pächter überlassen, ob er die geplanten Zimmer fürs Personal oder als Hotelzimmer nutzen will. Offen ist auch noch, wie die Fassade aussehen wird. Der Genossenschaftsvorstand hofft, dass sie geschindelt werden kann.

Pächterin hat gekündigt

Zum Schluss der Versammlung hat Genossenschaftspräsident Ralph Köchli noch eine Hiobsbotschaft ob: Die langjährige Pächterin Bettina Fleps hat ihren Vertrag auf Ende Jahr gekündigt.

Fleps führt seit dem 1. März 2016 als Wirtin das Restaurant Bachtel-Kulm. Zuvor war sie im Betrieb bereits als Service-Chefin tätig. Die Kündigung habe nichts dem Projekt 2025 zu tun, sondern sei auf das Problem zurückzuführen, gutes Personal zu finden. Diese Situation belastet Fleps stark, weshalb sie etwas Abstand gewinnen will.

Die Genossenschaft will sich nun zuerst über ihren Berater auf die Suche nach einer Nachfolge machen. Sollte dieser Weg nicht erfolgreich sein, werde die Pacht ausgeschrieben. (cb)

Abo

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.

Kontakt

Inserieren

Abo

Services

Über uns