Die riesige, hölzerne Erdbeere bei der Autobahnausfahrt Wangen ist unverkennbar. Daneben ein Schild mit der Aufschrift: «Geschlossen». Dies gilt allerdings nicht für die ankommenden Singles. Denn an diesem Sonntag heisst es hier auf dem Erdbeerfeld «Beerenpflücken für Singles». Bereits 20 Minuten vor der Öffnung warten die ersten beim roten Wagen.
Einer davon ist Marcel aus Zürich. Ein junger Mann mit kurzen schwarzen Haaren, Bart, Brille und Edelweiss-Hemd. «Ich habe nun verschiedene Dating Plattformen besucht. Bisher nur virtuelle und jetzt werde ich herausfinden, ob es in der Praxis funktioniert.» Jeder seiner Sätze wird von einem Lächeln begleitet.
Achtung, fertig, pflücken!
Die Teilnahme ist gratis. Am Schluss werden die gepflückten Beeren gewogen und bezahlt. Priska Morf steht barfuss vor dem Feld und instruiert gruppenweise, wo sich die Grenzen des Feldes befinden und wo welche Erdbeersorten wachsen. Es gibt zwei verschiedene, rote und gelbe, die mit Schildern der jeweiligen Farbe im Feld markiert sind.
Die Pflanzen sind geradlinig bis zum anderen Ende des weiten Felds gesät. Durch den Regen zuvor wirken die Farben der Blätter und die roten Beeren noch prachtvoller. Am anderen Ende des Felds ziehen am Horizont aber dunkle Wolken auf. «Hier kommt das Gewitter» sagt ein Mann mittleren Alters mit kurzen Blick zum Himmel und pflückt weiter.

