Wieso sollte ich auf einem « Plastikpferd » reiten?
Doris Wetter: Hier können Sie gefahrlos und sicher trainieren, in einer stressfreien und kontrollierten Umgebung – bei Sturm, Regen oder drückender Hitze. Reitende können mit dem Spiegel üben, so wie Sie das schon automatisch gemacht haben und so ihre Haltung verbessern oder die korrekte Haltung erlernen. Zudem kann nach einem Unfall oder Verletzungen der Wiederbeginn in sicheren Schritten erfolgen.
Das klingt, als gäbe es nur Vorteile.
Wenn man die ganzen mentalen Aspekte weglässt, kann man das vielleicht schon so sagen. Aber wer einmal ein Pferd hatte, weiss, dass der Simulator ein eigenes Pferd nie ersetzen kann.
«Vielen geht es darum, Probleme mit ihrem eigenen Pferd zu analysieren»
Also haben jene, die ein Reitsimulator-Training buchen, grösstenteils kein eigenes Pferd?
Nein, im Gegenteil. 95 Prozent der Kundschaft kommt, weil sie ein Problem mit ihrem Pferd analysieren möchte, bei dem sie nicht weiss, worum es geht und weshalb sich das Pferd so verhält. Das kann hier aufgrund der Sensoren sehr gut analysiert werden. So werden auch viele von ihren Reitlehrpersonen vorbei geschickt.
Kommt Ihre Kundschaft dabei vor allem aus der Region?
Überhaupt nicht. Ich habe Leute aus Rheinfelden, Luzern, Bülach, Winterthur, Horgen oder Wädenswil. Das hat mich selber erstaunt. Allerdings gibt es in der Schweiz nur zwei Simulatoren, der andere steht im Thurgau.

