Es grünt und blüht im Schrebergarten von Hannes Müller an der Oberen Zelglistrasse in Dübendorf: Alle seine Rosen – 20 Pfingstrosen- und 15 Rosensorten – stehen in voller Blüte. Die Pflanzen, sagt der 67-jährige Pensionär, sind für ihn fast wie Kinder: Fährt er einmal in den Urlaub, sieht er danach immer als erstes nach seinen Rosen.
Vor vier Jahren erkrankte Müller am Guillain-Barré-Syndrom, einer akut auftretenden, neurologischen Krankheit. Von einem Tag auf den anderen konnte er nicht mehr gehen. «Ich habe mich ins Leben zurückgekämpft. Der Rosengarten, den ich seit rund 15 Jahren pflege, war in dieser schwierigen Zeit eine Kraftquelle für mich.» Die Rosenstöcke hat er von Bekannten geschenkt bekommen.
Er kann die Pflanzen lesen
Von jeder Pflanze kennt Hannes Müller den botanischen Namen und weiss viel darüber zu erzählen, etwa zur Stanwell perpetual: «Das ist eine renommierte Strauchrose mit typischem Wildblumencharme. Sie wurde 1838 gezüchtet und ist die älteste Sorte in meinem Garten. Je nach Wetter während des Wachstums verändern sich die Blütenfarben leicht.»
Für Hannes Müller ist klar: «Pflanzen sind ehrlicher als Menschen und geben einem viel. Wenn man sich das Erdzeitalter als Woche vorstellt, gibt es uns Menschen seit sechs Minuten, Pflanzen schon seit Freitag.» Es brauche viel «Gspüri», um die Rosen so zum Blühen zu bringen.

