Auf dem Parkplatz des Zeughausareals in Uster tauchen vier Velofahrer auf, an ihren Velos sind Fahnen des Klimastreiks und der Gletscherinitiative befestigt. Sie steigen ab, sehen sich um, und warten. Nicht lange, denn wenig später nähern sich noch mehr Leute mit ihren Velos. Es sind meist Jugendliche und junge Erwachsene, doch auch einige jüngere und ältere Menschen befinden sich unter ihnen. Was sie an diesem Freitagabend zusammenbringt, ist die «Critical Mass». Die erste in der Stadt Uster nach einem nicht weiter verfolgten Versuch einige Jahre zuvor.
Hier versammeln sich Leute zu einer gemeinsamen Velofahrt durch die Stadt mit dem Ziel, für einige Stunden eine dominante Position im Verkehr aufzubauen. Die Bewegung ist überzeugt, dass Menschen, die mit dem Velo unterwegs sind, täglich grossen Gefahren ausgesetzt sind und als Verkehrsteilnehmer marginalisiert werden.
Seit der ersten «Critical Mass» 1992 in San Francisco findet sie weltweit in vielen Städten jeweils am letzten Freitag des Monats statt. Es gibt keine festgelegten Routen, keine Sprecherin, nur einen Treffpunkt. Sobald dort die Menschenmenge gross genug und somit eine kritische Masse (Critical Mass) erreicht ist, setzt sie sich in Bewegung.

