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Dübendorf untersagt 18-Meter-Sprünge in der Badi

Die Organisatoren einer Turmspring-Show im Freibad Oberdorf wollten die Sprunghöhe um acht Meter aufstocken. Zu gefährlich fand die Stadt Dübendorf und verbot das Unterfangen.

Der 10-Meter-Turm im Freibad Oberdorf steht am Sonntag im Zentrum einer Turmspring-Show., Die Stadt Dübendorf als Betreiberin der Badi, untersagte jedoch die Installation eines Gerüstes, um den Turm aufzustocken.

Foto: PD

Dübendorf untersagt 18-Meter-Sprünge in der Badi

Highdiver springen üblicherweise aus waghalsigen Höhen ins Wasser. Ein 10-Meter-Turm, wie er im Freibad Oberdorf steht, ist keine grosse Herausforderung für die geübten Sportler.

Um das Spektakel zu steigern, wollten die Organisatoren eines Show-Events in der Dübendorfer Badi deshalb ein Gerüst montieren, damit eine Sprunghöhe von 18 Metern erreicht wird. Der Anlass findet am kommenden Sonntagnachmittag statt – allerdings ohne die geplante Aufstockung.

Mitorganisator Jan Wermelinger, der selber aktiver Turmspringer ist, sagt dazu: «Die Stadt Dübendorf hat uns leider keine Bewilligung für das Gerüst erteilt.» Ohne einen Statiker, der die Konstruktion rechnerisch abnimmt, sei das aus Sicht der Stadt zu gefährlich.

Marco Strebel, Leiter Sicherheit der Stadt Dübendorf, schreibt dazu auf Anfrage: «Die Installation dieser Spezialkonstruktion wurde aus Sicherheitsgründen abgelehnt, da diese seit Jahren nicht mehr im Einsatz war.» Zudem seien bauliche Anpassungen vorgenommen worden und ein aktueller Prüfbericht dazu fehle.

Hohe Kosten wegen Auflage

«Einerseits ist die Auflage ein bisschen ärgerlich und frustrierend», sagt Wermelinger. Andererseits verstehe er die Sicherheitsbedenken der Stadt. Zudem sei die Organisation eines solchen Events immer eine Teamarbeit zwischen OK und Behörden.

Zeitlich habe es heuer nicht mehr gereicht, ein entsprechendes Ingenieurbüro zu engagieren. Zudem wären die finanziellen Hürden für dieses Jahr zu gross gewesen. «Ein paar Tausender hätte das sicherlich gekostet.»

«Die Installation eines mobilen Trampolins ist nicht bewilligungspflichtig…»

Marco Strebel, Leiter Sicherheit Stadt Dübendorf

Der Name «High Dive Event» wie auf dem Flyer angegeben, sei dennoch gerechtfertigt, sagt Wermelinger. So definiere sich High Diving als Springen aus einer grossen Höhe, ohne diese genauer festzulegen. «Das olympische High Diving findet beispielsweise aus zehn Meter Höhe statt.»

Mini-Trampolin auf Turm

Während die Stadt gegen die Aufstockung Bedenken hatte, hat sie offenbar gegen das Mini-Trampolin, das die Veranstalter nun für die Show ganz oben platzieren, keine Vorbehalte. «Dübendorf hat uns das Go gegeben. Highdiver üben regelmässig mit solchen Trampolins und wissen damit umzugehen.»

Marco Strebel bestätigt die Zulässigkeit des Equipments: «Die Installation eines mobilen Trampolins ist nicht bewilligungspflichtig und liegt in der Verantwortung des Veranstalters, respektive des Springers, welcher das Trampolin verwendet.»

«Es spielt fast keine Rolle, ob man aus 10 oder 30 Metern ins Wasser springt.»

Jan Wermelinger, Turmspringer und Organisator

Für die Teilnehmer hat die bescheidenere Höhe auch Vorteile. Denn Spitzenathleten trainierten hauptsächlich vom 10-Meter-Turm, sagt Wermelinger. Denn: Mehr als drei Sprünge täglich aus grosser Höhe, sei nicht gut für die Gesundheit der Sportler.

«Beispielsweise taucht man aus 27 Meter mit rund 90 Stundenkilometern ein.» Der Körper werde dabei im Wasser dreimal stärker abgebremst als aus zehn Metern Höhe, wo nur eine Fallgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern erreicht werde.

Gesundheitliche Grenzen

Was bei der Stadt Dübendorf gemäss Wermelinger auch Thema war, ist die Eintauchtiefe. Im Freibad Oberdorf ist das Becken im Bereich des 10-Meter-Turmes 4,9 Meter tief. Die Bewilligungsinstanz habe erst befürchtet, dass das nicht reiche. Diese Bedenken habe er zerschlagen können.

«Es spielt fast keine Rolle, ob man aus 10 oder 30 Metern ins Wasser springt. Tiefer als fünf Meter taucht ein Springer wegen des Wasserdrucks kaum ein.» Wenn es doch mal ein bisschen mehr wären, sei die Geschwindigkeit am tiefsten Punkt derart langsam, dass kein Verletzungsrisiko bestehe.

Im nächsten Jahr will Wermelinger erneut versuchen, eine Bewilligung für Sprünge ab einem erhöhten Turm zu erhalten. «Wir wollen das Gerüst für die Show in Dübendorf berechnen lassen, damit wir wirklich mit einem Highdive-Turm starten können.»

 

Das Programm am Sonntag

Der «High Dive Event» im Freibad Oberdorf beginnt am Sonntag, 19 Juni, um 12 Uhr mit einer ersten Show. Um 13 Uhr ist ein einstündiger Workshop geplant, bei dem Kinder und Jugendlichen das Turmspringen nähergebracht werden soll. Darauf folgen um 14.30 Uhr ein Freestyle-Plausch-Wettbewerb für unerfahrene Kinder und Jugendliche mit Preisvergaben und die grosse Final-Show um 17 Uhr. Weitere Infos sind auf der Internetseite der Sport- und Freizeitanlagen Dübendorf AG zu finden.

 

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